Heizung

Warmwasser-Wärmepumpe: Einsatz und Voraussetzungen

Erfahren Sie, wann eine separate Wärmepumpe für Brauchwasser passt und was Sie bei Aufstellort, Speicher und Hygiene beachten.

Warmwasser-Wärmepumpe mit integriertem Speicher in einem Hauswirtschaftsraum
Symbolbild, KI-generiert

Kurz erklärt: Eine Warmwasser-Wärmepumpe bereitet ausschließlich Trinkwarmwasser und kann eine bestehende Gas- oder Ölheizung ergänzen. Sie nutzt in der Regel Raumluft und erwärmt Wasser in einem integrierten Speicher. Entscheidend sind Aufstellort, Luftführung, Speichergröße und Legionellenschutz bei mindestens 60 °C. Planung und Anschluss übernimmt der Fachbetrieb.

Eine Warmwasser-Wärmepumpe übernimmt nur die Warmwasserbereitung und kann eine bestehende Heizung ergänzen. Ob sie zum Haus passt, hängt vor allem von Wärmequelle, Speicher, Leitungswegen und dem Zusammenspiel mit der Raumheizung ab.

Sicherheit geht vor

Zu niedrige Warmwassertemperaturen können den Legionellenschutz beeinträchtigen; die für Hygiene nötigen hohen Temperaturen senken die Effizienz. Arbeiten an der Trinkwasser-Installation, an Heizungsanschlüssen und am geöffneten Gerät übernimmt der Fachbetrieb. Bei Gasgeruch: Betätigen Sie keine Schalter, öffnen Sie Fenster, verlassen Sie das Haus und rufen Sie von draußen den Notdienst des Gasversorgers an.

Was macht eine Warmwasser-Wärmepumpe?

Eine Brauchwasser-Wärmepumpe, auch Warmwasser-Wärmepumpe genannt, erwärmt ausschließlich Trinkwarmwasser. Laut Verbraucherzentrale nutzt sie in der Regel Raumluft als Wärmequelle und erwärmt das Wasser in einem integrierten Speicher. Die abgekühlte Luft kann zurück in den Raum oder nach draußen geleitet werden.

Das unterscheidet sie von einer Wärmepumpenheizung, die sowohl die Räume als auch das Trinkwarmwasser versorgt. Bei einem Kombinationssystem erwärmt die Wärmepumpe Heizungswasser; über einen Wärmetauscher wird Wärme auf das Trinkwasser übertragen. Heizungswasser und Trinkwasser bleiben dabei getrennt. Die Verbraucherzentrale nennt Warmwasser als etwa 10 bis 30 Prozent des gesamten Heizenergiebedarfs.

„Eine Warmwasser-Wärmepumpe erwärmt Trinkwasser, nicht die Räume.“

— insani24 Fachredaktion

Wenn Sie die Funktionsweise und Einsatzbereiche der separaten Lösung vertiefen möchten, lesen Sie auch den Ratgeber Brauchwasserwärmepumpe: Warmwasser effizient bereiten.

Wann ist eine separate Warmwasser-Wärmepumpe sinnvoll?

Eine separate Anlage kann eine bestehende Heizung ergänzen, etwa wenn ein älterer Öl- oder Gaskessel nicht sofort ersetzt werden soll. Sie kommt auch infrage, wenn die Heizung nicht das ganze Jahr über für die Warmwasserbereitung laufen soll. Eine Kombination mit einer Wärmepumpe für die Raumheizung ist ebenfalls möglich.

Bei einer gemeinsamen Anlage für Heizung und Warmwasser übernimmt ein System beide Aufgaben. Das spart Platz und die Steuerung regelt beide Funktionen. Fällt die Anlage aus, gibt es laut Verbraucherzentrale jedoch auch kein Warmwasser. Außerdem entstehen Speicherverluste, und die für den Legionellenschutz nötigen höheren Temperaturen senken die Effizienz.

WarmwasserlösungTypischer Einsatz laut VerbraucherzentraleZu beachten
Wärmepumpe mit KombispeicherEine Wärmepumpe versorgt Raumheizung und Warmwasser.Eine Anlage übernimmt beide Funktionen; bei einem Ausfall fehlt auch Warmwasser.
Brauchwasser-WärmepumpeErgänzt eine bestehende Heizung oder arbeitet neben einer Wärmepumpe für die Raumheizung.Erwärmt nur Warmwasser und nutzt in der Regel Raumluft.
Frischwasserstation oder DurchlauferhitzerKann bei langen Leitungswegen in Mehrfamilienhäusern oder bei hohen Hygieneanforderungen eine Alternative sein.Laut Verbraucherzentrale sind Frischwasserstationen im Betrieb effizienter und günstiger; Durchlauferhitzer sind günstiger in der Installation.

Die möglichen Systeme und ihre Einsatzbereiche finden Sie auch im Ratgeber Warmwasserbereitung: Systeme und Einsatzbereiche.

Welche Voraussetzungen gelten für Aufstellort und Leitungen?

Die Brauchwasser-Wärmepumpe steht laut Verbraucherzentrale in der Regel im Keller und nutzt Raumluft. Klären Sie bei der Planung, wo das Gerät stehen kann und wohin die abgekühlte Luft geführt wird. Die Verbraucherzentrale nennt außerdem kurze Leitungswege und einen möglichst zentralen Speicherplatz als Möglichkeiten, Verluste zu reduzieren.

Auch die Dämmung ist wichtig: Moderne Speicher haben laut Verbraucherzentrale 10 bis 15 Zentimeter Dämmung. Anschlüsse und Rohrleitungen sollten ebenfalls gedämmt sein. Lange Warmwasserleitungen und Zirkulationsleitungen, die nicht nötig sind, sollten bei der Planung vermieden werden.

Für Anlagen mit Brauchwasserpumpe umfasst das Sortiment unter anderem diese Vortex BLUEONE BWO 155 Varianten. Es handelt sich um Pumpen, nicht um Wärmepumpen oder eigenständige Wärmeerzeuger.

Die BLUEONE BWO 155 V ist mit Verschraubung bezeichnet.

Die BLUEONE BWO 155 R Z ist mit Zeitschaltuhr bezeichnet.

Die BLUEONE BWO 155 V SL ist mit Selbstlernmodul und Verschraubung bezeichnet. Eine Brauchwasserpumpe ersetzt nicht die Wärmeerzeugung; Zirkulationsleitungen empfiehlt die Verbraucherzentrale nur dort, wo sie wirklich nötig sind.

Profi-Tipp

Halten Sie für die Planung fest, ob Warmwasser zentral oder dezentral erzeugt werden soll, wie lang die Leitungswege sind und ob eine bestehende Heizung weiterlaufen soll. Diese Punkte helfen, die passende Systemart mit dem Fachbetrieb abzustimmen.

Wie planen Sie Speicher, Temperatur und Hygiene?

Die richtige Speichergröße ist laut Verbraucherzentrale entscheidend für Komfort und Effizienz. Eine pauschale Größe für jedes Haus nennt die Verbraucherzentrale nicht. Lassen Sie den Speicher passend zur geplanten Anlage auslegen, statt allein nach einem allgemeinen Richtwert zu entscheiden.

Für Hinweise zu Volumen, Funktion und Anschluss lesen Sie den Ratgeber zum Warmwasserspeicher.

  • Für den Legionellenschutz ist laut Verbraucherzentrale eine Temperatur von mindestens 60 °C wichtig.
  • Höhere Temperaturen sind für die Hygiene nötig, senken aber die Effizienz der Warmwasserbereitung.
  • Bei Speichern über 400 Litern oder in gewerblichen Anlagen gelten strengere Vorgaben. Regelmäßige Legionellenprüfungen durch Labore sind dort laut Verbraucherzentrale nach der Trinkwasserverordnung vorgeschrieben.
  • Eine gute Speicherdämmung sowie gedämmte Anschlüsse und Rohrleitungen helfen, Wärmeverluste zu reduzieren.

Wichtiger Hinweis

Die Mindesttemperatur für den Legionellenschutz und der Effizienzbedarf müssen gemeinsam berücksichtigt werden. Verändern Sie die Auslegung oder die Trinkwasser-Installation nicht eigenständig; die Planung übernimmt der Fachbetrieb.

Welche Warmwasserlösung passt zu Ihrem Haus?

Die passende Lösung hängt laut Verbraucherzentrale von der individuellen Situation ab. Bei einer neu geplanten Wärmepumpenheizung ist eine Wärmepumpe mit integriertem Speicher häufig die übliche Wahl. Eine separate Brauchwasser-Wärmepumpe kann passen, wenn die Heizung nicht ganzjährig Warmwasser erzeugen soll.

Wie ein Kaminofen die Wärmepumpe bei Frost ergänzen kann, erfahren Sie im Ratgeber zu Zusatzwärme.

Wenn Sie auch die Raumtemperatur regulieren möchten, finden Sie in unserem Ratgeber zur Wärmepumpe mit Kühlfunktion Hinweise zu Vorteilen und Planung.

Bei langen Leitungen in einem Mehrfamilienhaus können dezentrale Lösungen wie Frischwasserstationen oder Durchlauferhitzer sinnvoll sein. Frischwasserstationen und Durchlauferhitzer ohne Speicher kommen laut Verbraucherzentrale auch bei hohen Hygieneanforderungen infrage. Für die Auswahl einer Heizungsanlage sollten Sie außerdem berücksichtigen, ob Lage und bauliches Umfeld eine Wärmepumpe zulassen und wie die Warmwasserbereitung künftig erfolgen soll. Weitere Planungspunkte behandelt der Ratgeber Wärmepumpe auswählen: Darauf sollten Sie achten.

Die Warmwasserbereitung ist oft weniger effizient als das Heizen, weil höhere Temperaturen erforderlich sind. Mit eigenem Photovoltaik-Strom kann eine Wärmepumpe laut Verbraucherzentrale auch Warmwasser günstig erzeugen. Eine gute Dämmung, kurze Leitungswege und ein bedarfsgerechter Warmwasserverbrauch sind weitere Aspekte der Planung.

Häufige Fragen

Was ist eine Warmwasser-Wärmepumpe?

Eine Warmwasser-Wärmepumpe erwärmt ausschließlich Trinkwarmwasser in ihrem integrierten Speicher. Als Wärmequelle nutzt sie in der Regel Raumluft; abgekühlte Luft kann in den Raum zurück oder nach draußen geleitet werden. Sie übernimmt nicht die Raumheizung und kann eine bestehende Heizung ergänzen.

Welche Temperatur ist für den Legionellenschutz wichtig?

Die Verbraucherzentrale nennt mindestens 60 °C als wichtig für den Legionellenschutz. Höhere Temperaturen senken allerdings die Effizienz der Warmwasserbereitung. Bei Speichern über 400 Litern oder gewerblichen Anlagen gelten strengere Anforderungen; regelmäßige Legionellenprüfungen durch Labore sind in diesen Fällen laut Trinkwasserverordnung vorgeschrieben.

Wann passt eine separate Brauchwasser-Wärmepumpe?

Sie kann passen, wenn die Raumheizung nicht ganzjährig für Warmwasser laufen soll oder eine bestehende Öl- beziehungsweise Gasheizung erhalten bleibt. Die separate Anlage erwärmt nur Trinkwasser und steht laut Verbraucherzentrale in der Regel im Keller. Aufstellort und Luftführung gehören in die Planung.

Wie groß muss der Speicher einer Warmwasser-Wärmepumpe sein?

Die richtige Speichergröße ist laut Verbraucherzentrale entscheidend für Komfort und Effizienz. Eine allgemeine Literzahl für jedes Haus nennt sie nicht. Lassen Sie das Speichervolumen passend zur geplanten Warmwasserlösung auslegen und berücksichtigen Sie dabei auch Dämmung und Leitungswege.

Welche Lösung eignet sich bei langen Warmwasserleitungen?

Bei sehr langen Leitungen in einem Mehrfamilienhaus können dezentrale Lösungen wie Frischwasserstationen oder Durchlauferhitzer infrage kommen. Laut Verbraucherzentrale sind Frischwasserstationen effizienter und günstiger im Betrieb; Durchlauferhitzer sind günstiger in der Installation. Beide Lösungen ohne Speicher können auch bei hohen Hygieneanforderungen passen.

Quellen