Heizung

Heizung erneuern: Komponenten und Planung im Überblick

Diese Bauteile, gesetzlichen Vorgaben und Wartungsaufgaben gehören in die Planung einer neuen Heizungsanlage.

Heizungsanlage mit Wärmeerzeuger, Regelung und Leitungen
Symbolbild, KI-generiert

Kurz erklärt: Beim Erneuern einer Heizungsanlage planen Sie Wärmeerzeuger, Regelung, Absperrarmaturen, mögliche Wasserbehandlung und Speicher zusammen. Das GModG nennt unterschiedliche Vorgaben für Wärmepumpen, Hybridanlagen, Pellet-, Öl- und Gasheizungen sowie Stromdirektheizungen. Lassen Sie die Anlage fachlich auslegen und jährlich durch einen Fachbetrieb warten; Eigentümer organisieren Wartungstermine.

Wenn Sie die Heizung erneuern, planen Sie Wärmeerzeuger, Wärmeverteilung und Regelung zusammen. Welche Vorgaben gelten, hängt auch davon ab, ob Sie selbst in einem Ein- oder Zweifamilienhaus wohnen oder eine größere beziehungsweise vermietete Immobilie planen.

Sicherheit geht vor

Heizungswasser kann heiß sein und unter Druck stehen. Arbeiten an Gas, Abgas, Elektrik, Trinkwasser-Installation und am geöffneten Gerät übernimmt immer ein Fachbetrieb. Riecht es nach Gas, betätigen Sie keine Schalter, öffnen Sie die Fenster, verlassen Sie das Haus und rufen Sie von draußen den Notdienst des Gasversorgers an.

Welche Heizungskomponenten gehören auf die Planungsliste?

Ordnen Sie die Planung nach Bauteilgruppen: Wärmeerzeuger, Regelung, Absperrarmaturen und mögliche Ergänzungen wie eine Wasserbehandlungsstation oder ein Heizungspufferspeicher. So können Sie die Einzelteile gemeinsam mit der Anlagenplanung besprechen, statt nur den Wärmeerzeuger zu betrachten.

Bei der Regelung ist zum Beispiel ein witterungsgeführter Mehrkreisregler eine konkrete Bauteilart. Die Bezeichnung calorMATIC 630/3 beschreibt genau diese Merkmale; ob das Gerät zur vorgesehenen Anlagenkonfiguration passt, gehört in die Planung.

Für Leitungen können Heizungs-Kugelhähne Teil der Komponentenliste sein. Ein Beispiel ist ein Globo H mit DN 40 und 1 1/2 Zoll; eine weitere Ausführung wird mit Entleerung angeboten. Halten Sie die vorgesehene Ausführung und Anschlussgröße im Plan fest.

Eine weitere Bauteilgruppe ist die Wasserbehandlung. Die Produktbezeichnung AQA therm HES nennt eine Heizungs-Enthärter-Station, die angebotene Ausführung wird ohne Cartridge geführt. Klären Sie im Anlagenkonzept, ob und in welcher Ausführung eine solche Station vorgesehen ist.

Als Speicherkomponente ist ein Heizungspufferspeicher gelistet. Die Bezeichnung NIBE UKV 100 benennt das Modell; welche Speicherlösung in die Anlage gehört, wird im konkreten Anlagenplan festgelegt.

Eine systematische Auswahl der Wärmeerzeuger finden Sie im Ratgeber Heizung kaufen: Systeme und Auswahlkriterien. Für die Wärmeverteilung behandelt der Beitrag Heizkörper und Zubehör für Neubau und Sanierung passende Fragen.

Komponenten einer Heizungsanlage mit Regelung, Kugelhahn, Speicher und Wasserbehandlung
Symbolbild, KI-generiert

Welche Vorgaben nennt das GModG für neue Heizungen?

Das Gebäudemodernisierungsgesetz gilt laut Verbraucherzentrale seit dem 29. Juli 2026 und hat im Sommer 2026 das Gebäudeenergie-Gesetz abgelöst. Die genannten Anforderungen unterscheiden sich nach Heizungsart und Gebäudesituation. Die folgende Übersicht fasst die im Ratgeber beschriebenen Punkte zusammen.

HeizungsartWas die Vorgabe besagt
Elektrische WärmepumpeDie Anforderungen des GModG sind mit einer elektrischen Wärmepumpe automatisch erfüllt.
Wärmepumpen-HybridheizungDie Wärmepumpe muss einen bestimmten Mindestanteil des jährlichen Wärmebedarfs liefern. Eine Fachperson berechnet die Erfüllung vorab.
Neue Öl- oder GasheizungWird sie nach Inkrafttreten des Gesetzes eingebaut, muss sie ab 2029 mit einem Mindestanteil erneuerbarer Energie betrieben werden.
Pellet-HeizungVerwendet werden dürfen Holz oder Holzprodukte, die als nachhaltig zertifiziert sind. Die Quelle verweist dazu auf die 1. BImSchV und eine EU-Richtlinie.
Stromdirekt-HeizungIn selbst bewohnten Ein- und Zweifamilienhäusern ist der Einbau ohne Einschränkung erlaubt. In größeren oder vermieteten Gebäuden nennt die Quelle eine erforderliche energetische Qualität der Außenbauteile durch Dämmung und gute Fenster.

Die Einzelheiten zu den Systemen und Gebäudefällen beschreibt die Verbraucherzentrale zum Gebäudemodernisierungsgesetz. Für eine Wärmepumpen-Hybridheizung ist der Mindestanteil in der Quelle nicht als feste Zahl angegeben; die Berechnung erfolgt für das konkrete Vorhaben.

Wichtiger Hinweis

Für neu eingebaute Öl- oder Gasheizungen nennt das GModG ab 2029 einen Mindestanteil erneuerbarer Energie. Planen Sie nicht mit einer selbst angenommenen Quote, sondern lassen Sie die für Ihr Vorhaben geltende Anforderung klären.

Welche Teile der bestehenden Heizungsanlage sollten Sie prüfen lassen?

Die Verbraucherzentrale empfiehlt eine jährliche Wartung der Heizungsanlage durch einen Fachbetrieb. Dabei werden laut Checkliste die Funktionen aller Bestandteile kontrolliert, Verschmutzungen entfernt, Einstellungen und Regelung überprüft sowie Verschleißteile ausgetauscht. Diese Punkte geben einen konkreten Überblick über den Zustand der Anlage.

Lassen Sie bei der Inspektion außerdem Heizkörper sowie Wasser- und Abwasserleitungen auf Verkalkungen kontrollieren und die Armaturen prüfen. Die Checkliste nennt auch die regelmäßige Überprüfung und Wartung der Trinkwasser-Installation, zum Beispiel von Wasserfiltern oder Enthärtern, aus hygienischen Gründen.

Profi-Tipp

Nutzen Sie die jährliche Wartung, um den Zustand der Komponenten, Verschmutzungen, Einstellungen und Regelung systematisch kontrollieren zu lassen. Diese Prüfpunkte nennt die Verbraucherzentrale ausdrücklich für die Wartung von Heizungs- und Warmwasseranlagen.

Wenn Sie die Heizung zugleich energetisch modernisieren, finden Sie weitere Planungsthemen im Beitrag Energetisch sanieren: Heizung und Warmwasser planen.

Wie planen Sie den Austausch der Heizungsanlage?

Beginnen Sie mit den Angaben, die die gesetzlichen Vorgaben beeinflussen: Gebäudetyp, Anzahl der Wohnungen und die Frage, ob Eigentümer selbst im Ein- oder Zweifamilienhaus wohnen. Danach ordnen Sie das gewünschte System ein, etwa elektrische Wärmepumpe, Hybridanlage, Pellet-, Öl- oder Gasheizung oder Stromdirekt-Heizung.

Erstellen Sie anschließend eine Komponentenliste. Führen Sie Wärmeerzeuger, Regelung, Absperrarmaturen und mögliche Ergänzungen wie Speicher oder Wasserbehandlung getrennt auf. Ergänzen Sie bei einer Hybridanlage die vorab nötige Berechnung des jährlichen Wärmeanteils der Wärmepumpe.

Planen Sie auch den Blick auf die bestehende Wärmeverteilung ein. Die Checkliste nennt Heizkörper, Armaturen sowie Wasser- und Abwasserleitungen als Teile, die bei Inspektionen kontrolliert werden sollen. Für die Auswahl von Heizkörpern bietet der Ratgeber Heizkörper und Zubehör für Neubau und Sanierung eine thematische Ergänzung.

„Planen Sie Wärmeerzeuger, Regelung und weitere Komponenten als zusammenhängende Heizungsanlage.“

— insani24 Fachredaktion

Was können Eigentümer selbst planen und was übernimmt der Fachbetrieb?

Als Eigentümer müssen Sie sich laut Verbraucherzentrale selbst um anstehende Inspektionstermine bemühen. Sie können sich von Fachleuten beraten lassen und eine individuelle Wartungsplanung erstellen. Die regelmäßige jährliche Wartung der Heizungsanlage übernimmt ein Fachbetrieb.

Die Checkliste erlaubt allgemeine eigene Inspektionen im Haus oder in der Wohnung, nennt für die Heizungsanlage aber ausdrücklich die Wartung durch einen Fachbetrieb. Sie beschreibt keine eigenständigen Arbeiten an der Heizungsanlage. Technische Arbeiten an den im Sicherheitsblock genannten Bereichen bleiben daher Aufgabe des Fachbetriebs.

Zusätzlicher Rat

Für Gebäude mit mindestens sechs Wohnungen schreibt das GModG laut Verbraucherzentrale vor, dass die meisten laufenden Heizungen mit normalem, wasserversorgtem Heizkörpernetz durch eine Fachperson überprüft und optimal eingestellt werden. Ausgenommen sind Heizungen, die durch externe Dienstleister betrieben werden.

Häufige Fragen

Welche Komponenten gehören zu einer Heizungsanlage?

Für die Planung sollten Sie Wärmeerzeuger, Regelung und Absperrarmaturen einzeln aufführen. Als Ergänzungen kommen je nach Anlagenkonzept eine Wasserbehandlungsstation oder ein Heizungspufferspeicher in Betracht. Die konkrete Auswahl und Ausführung wird für das jeweilige Gebäude geplant.

Welche Heizungsart erfüllt die GModG-Anforderungen automatisch?

Laut Verbraucherzentrale sind die Anforderungen des GModG mit einer elektrischen Wärmepumpe automatisch erfüllt. Für andere Heizungsarten nennt die Quelle eigene Bedingungen, etwa eine Vorabberechnung bei einer Wärmepumpen-Hybridheizung oder zertifizierte Holzprodukte bei Pellet-Heizungen.

Was gilt ab 2029 für neue Öl- und Gasheizungen?

Wird eine Öl- oder Gasheizung nach Inkrafttreten des GModG eingebaut, muss sie laut Verbraucherzentrale ab 2029 mit einem Mindestanteil erneuerbarer Energie betrieben werden. Die hier beschriebene Vorgabe nennt keine konkrete Quote. Lassen Sie die Anforderung für das Vorhaben klären.

Wie oft sollte eine Heizungsanlage gewartet werden?

Die Verbraucherzentrale empfiehlt eine jährliche Wartung durch einen Fachbetrieb. Dabei werden die Funktionen der Bestandteile kontrolliert, Verschmutzungen entfernt, Einstellungen und Regelung überprüft und Verschleißteile ausgetauscht. Heizkörper, Armaturen sowie Wasser- und Abwasserleitungen sollen ebenfalls betrachtet werden.

Welche Aufgaben können Eigentümer selbst übernehmen?

Eigentümer sollen anstehende Inspektionstermine selbst im Blick behalten und können mit Fachleuten eine individuelle Wartungsplanung erstellen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt die jährliche Heizungswartung durch einen Fachbetrieb. Die Checkliste benennt keine Arbeiten, die Betreiber selbst an der Heizungsanlage ausführen sollen.

Quellen