Heizung

Heizung tauschen: So läuft der Austausch ab

Erfahren Sie, welche Planungsschritte zum Heizungstausch gehören und welche Arbeiten der Fachbetrieb übernimmt.

Heizungsanlage mit Wärmeerzeuger und angeschlossenen Heizungsrohren
Symbolbild, KI-generiert

Kurz erklärt: Beim Heizungstausch erfasst der Fachbetrieb zuerst Heizkörper, Rohrleitungen und vorhandene Anlagentechnik. Danach folgen die Heizlastberechnung, die Ermittlung der erforderlichen Wassermengen und die Einstellungen von Ventilen, Pumpe und Heizkurve. Eine Funktionsprüfung mit Dokumentation schließt den beschriebenen hydraulischen Abgleich ab. Arbeiten an der Heizung bleiben Fachbetrieben vorbehalten.

Ein Heizungstausch beginnt mit der Bestandsaufnahme und der Frage, wie Wärme im Gebäude verteilt wird. Dazu gehört die Planung der neuen Anlage und, laut Verbraucherzentrale, ein hydraulischer Abgleich.

Sicherheit geht vor

Heizungswasser und Anlagenteile können heiß sein; im Heizkreis kann Druck stehen. Beim Öffnen oder Entleeren drohen Verbrühungen und Wasseraustritt. Arbeiten an der Heizungsanlage und am geöffneten Gerät übernimmt der Fachbetrieb. Bei Gasgeruch betätigen Sie keine Schalter, öffnen Sie die Fenster, verlassen Sie das Haus und rufen Sie von draußen den Notdienst des Gasversorgers an.

Wie läuft der Austausch einer Heizung ab?

Der Austausch umfasst mehr als den Wechsel des Wärmeerzeugers. Ein konkreter Planungsteil ist der hydraulische Abgleich: Dabei werden Wärmebedarf und Wärmeverteilung aufeinander abgestimmt. Die Verbraucherzentrale beschreibt dafür einen Ablauf, den der Fachbetrieb bei der Planung berücksichtigen kann.

  1. Bestand aufnehmen: Heizkörper, Rohrleitungen und vorhandene Anlagentechnik werden erfasst.
  2. Heizlast berechnen: Der Wärmebedarf wird je Raum ermittelt. Verfahren A arbeitet mit Pauschalwerten, Verfahren B mit einer detaillierten Raumanalyse.
  3. Wassermengen berechnen: Für jeden Heizkörper wird bestimmt, wie viel warmes Wasser für die gewünschte Raumtemperatur fließen soll.
  4. Anlage einstellen: Vorhandene Thermostatventile werden voreingestellt oder passende selbstregulierende Ventile eingebaut. Außerdem werden Heizungspumpe und Heizkurve angepasst.
  5. Funktion prüfen und dokumentieren: Am Ende werden die Funktion kontrolliert und die Einstellwerte dokumentiert.
SchrittWas wird erfasst oder eingestellt?
BestandsaufnahmeHeizkörper, Rohrleitungen und Anlagentechnik
BerechnungHeizlast je Raum und Wassermenge je Heizkörper
Einstellung und AbschlussVentile, Pumpe, Heizkurve, Funktionsprüfung und Dokumentation

Eine Übersicht zu weiteren Bauteilen und Planungspunkten finden Sie unter Heizung erneuern: Komponenten und Planung im Überblick.

Profi-Tipp

Bei älteren Heizungsanlagen kann sich ein hydraulischer Abgleich laut Verbraucherzentrale schon vor dem geplanten Heizungstausch lohnen. So lässt sich die vorhandene Wärmeverteilung in die Planung einbeziehen.

„Wärmeerzeuger und Wärmeverteilung sollten gemeinsam betrachtet werden.“

— insani24 Fachredaktion
Heizungsventile und Umwälzpumpe als Bestandteile der Wärmeverteilung
Symbolbild, KI-generiert

Was muss vor dem Heizungstausch geprüft werden?

Die passende Heizung hängt auch davon ab, wie das Gebäude genutzt und versorgt wird. Das GModG betrachtet laut Verbraucherzentrale unter anderem Raumheizung und Kühlung, Warmwasser, Lüftungsanlagen sowie den Strombedarf von Geräten wie Heizungspumpen, Heizkesseln und Reglern. Anforderungen betreffen zudem den Luftaustausch, Wärmebrücken und den sommerlichen Hitzeschutz.

Bei einem Bestandsgebäude ist der Wärmebedarf nicht zwangsläufig unverändert: Eine Dämmung von Fassade oder Dach, neue Fenster sowie ausgetauschte oder zusätzliche Heizkörper verändern ihn. Nach solchen Arbeiten muss der hydraulische Abgleich angepasst werden. Welche Heizsysteme und Auswahlkriterien infrage kommen, behandelt auch der Ratgeber Heizung kaufen: Systeme und Auswahlkriterien.

Die Verbraucherzentrale nennt als mögliche Systeme unter anderem Wärmepumpen, Brennwertkessel, Hybridheizungen, Solarthermie mit Heizungsunterstützung und Fernwärme mit eigener Wärmeverteilung. Die Gebäudesituation und die Wärmeverteilung gehören deshalb in die gemeinsame Planung.

Warum gehört der hydraulische Abgleich zum Heizungstausch?

Beim hydraulischen Abgleich wird die Wärmeverteilung so eingestellt, dass die einzelnen Heizkörper die berechnete Wassermenge erhalten. Laut Verbraucherzentrale ist das bei einem Wechsel des Heizanlagentyps wichtig. Auch nach einer Fassaden- oder Dachdämmung, einem Fenstertausch sowie einem Heizkörperaustausch oder einer Erweiterung sollte der Abgleich angepasst werden.

Bei Luft-Wärmepumpen kann ein fehlerhafter Abgleich die Effizienz erheblich verschlechtern. Gas- und Ölbrennwertkessel arbeiten nur bei niedrigen Rücklauftemperaturen optimal; ohne Abgleich können ihre Effizienzvorteile laut Verbraucherzentrale oft verloren gehen. Der Abgleich ist außerdem bei Hybridheizungen und Solarthermie mit Heizungsunterstützung wichtig.

In Mehrfamilienhäusern mit mindestens sechs Wohneinheiten ist der hydraulische Abgleich laut Verbraucherzentrale Pflicht. Bei Fußbodenheizungen, Wandheizungen oder gemischten Systemen ist er komplexer. Den Ablauf beim Kesseltausch erläutert auch Hydraulischer Abgleich beim Kesseltausch: Ablauf und Vorteile.

Welche Arbeiten darf ich selbst übernehmen?

Der beschriebene technische Ablauf umfasst Bestandsaufnahme, Heizlastberechnung, Einstellung der Ventile, Anpassung der Pumpe und Heizkurve sowie Funktionsprüfung und Dokumentation. Diese Arbeiten übernimmt der Fachbetrieb. Für Betreiber ist darin kein Eingriff in die Heizungsanlage zur eigenständigen Ausführung beschrieben.

Öffnen Sie das Heizgerät nicht und lösen Sie keine Anschlüsse oder Bauteile im Heizkreis. Sie können mit dem Fachbetrieb besprechen, welche Anforderungen an die Wärmeversorgung bestehen und welche Änderungen am Gebäude bei der Planung berücksichtigt werden sollen.

Welche Komponenten kommen beim Heizungstausch infrage?

Je nach Anlagenkonzept können Regelung, Absperrventile und weitere Heizungsbauteile eine Rolle spielen. Die Auswahl und der Einbau müssen zur geplanten Anlage passen. Ein Beispiel für eine witterungsgeführte Mehrkreisregelung ist die Vaillant Heizungsregelung calorMATIC 630/3.

Als Heizungsbauteil ist außerdem der Heimeier Heizungs-Kugelhahn Globo H mit DN 25 und 1 Zoll im Sortiment aufgeführt. Ob ein bestimmtes Ventil zum geplanten Austausch passt, klärt der Fachbetrieb anhand der Anlage.

Für Heizungsanlagen wird auch eine Enthärter-Station angeboten: die BWT Heizungs-Enthärter-Station AQA therm HES ohne Cartridge. Ob sie für das konkrete System vorgesehen ist, gehört zur technischen Planung.

Was gilt beim Heizungstausch nach dem GModG?

Das GModG gilt laut Verbraucherzentrale seit dem 29. Juli 2026 für fast alle Gebäude, die beheizt oder klimatisiert werden. Für bestehende Gebäude nennt der Ratgeber unter anderem Pflichten zur Dämmung von Heizungs- und Warmwasserrohren in unbeheizten Bereichen. Außerdem beschreibt er Anforderungen, die bei bestimmten Modernisierungen gelten.

Wichtiger Hinweis

Der GModG-Ratgeber der Verbraucherzentrale beschreibt den Stand ab dem 29. Juli 2026 und weist auf beschlossene Änderungen hin, die 2027 in Kraft treten sollen. Für nach Inkrafttreten des Gesetzes eingebaute Öl- oder Gasheizungen nennt er ab 2029 einen Mindestanteil erneuerbarer Energie. Beziehen Sie den jeweils geltenden Stand in die Planung ein: GModG: Was steht im Gebäudemodernisierungsgesetz?

Den praktischen Ablauf und die Bedeutung des hydraulischen Abgleichs beschreibt die Verbraucherzentrale im Ratgeber zum hydraulischen Abgleich.

Häufige Fragen

Was passiert beim Heizungstausch zuerst?

Zuerst wird die vorhandene Anlage aufgenommen. Dazu gehören laut Verbraucherzentrale Heizkörper, Rohrleitungen und die bestehende Anlagentechnik. Danach kann der Fachbetrieb die Heizlast je Raum berechnen, die nötigen Wassermengen bestimmen und Ventile, Pumpe sowie Heizkurve einstellen. Eine Funktionsprüfung und Dokumentation schließen den beschriebenen Abgleich ab.

Muss beim Heizungstausch ein hydraulischer Abgleich erfolgen?

Die Verbraucherzentrale beschreibt den hydraulischen Abgleich als wichtig beim Wechsel des Heizanlagentyps. Auch Änderungen wie Dämmung, Fenstertausch oder Heizkörpertausch können eine Anpassung nötig machen. Für Mehrfamilienhäuser im Bestand mit mindestens sechs Wohneinheiten nennt der Ratgeber den Abgleich als Pflicht.

Kann sich ein hydraulischer Abgleich vor dem Heizungstausch lohnen?

Ja. Laut Verbraucherzentrale kann sich der Abgleich bei älteren Heizungsanlagen manchmal bereits vor einem geplanten Heizungstausch lohnen. Er berücksichtigt die vorhandene Wärmeverteilung. Nach dem Wechsel des Heizanlagentyps sollte der Abgleich angepasst werden, damit die Einstellungen zur neuen Anlage passen.

Welche Arbeiten kann ich beim Heizungstausch selbst erledigen?

Der technische Ablauf umfasst Arbeiten an Heizkörpern, Ventilen, Pumpe und Heizkurve sowie eine Funktionsprüfung. Diese Schritte übernimmt der Fachbetrieb. Öffnen Sie das Heizgerät nicht und lösen Sie keine Anschlüsse oder Bauteile im Heizkreis. Besprechen Sie die Anforderungen an die Wärmeversorgung mit dem Fachbetrieb.

Warum muss die Heizung zum Gebäude passen?

Das GModG bezieht neben der Raumheizung auch Warmwasser, Lüftung und den Strombedarf der Anlagentechnik in die Betrachtung ein. Außerdem können Dämmung, neue Fenster und Änderungen an Heizkörpern den Wärmebedarf verändern. Deshalb sollte die Planung die Gebäudehülle und die Wärmeverteilung berücksichtigen.

Quellen