Wärmepumpen-Check: Reichen Ihre Heizkörper bei 55 °C?

Tragen Sie Ihre Räume und die vorhandenen Heizkörper ein. Wir rechnen, welche Vorlauftemperatur Ihr Haus braucht, und zeigen, in welchen Räumen ein größerer Heizkörper hilft.

Bei 55 °C Vorlauf reichen die Heizkörper in einigen Räumen nicht.

Benötigte Vorlauftemperatur nach Rechnung: über 90 °C (Spreizung 10 K). Engpass: Wohnzimmer, Schlafzimmer, Bad.

Wir vergleichen die Heizlast jedes Raums mit der Leistung seiner Heizkörper bei 55/45 °C. Das ist eine Rechnung, kein Messergebnis – und keine Aussage darüber, ob eine bestimmte Wärmepumpe für Ihr Haus geeignet ist.

RaumHeizlastHeizkörper (Norm)Leistung bei 55/45 °CDeckungNötiger Vorlauf
Wohnzimmer3.050 W3.665 W1.879 W62 %68,5 °C
Schlafzimmer1.568 W979 W551 W35 %> 90 °C
Bad994 W1.000 W424 W43 %78,8 °C

Größere Heizkörper für die Engpass-Räume

Für einen Austausch sollte ein Heizkörper die volle Heizlast des Raums bei 55/45 °C schaffen. Gleiche Bauhöhe passt meist in dieselbe Nische.

Wohnzimmer · Ersatz mit mindestens 3.050 W bei 55/45 °C, Bauhöhe 600 mm
Schlafzimmer · Ersatz mit mindestens 1.568 W bei 55/45 °C, Bauhöhe 600 mm
Bad · Ersatz mit mindestens 994 W bei 55/45 °C, Bauhöhe 600 mm

So prüfen Sie es im Winter selbst (55-Grad-Test)

  1. An kalten Tagen die maximale Vorlauftemperatur Ihres Kessels auf 55 °C stellen und wie gewohnt heizen; eine Nachtabsenkung vorübergehend ausschalten.
  2. Thermostatventile normal einstellen und beobachten, ob alle Räume auch an den kältesten Tagen warm werden.
  3. Bleiben einzelne Räume kühl, liegt es meist an zu kleinen Heizkörpern dort – genau diese Räume zeigt die Tabelle oben.
  4. Vor dem Umstieg: hydraulischer Abgleich durch den Fachbetrieb (voreinstellbare Thermostatventile), Heizkurve anpassen, Heizlast raumweise berechnen lassen.
Ergebnis ist eine Orientierung, keine Fachplanung. Die Werte sind unverbindliche Richtwerte und ersetzen keine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 bzw. Auslegung durch einen Fachbetrieb. Bitte lassen Sie Auswahl und Einbau von Ihrem Heizungsbauer prüfen.

So rechnen wir – Quellen

  1. Heizlast je Raum = Fläche × W/m² nach Baujahr (co2online), Raumtemperatur nach Raumart.
  2. Leistung der vorhandenen Flachheizkörper aus Typ, Höhe und Länge nach den Kermi-Datenblättern (Profil, EN 442) – als typischer Wert für Flachheizkörper; einzelne Modelle anderer Hersteller weichen einige Prozent ab. Bei anderen Heizkörpern (z. B. Gliederheizkörper) tragen Sie die Normleistung vom Typenschild ein (Exponent n = 1,3).
  3. Leistung bei Test-Vorlauf und Spreizung nach DIN EN 442; nötiger Vorlauf je Raum = niedrigste Vorlauftemperatur, bei der seine Heizkörper die Heizlast decken.