Heizung

Wärmepumpe auswählen: Darauf sollten Sie achten

Prüfen Sie Gebäude und Heizungsanlage, bevor Sie ein Wärmepumpensystem planen lassen.

Außengerät einer Wärmepumpe neben einem Wohnhaus
Symbolbild, KI-generiert

Kurz erklärt: Eine Wärmepumpe wählen Sie nach dem Zustand des Gebäudes und der vorhandenen Heizungsanlage. Prüfen Sie Alter und Bauart des Heizkessels, den Brennstoff, die Regelung sowie Pumpe, Rohre und Heizflächen. Lassen Sie den Bestand bewerten und das Gesamtsystem abstimmen. Planen Sie den Austausch rechtzeitig, bevor die Heizung ausfällt.

Bei einer Wärmepumpe entscheidet nicht nur das Gerät: Gebäude und vorhandene Heizungsanlage gehören gemeinsam in die Planung. Lassen Sie den Bestand bewerten und stimmen Sie Regelung, Pumpe, Rohrnetz und Heizflächen aufeinander ab.

Sicherheit geht vor

Der Anschluss verbindet elektrische Arbeiten mit einem druckführenden Heizsystem. Stromschlag, Verbrennungen durch heißes Heizungswasser und Verletzungen durch austretendes Wasser sind mögliche Gefahren. Anschluss und Arbeiten an Strom, Druckleitungen oder einem geöffneten Gerät übernimmt der Fachbetrieb.

Wie beginnen Sie die Auswahl einer Wärmepumpe?

Beginnen Sie mit Ihrer bestehenden Heizung. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, den Zustand zu prüfen und einen Austausch frühzeitig zu planen, bevor die Anlage ausfällt. So bleibt Zeit, Heizsysteme zu vergleichen, sich beraten zu lassen und die Heizungsmodernisierung vorzubereiten.

Die Verbraucherzentrale nennt mehrere Fragen zur Bestandsaufnahme. Sie sind Anhaltspunkte für die weitere Planung, aber keine automatische Entscheidung, dass die Heizung sofort ersetzt werden muss:

  • Ist die Heizung älter als 20 Jahre?
  • Handelt es sich um einen Niedertemperaturkessel?
  • Heizt das Haus mit Öl oder Gas?
  • Fehlt eine witterungs- oder zeitgeführte Heizungsregelung oder ist sie defekt?
  • Sind für das Modell keine Ersatzteile mehr erhältlich?

Die Antworten helfen, den Zustand der Anlage mit dem Fachbetrieb zu besprechen. Laut Verbraucherzentrale kann ein früherer Austausch ebenfalls erwogen werden, wenn Fördergelder infrage kommen. Die konkrete Auswahl sollte gut geplant werden, denn Sie legen sich für längere Zeit auf ein Heizsystem fest.

Profi-Tipp

Warten Sie mit der Planung nicht bis zum Heizungsausfall. Halten Sie vor dem Beratungstermin fest, was Sie zu Alter, Kesseltyp, Brennstoff und Regelung wissen. Damit lässt sich die Bestandsaufnahme gezielter beginnen.

Passt eine Wärmepumpe zu Ihrem Gebäude?

Beziehen Sie den Zustand des Gebäudes in die Auswahl ein. Die Verbraucherzentrale beschreibt, dass die Anforderungen des GModG vorwiegend die Heizungstechnik und den Wärmedämmstandard betreffen. Für die Bewertung des Energiehaushalts zählen neben Raumheizung und Kühlung auch Warmwasser, Lüftungsanlagen und der Strom für Geräte wie Heizungspumpen und Regler.

Besprechen Sie deshalb nicht nur den Wärmeerzeuger. Klären Sie auch, wie Warmwasser bereitet wird und welche Anlagenteile bei der Heizungsmodernisierung berücksichtigt werden. Einen Überblick zu Warmwasserlösungen bietet der Ratgeber Warmwasserbereitung: Systeme und Einsatzbereiche.

Die Verbraucherzentrale rät dazu, Pumpe, Rohre, Heizkörper und Regelung für eine optimale Effizienz aufeinander abzustimmen. Lassen Sie diese Bestandteile gemeinsam mit dem Gebäude betrachten. Eine einzelne Komponente beantwortet nicht, welches Gesamtsystem für Ihr Haus passt.

Wärmepumpe mit Heizungsleitungen und Pufferspeicher
Symbolbild, KI-generiert

Welche Angaben sollten Sie vor der Auswahl prüfen?

Sie können zunächst die Fragen zur bestehenden Heizung durchgehen, die die Verbraucherzentrale aufführt. Notieren Sie, was Ihnen über die Anlage bekannt ist, ohne das Gerät zu öffnen oder an elektrischen und druckführenden Bauteilen zu arbeiten. Die folgende Übersicht fasst diese Prüfpunkte für das Gespräch zusammen.

PrüfpunktWas Sie festhalten
AlterOb die Heizung älter als 20 Jahre ist
KesseltypOb ein Niedertemperaturkessel vorhanden ist
BrennstoffOb die Anlage mit Öl oder Gas heizt
RegelungOb eine witterungs- oder zeitgeführte Regelung fehlt oder defekt ist
ErsatzteileOb für das Modell noch Ersatzteile erhältlich sind

Diese Fragen helfen, den Austauschbedarf einzuschätzen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, den Zustand der alten Heizung bewerten zu lassen. Im nächsten Schritt kann die Planung klären, wie Heizflächen und übrige Anlagenteile in ein neues System einbezogen werden.

Was sollten Sie bei den gesetzlichen Vorgaben beachten?

Laut Verbraucherzentrale erfüllt eine elektrische Wärmepumpe die gesetzlichen Anforderungen des GModG automatisch. Die Bundesregierung beschreibt außerdem den Wegfall einer einheitlichen Vorgabe von mindestens 65 Prozent erneuerbarer Energien für die Wärmeversorgung aller Neu- und Bestandsbauten. Eigentümerinnen und Eigentümer können laut Bundesregierung zwischen verschiedenen Heizungsarten wählen, darunter Wärmepumpe, Fernwärme, Hybridheizung und Biomasseheizung.

Die rechtliche Einordnung sagt für sich genommen nicht, welches System zum Wärmebedarf und zum vorhandenen Heizungsnetz Ihres Gebäudes passt. Für die Auswahl bleiben die Bewertung des Bestands und die Abstimmung der Anlagenteile wichtig. Die Bundesregierung nennt zudem einen Schutz von Mieterinnen und Mietern vor überhöhten Nebenkosten infolge des Einbaus einer unwirtschaftlichen Heizung.

Wichtiger Hinweis

Leiten Sie aus der gesetzlichen Wahlfreiheit keine Aussage zur passenden Anlagengröße oder zur Wirtschaftlichkeit im konkreten Gebäude ab. Klären Sie bei einem geplanten Heizungstausch sowohl die geltenden Vorgaben als auch die technische Planung für Ihr Haus.

Welche Heizungsbauteile sind bei der Wärmepumpen-Auswahl wichtig?

Die Verbraucherzentrale nennt Pumpe, Rohre, Heizkörper und Regelung als Bestandteile, die für eine optimale Effizienz aufeinander abgestimmt werden sollen. Lassen Sie daher prüfen, welche vorhandenen Teile in der Planung berücksichtigt werden und ob das Heizsystem insgesamt angepasst werden muss. Bei einer Fußbodenheizung finden Sie weitere Informationen im Ratgeber Fußbodenheizung verlegen: Aufbau und Anschluss.

Wenn Sie eine Wärmepumpe mit Kühlfunktion erwägen, erfahren Sie mehr über Vorteile und Planung.

Für die Regelung kann ein witterungsgeführter Mehrkreisregler Teil des Anlagenkonzepts sein:

Ein Heizungs-Pufferspeicher ist ein weiterer möglicher Planungsposten. Ob ein Speicher in die konkrete Anlage gehört, muss die Planung klären:

Auch ein als Frostschutzventil für Wärmepumpen bezeichnetes Bauteil kann bei der Auswahl des passenden Zubehörs betrachtet werden:

Die Produktbezeichnungen benennen unterschiedliche Bauteile. Entscheidend ist, dass sie zum geplanten Heizsystem passen und fachgerecht in die Anlage eingebunden werden.

Was können Sie selbst prüfen und was übernimmt der Fachbetrieb?

Die Verbraucherzentrale fordert dazu auf, den Zustand der alten Heizung zunächst anhand konkreter Fragen zu prüfen. Sie können diese Punkte für Ihre Anlage durchgehen und bekannte Angaben festhalten. Öffnen Sie das Gerät nicht und führen Sie keine Arbeiten an elektrischen Anschlüssen, Heizungswasser oder Leitungen aus.

Hinweise zu PV und Warmwasser bei der Wärmepumpe finden Sie im ergänzenden Ratgeber.

Die Bewertung der bestehenden Anlage und die Abstimmung von Pumpe, Rohren, Heizkörpern und Regelung gehören in die Heizungsplanung. Der Fachbetrieb kann die Anlage beurteilen und mit Ihnen klären, welche Schritte beim Austausch erforderlich sind. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, sich beraten zu lassen und den Heizungstausch sorgfältig vorzubereiten.

„Bewerten Sie zuerst das Gebäude und die vorhandene Heizungsanlage, dann wählen Sie das Heizsystem.“

— insani24 Fachredaktion

Die Verbraucherzentrale fasst die Planung eines Heizungstauschs in ihrem Ratgeber Heizung tauschen: So geht’s Schritt für Schritt zusammen. Informationen zu den gesetzlichen Anforderungen finden Sie bei der Verbraucherzentrale zum GModG und bei der Bundesregierung zum neuen Gebäudemodernisierungsgesetz.

Häufige Fragen

Ist eine Wärmepumpe für ein älteres Haus geeignet?

Das Alter des Hauses allein beantwortet diese Frage nicht. Prüfen Sie den Zustand der vorhandenen Heizung und beziehen Sie Heizkörper, Rohrnetz, Pumpe und Regelung in die Planung ein. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, die bestehende Anlage bewerten zu lassen und das gesamte Heizsystem abzustimmen.

Welche Angaben sollte ich zur alten Heizung kennen?

Notieren Sie, ob die Heizung älter als 20 Jahre ist, welcher Kesseltyp vorhanden ist und ob die Anlage mit Öl oder Gas heizt. Prüfen Sie außerdem, ob eine witterungs- oder zeitgeführte Regelung fehlt oder defekt ist und ob Ersatzteile für das Modell erhältlich sind.

Erfüllt eine elektrische Wärmepumpe die Vorgaben des GModG?

Laut Verbraucherzentrale erfüllt eine elektrische Wärmepumpe die gesetzlichen Anforderungen des GModG automatisch. Die Bundesregierung beschreibt zugleich den Wegfall einer einheitlichen Vorgabe von mindestens 65 Prozent erneuerbarer Energien für alle Neu- und Bestandsbauten. Die gesetzlichen Angaben ersetzen nicht die technische Planung für Ihr Gebäude.

Muss ich bei einer Wärmepumpe auch Heizkörper und Regelung prüfen lassen?

Ja. Die Verbraucherzentrale nennt Pumpe, Rohre, Heizkörper und Regelung als Bestandteile, die für eine optimale Effizienz aufeinander abgestimmt werden sollen. Beziehen Sie diese Teile deshalb in die Anlagenbewertung ein und klären Sie, wie sie in der geplanten Heizung berücksichtigt werden.

Was darf ich vor dem Beratungstermin selbst machen?

Sie können die Prüffragen zur bestehenden Heizung durchgehen und bekannte Angaben zu Alter, Kesseltyp, Brennstoff, Regelung und Ersatzteilen festhalten. Öffnen Sie das Gerät nicht und greifen Sie nicht in elektrische Anschlüsse oder druckführende Teile ein. Die Bewertung und technische Planung übernimmt der Fachbetrieb.

Quellen