Heizung

Wärmepumpe bei Frost: Kaminofen als Zusatzwärme

Ein Kaminofen kann den Raum ergänzen, ersetzt aber weder die Wärmepumpe noch die fachliche Prüfung der Heizungsanlage.

Kaminofen als zusätzliche Wärmequelle neben einer Wärmepumpe
Symbolbild, KI-generiert

Kurz erklärt: Ein Kaminofen kann bei Frost als zusätzliche Wärmequelle im Raum dienen, in dem er steht. Er macht die Wärmepumpe jedoch nicht automatisch leistungsfähiger und ersetzt weder ihre fachliche Prüfung noch eine geplante Anlagenunterstützung. Laut Verbraucherzentrale gelten handbeschickte Einzelraumfeuerungsanlagen im GModG nicht als Heizungsanlage; andere Vorschriften bleiben zu beachten.

Ein Kaminofen kann bei Frost zusätzliche Wärme im Raum abgeben, in dem er steht. Ob er die Wärmepumpe technisch unterstützt oder in ein gemeinsames Heizsystem eingebunden ist, hängt von der konkreten Anlage ab.

Für das GModG unterscheidet die Verbraucherzentrale zwischen Heizungsanlagen und handbeschickten Einzelraumfeuerungsanlagen. Diese rechtliche Einordnung erklärt nicht, wie eine bestimmte Wärmepumpe bei Frost arbeitet.

Sicherheit geht vor

Heiße Ofenflächen und Glut können Verbrennungen verursachen; offenes Feuer birgt Brandgefahr. Elektrische Anschlüsse und heiße Teile der Heizungsanlage können ebenfalls gefährlich sein. Öffnen oder verändern Sie weder Wärmepumpe noch Heizkreis oder Ofen. Das übernimmt der Fachbetrieb.

Wie hilft ein Kaminofen der Wärmepumpe bei Frost?

Ein Kaminofen gibt seine Wärme im Raum ab, in dem er aufgestellt ist. So kann er dort die Wärmeversorgung ergänzen. Das ist etwas anderes, als die Wärmepumpe selbst leistungsfähiger zu machen oder sie technisch zu unterstützen.

Die Verbraucherzentrale beschreibt elektrische Wärmepumpen als Heizungsart, die die Anforderungen des GModG ohne besondere Zusatzanforderungen erfüllt. Diese Aussage betrifft das Gesetz. Sie sagt nicht voraus, wie sich ein bestimmtes Gerät bei Frost verhält oder wie viel Wärme es im konkreten Gebäude bereitstellt.

Die Wärmepumpe und der Ofen sollten daher getrennt betrachtet werden: Der Ofen kann eine zusätzliche Wärmequelle im Aufstellraum sein. Die Eignung und Einstellung der Wärmepumpe muss der Fachbetrieb anhand der vorhandenen Anlage beurteilen. Wenn Sie die Wärmepumpe planen oder erneuern, hilft der Ratgeber Wärmepumpe auswählen bei den grundlegenden Auswahlfragen.

Profi-Tipp

Klären Sie bei der Anlagenplanung, ob der Ofen als einzelne Wärmequelle für seinen Aufstellraum gedacht ist oder Teil eines geplanten Heizsystems sein soll. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil die Verbraucherzentrale Einzelraumfeuerungen und Wärmepumpen-Hybrid-Heizungen rechtlich unterschiedlich einordnet.

Kaminofen und Bauteil für den Frostschutz einer Wärmepumpe
Symbolbild, KI-generiert

Gilt ein Kaminofen als Heizungsanlage?

Laut Verbraucherzentrale gelten handbeschickte Einzelraumfeuerungsanlagen, offene Kamine und Badeöfen im GModG nicht als Heizungsanlage. Die allgemeinen Vorgaben für den Einbau einer Heizungsanlage und die dort genannten Brennstoffquoten gelten deshalb grundsätzlich nicht für diese Geräte. Andere Vorschriften bleiben laut Verbraucherzentrale zu beachten, darunter die 1. BImSchV sowie bau-, feuerungs- und immissionsschutzrechtliche Anforderungen.

Ob ein konkreter Kaminofen als handbeschickte Einzelraumfeuerungsanlage einzuordnen ist, sollte anhand des Geräts und der geltenden Anforderungen geklärt werden. Die rechtliche Einordnung beantwortet außerdem nicht, ob der Ofen technisch mit der Wärmepumpe gekoppelt werden kann.

HeizungsartEinordnung laut VerbraucherzentraleWas folgt daraus?
Elektrische WärmepumpeErfüllt die Anforderungen des GModG ohne besondere Zusatzanforderungen.Das ist eine gesetzliche Einordnung, keine Aussage zur Leistung bei Frost.
Handbeschickte EinzelraumfeuerungsanlageGilt im GModG nicht als Heizungsanlage.Weitere Vorschriften, darunter die 1. BImSchV, bleiben zu beachten.
Wärmepumpen-Hybrid-HeizungDie Wärmepumpe soll Wärme liefern und wird bei besonders hohem Bedarf durch ein weiteres System unterstützt.Eine Fachperson berechnet vorab, ob der vorgeschriebene Mindestanteil des jährlichen Wärmebedarfs durch die Wärmepumpe gedeckt wird.

„Ein Kaminofen macht aus einer Wärmepumpe nicht automatisch eine Hybridheizung.“

— insani24 Fachredaktion

Ist der Kaminofen eine Wärmepumpen-Hybridheizung?

Nicht allein deshalb, weil Wärmepumpe und Ofen im selben Gebäude stehen. Die Verbraucherzentrale beschreibt eine Wärmepumpen-Hybrid-Heizung als ein System, in dem die Wärmepumpe zunächst Wärme liefern soll und bei besonders hohem Bedarf ein weiteres Heizsystem unterstützt. Als Beispiel nennt sie einen Gaskessel.

Für eine solche Kombination muss die Wärmepumpe laut Verbraucherzentrale einen bestimmten Mindestanteil des Wärmebedarfs im Jahr liefern. Eine Fachperson berechnet vorab, ob die Anforderung erfüllt wird. Die Quelle nennt für diesen Mindestanteil hier keinen konkreten Zahlenwert; deshalb lässt sich aus der Bezeichnung Kaminofen allein keine Aussage über eine anerkannte Hybridlösung ableiten.

Wenn Sie Heizkörper und Wärmepumpe gemeinsam planen, kann auch die Auswahl der Wärmeübergabe relevant sein. Der Ratgeber Heizkörper für Wärmepumpe und Brennwertheizung auswählen behandelt diese Planung.

Was können Sie bei Frost selbst tun?

Die Verbraucherzentrale und die Bundesregierung beschreiben gesetzliche Anforderungen und Heizungsarten. Sie erteilen keine konkrete Freigabe für Eingriffe an einer bestimmten Wärmepumpe oder einem Kaminofen. Nehmen Sie deshalb keine Einstellungen, Umbauten oder Arbeiten am geöffneten Gerät vor. Das übernimmt der Fachbetrieb.

  • Wärmepumpe: Arbeiten am Gerät, an elektrischen Anschlüssen und an der Heizungsanlage übernimmt der Fachbetrieb.
  • Kaminofen: Änderungen oder Arbeiten am geöffneten Ofen und an Abgasführungen übernimmt der Fachbetrieb.
  • Zusammenspiel der Systeme: Die fachliche Prüfung umfasst die Frage, ob eine geplante Kopplung zur Anlage passt und welche rechtliche Einordnung gilt.

Wenn die Heizung bei Frost nicht so arbeitet, wie Sie es erwarten, lässt sich aus der Nutzung eines Ofens allein weder eine Störung noch deren Ursache ableiten. Die Bewertung der Wärmepumpe und der Heizungsanlage übernimmt der Fachbetrieb.

Wichtiger Hinweis

Setzen Sie einen Kaminofen nicht ohne fachliche Prüfung mit einer geplanten Wärmepumpen-Hybrid-Heizung gleich. Für die Hybridlösung nennt die Verbraucherzentrale eine Berechnung durch eine Fachperson; außerdem bleiben weitere Vorschriften für Feuerungsanlagen zu beachten.

Welche Produkte passen zum Thema Frost?

Im Sortiment finden sich Bauteile, deren Produktbezeichnungen ausdrücklich auf Wärmepumpen und Frostschutz verweisen. Die Bezeichnung allein sagt nicht, ob ein Teil zu Ihrer Anlage passt oder wie es eingebaut werden muss. Das prüft der Fachbetrieb anhand der konkreten Wärmepumpe.

AFRISO führt das AAV 102 als Frostschutzventil für Wärmepumpen:

Das Sortiment enthält außerdem das AFRISO AAV 302, ebenfalls als Frostschutzventil für Wärmepumpen bezeichnet:

Als Zubehör für Luftwärmepumpen ist der BOSCH CTHK 631 Elektroheizstab mit 2 kW und 230 V gelistet. Die Produktbezeichnung macht keine Aussage darüber, ob er für Ihre konkrete Anlage geeignet ist oder wie sie sich bei Frost verhält:

Diese Teile ersetzen keinen Kaminofen und sind keine pauschale Lösung für jede Wärmepumpe. Lassen Sie Auswahl, Einbau und Abstimmung auf die vorhandene Anlage durch den Fachbetrieb klären.

Wie sollten Sie Wärmepumpe und Kaminofen planen?

Die Bundesregierung beschreibt, dass die Vorgabe eines einheitlichen Anteils von mindestens 65 Prozent erneuerbarer Energien für die Wärmeversorgung entfällt und Eigentümerinnen und Eigentümer die Heizungsart wählen können. Die Verbraucherzentrale nennt für elektrische Wärmepumpen die Erfüllung der GModG-Anforderungen ohne besondere Zusatzanforderungen. Diese gesetzlichen Aussagen legen nicht fest, wie zwei Geräte in einem einzelnen Haus technisch zusammenarbeiten.

Für die Planung ist daher entscheidend, welche Aufgabe der Ofen erfüllen soll: zusätzliche Wärme im Aufstellraum oder ein Bestandteil einer fachlich geplanten Hybridlösung. Bei Letzterer muss die Fachperson laut Verbraucherzentrale vorab den jährlichen Mindestanteil der Wärmepumpe berechnen. Für die bestehende Heizungsanlage beurteilt der Fachbetrieb, welche Bauteile und Einstellungen dazu passen.

Ein Kaminofen kann die Wärmeversorgung bei Frost ergänzen, wenn er im betreffenden Raum Wärme abgibt. Ob er die Wärmepumpe entlastet, technisch mit ihr verbunden werden darf oder eine Hybridheizung bildet, lässt sich nicht allein aus dem Begriff Kaminofen ableiten. Halten Sie diese Fragen bei Planung und Prüfung getrennt.

Häufige Fragen

Kann ein Kaminofen die Wärmepumpe bei Frost ersetzen?

Nein, daraus lässt sich kein Ersatz für die Wärmepumpe ableiten. Die Verbraucherzentrale ordnet handbeschickte Einzelraumfeuerungsanlagen im GModG nicht als Heizungsanlage ein. Ob ein konkreter Ofen weitere Räume versorgt oder technisch in ein Heizsystem eingebunden ist, muss der Fachbetrieb anhand der Anlage beurteilen.

Erfüllt eine elektrische Wärmepumpe die Anforderungen des GModG?

Laut Verbraucherzentrale erfüllt eine elektrische Wärmepumpe die Anforderungen des GModG ohne besondere Zusatzanforderungen. Diese rechtliche Aussage macht keine Vorgabe dazu, wie ein bestimmtes Modell bei Frost arbeitet. Für die Beurteilung der konkreten Heizungsanlage ist der Fachbetrieb zuständig.

Gilt jeder Kaminofen im GModG als Einzelraumfeuerungsanlage?

Die Verbraucherzentrale nennt handbeschickte Einzelraumfeuerungsanlagen, offene Kamine und Badeöfen als Geräte, die im GModG nicht als Heizungsanlage gelten. Ob ein konkreter Kaminofen darunter fällt, sollte anhand des Geräts und der geltenden Anforderungen eingeordnet werden. Weitere Vorschriften bleiben zu beachten.

Darf ich die Wärmepumpe bei Frost selbst einstellen?

Nehmen Sie keine Einstellungen, Umbauten oder Arbeiten am geöffneten Gerät vor. Die genannten gesetzlichen Informationen erlauben keine konkreten Eingriffe an Ihrer Wärmepumpe. Arbeiten am Gerät, an elektrischen Anschlüssen und an der Heizungsanlage übernimmt der Fachbetrieb.

Welche Produkte kommen bei Frost an der Wärmepumpe infrage?

Im Sortiment sind das AFRISO AAV 102 und AAV 302 als Frostschutzventile für Wärmepumpen bezeichnet. Für Luftwärmepumpen ist außerdem der BOSCH CTHK 631 Elektroheizstab mit 2 kW und 230 V gelistet. Ob eines der Teile zu Ihrer Anlage passt, prüft der Fachbetrieb.

Quellen