Heizung

Brauchwasserwärmepumpe: Warmwasser effizient bereiten

Erfahren Sie, wann eine separate Warmwasser-Wärmepumpe passt und wie Sie Wärmeverluste begrenzen.

Brauchwasserwärmepumpe mit integriertem Warmwasserspeicher in einem Technikraum
Symbolbild, KI-generiert

Kurz erklärt: Eine Brauchwasserwärmepumpe bereitet ausschließlich Warmwasser und kann eine bestehende Heizung ergänzen. Sie nutzt meist Raumluft als Wärmequelle und erwärmt Trinkwasser im integrierten Speicher. Gute Dämmung, kurze Leitungswege und bedarfsgerechte Nutzung senken Wärmeverluste. Die Speichergröße beeinflusst Komfort und Effizienz; für Hygiene ist laut Verbraucherzentrale ein Legionellenschutz bei mindestens 60 Grad Celsius wichtig.

Eine Brauchwasserwärmepumpe bereitet Warmwasser unabhängig von der Raumheizung und kann eine bestehende Heizungsanlage ergänzen. Ob sie zu Ihrem Haus passt, hängt davon ab, wie Warmwasser bisher erzeugt wird und ob Sie die Heizung dafür ganzjährig nutzen möchten.

Sicherheit geht vor

Zu niedrige Speichertemperaturen können den Legionellenschutz beeinträchtigen. Die Verbraucherzentrale nennt für den Legionellenschutz mindestens 60 Grad Celsius als wichtig; die hohen Temperaturen senken zugleich die Effizienz. Arbeiten an Trinkwasser- und Stromanschlüssen sowie Eingriffe in ein geöffnetes Gerät übernimmt der Fachbetrieb.

Was macht eine Brauchwasserwärmepumpe?

Eine Brauchwasserwärmepumpe, auch Warmwasser-Wärmepumpe genannt, erzeugt ausschließlich Warmwasser. Sie arbeitet wie eine kleine Luft-Wasser-Wärmepumpe, steht in der Regel im Keller und nutzt Raumluft als Wärmequelle. Die Wärme wird auf das Trinkwasser in einem integrierten Speicher übertragen. Abgekühlte Luft kann zurück in den Raum oder nach draußen geleitet werden.

Eine Heizungswärmepumpe mit Warmwasserspeicher kann dagegen Raumheizung und Warmwasser gemeinsam übernehmen. Dabei bleiben Heizungswasser und Trinkwasser getrennt. In einem Kombispeicher überträgt ein Wärmetauscher die Wärme auf das Trinkwasser. Diese Lösung spart Platz und die Steuerung regelt beide Funktionen. Ein Nachteil: Fällt die kombinierte Anlage aus, gibt es laut Verbraucherzentrale auch kein Warmwasser.

LösungWann sie passen kannBesonderheit
BrauchwasserwärmepumpeWenn eine bestehende Heizung ergänzt werden soll oder die Heizung nicht ganzjährig Warmwasser bereiten sollErzeugt nur Warmwasser und nutzt meist Raumluft
Heizungswärmepumpe mit SpeicherWenn ein System Raumwärme und Warmwasser bereitstellen sollBeide Aufgaben sind in einer Anlage zusammengeführt
Frischwasserstation oder DurchlauferhitzerBei langen Leitungswegen in Mehrfamilienhäusern oder hohen HygieneanforderungenDezentrale Lösungen bereiten Warmwasser ohne eigenen Speicher

Welche Warmwasserlösung zu einem Haushalt passt, hängt von der individuellen Situation ab. Einen Überblick über weitere Systeme bietet der Ratgeber Warmwasserbereitung: Systeme und Einsatzbereiche.

Wann passt die Brauchwasserwärmepumpe zur Heizung?

Eine Brauchwasserwärmepumpe kommt infrage, wenn Sie Ihre vorhandene Heizung nicht für die ganzjährige Warmwasserbereitung nutzen möchten. Häufig wird sie mit einem bestehenden Gas- oder Ölkessel kombiniert. Auch eine Kombination mit einer Wärmepumpe für die Raumheizung ist möglich.

Welche Einsatzbereiche und Voraussetzungen für eine Warmwasser-Wärmepumpe gelten, erfahren Sie im Beitrag Warmwasser-Wärmepumpe: Einsatz und Voraussetzungen.

Wer zusätzlich Räume kühlen möchte, findet im Ratgeber zur Wärmepumpe mit Kühlfunktion Hinweise zu Vorteilen und Planung.

Wenn Sie eine neue Wärmepumpenheizung planen, ist ein gemeinsames System mit integriertem Speicher eine häufige Lösung. Die Komponenten sind aufeinander abgestimmt und die Steuerung übernimmt beide Aufgaben. Eine separate Brauchwasserwärmepumpe ist dagegen ein eigenständiges Gerät für Warmwasser. Beim Vergleich sollten Sie deshalb berücksichtigen, welche Aufgabe Ihre vorhandene oder geplante Heizung bereits übernimmt. Hinweise zur Auswahl gibt der Ratgeber Wärmepumpe auswählen: Darauf sollten Sie achten.

Bei sehr langen Leitungen in einem Mehrfamilienhaus können dezentrale Frischwasserstationen oder Durchlauferhitzer eine Alternative sein. Die Verbraucherzentrale nennt diese Lösungen auch bei hohen Hygieneanforderungen als mögliche Optionen, weil sie Warmwasser ohne Speicher bereitstellen.

Wie wird die Warmwasserbereitung effizienter?

Warmwasser macht laut Verbraucherzentrale etwa 10 bis 30 Prozent des gesamten Heizenergiebedarfs aus. Die Warmwasserbereitung ist oft weniger effizient als das Heizen, weil dafür höhere Temperaturen nötig sind. Gute Dämmung und kurze Wege begrenzen Wärmeverluste, die auch dann entstehen können, wenn gerade niemand Warmwasser nutzt.

  • Achten Sie auf eine gute Speicherdämmung. Moderne Speicher haben laut Verbraucherzentrale 10 bis 15 Zentimeter Dämmung.
  • Lassen Sie auch Speicheranschlüsse und Rohrleitungen dämmen.
  • Planen Sie den Speicher in einem beheizten Bereich und möglichst zentral, damit die Leitungswege kurz bleiben.
  • Vermeiden Sie lange Warmwasserleitungen und setzen Sie Zirkulationsleitungen nur ein, wenn sie wirklich nötig sind.
  • Nutzen Sie Warmwasser bedarfsgerecht, lassen Sie es nicht unnötig laufen und verwenden Sie sparsame Armaturen.

Profi-Tipp

Prüfen Sie bei der Planung zuerst den Speicherstandort und den Leitungsweg. Ein zentraler Platz in einem beheizten Bereich und kurze Warmwasserleitungen helfen, Speicher- und Leitungsverluste zu begrenzen.

„Bei der Warmwasserbereitung müssen Wärmeerzeuger, Speicher und Leitungsweg zusammenpassen.“

— insani24 Fachredaktion

Welche Speichertemperatur und Größe sind wichtig?

Die richtige Speichergröße ist entscheidend für Komfort und Effizienz. Eine pauschale Speichergröße passt nicht zu jeder Anlage, denn die passende Lösung hängt von der individuellen Situation ab. Die Verbraucherzentrale nennt für den Legionellenschutz mindestens 60 Grad Celsius als wichtig. Hohe Temperaturen senken allerdings die Effizienz der Warmwasserbereitung.

Weitere Informationen zu Größe, Funktion und Anschluss finden Sie im Ratgeber Warmwasserspeicher.

Wichtiger Hinweis

Bei Speichern über 400 Litern oder in gewerblichen Anlagen gelten strengere Vorgaben. Laut Verbraucherzentrale sind dort regelmäßige Legionellenprüfungen durch Labore vorgeschrieben, wie es die Trinkwasserverordnung festlegt.

Speichergröße, Temperatur und Hygieneschutz sollten gemeinsam geplant werden. Eine Brauchwasserwärmepumpe arbeitet nicht automatisch effizienter als jede andere Lösung. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass die höheren Temperaturen für Warmwasser die Effizienz gegenüber dem Heizen senken. Entscheidend sind deshalb die passende Anlagenlösung und die Begrenzung von Wärmeverlusten.

Was dürfen Sie selbst tun?

Als Betreiber können Sie Warmwasser bedarfsgerecht nutzen und unnötigen Durchfluss vermeiden. Die Verbraucherzentrale empfiehlt außerdem Sparduschköpfe und sparsame Armaturen, um den Warmwasserbedarf zu senken.

Welche Arbeiten beim Einbau einer Wärmepumpe mit PV und Warmwasser Fachbetrieben vorbehalten sind, erfahren Sie im Ratgeber zum Wärmepumpeneinbau.

Montage und Anschluss der Wärmepumpe, Arbeiten an der Trinkwasser-Installation oder am Stromanschluss sowie Eingriffe in das geöffnete Gerät übernimmt der Fachbetrieb. Lassen Sie auch die Speichergröße und die Einbindung in die bestehende Heizung fachgerecht planen.

Welche Komponenten kommen für die Anlage infrage?

Je nach Speicher und Anlagenaufbau können ergänzende Armaturen und Sensoren eine Rolle spielen. Bei den folgenden Sicherheitsarmaturen gilt: Einbau nur durch autorisierte Fachhandwerker.

Eine Boiler-Sicherheitsgruppe DN 15 ist für geschlossene Trinkwarmwasseranlagen vorgesehen.

Das Membran-Sicherheitsventil DN 20 mit 6 bar ist für druckfeste Warmwasserbereiter beschrieben.

Ein Speicherfühler ist ein Bauteil für Warmwasserspeicher. Welche Ausführung zum jeweiligen Speicher passt, muss anhand der Anlage geprüft werden.

Die Produktbezeichnungen beschreiben unterschiedliche Einsatzbereiche. Ob eine Komponente zum konkreten Gerät passt, klärt der Fachbetrieb bei der Planung und Montage.

Was ist bei Aufstellung und Luftführung zu beachten?

Ein Anwendungsfall entsteht, wenn die zentrale Heizungsanlage nicht das ganze Jahr für Warmwasser laufen soll. Die Verbraucherzentrale nennt die Brauchwasser-Wärmepumpe dafür als Option. Damit lassen sich Raumheizung und Warmwasserbereitung zeitlich trennen: Die Heizungsanlage muss außerhalb der Heizperiode nicht allein für die Warmwasserbereitung genutzt werden.

Die Verbraucherzentrale nennt bestehende Gas- oder Ölheizungen sowie eine Wärmepumpe zum Heizen als mögliche Kombinationspartner. Damit reicht der Einsatz von einer ergänzenden Lösung für einen bestehenden Heizkessel bis zur getrennten Warmwasserbereitung neben einer Heizungswärmepumpe. So kann die Warmwasserbereitung eigenständig organisiert werden, während die vorhandene Anlage die Räume heizt.

Die Brauchwasser-Wärmepumpe steht laut Verbraucherzentrale in der Regel im Keller und nutzt die Raumluft als Wärmequelle. Nach dem Wärmeentzug kann sie die abgekühlte Luft in den Raum zurückführen oder nach draußen leiten. Bei der Standortplanung sollten Sie daher Gerät und Luftweg gemeinsam betrachten: Die gewählte Variante bestimmt, ob die abgekühlte Luft im Aufstellraum verbleibt oder ins Freie geführt wird.

Häufige Fragen

Was ist eine Brauchwasserwärmepumpe?

Eine Brauchwasserwärmepumpe erzeugt nur Warmwasser. Sie nutzt meist Raumluft als Wärmequelle und überträgt Wärme auf Trinkwasser im integrierten Speicher. Eine Heizungswärmepumpe mit Warmwasserspeicher kann dagegen Raumheizung und Warmwasser gemeinsam übernehmen; laut Verbraucherzentrale ist das die häufigste Wärmepumpenlösung.

Wie lässt sich die Energieeffizienz der Warmwasserbereitung verbessern?

Begrenzen Sie Wärmeverluste: Die Verbraucherzentrale empfiehlt gut gedämmte Speicher, gedämmte Anschlüsse und Rohrleitungen, kurze Wege und Zirkulationsleitungen nur bei Bedarf. Nutzen Sie Warmwasser bedarfsgerecht und lassen Sie es nicht unnötig laufen. Sparduschköpfe und sparsame Armaturen können den Warmwasserbedarf senken.

Welche Temperatur ist für den Legionellenschutz wichtig?

Die Verbraucherzentrale nennt für den Legionellenschutz mindestens 60 Grad Celsius als wichtig. Hohe Temperaturen mindern allerdings die Effizienz der Warmwasserbereitung. Lassen Sie Speicher, Nutzung und Hygieneschutz gemeinsam planen, statt die Temperatur unabhängig von Anlage und Vorgaben zu verändern. Die Planung übernimmt der Fachbetrieb.

Was unterscheidet eine Brauchwasserwärmepumpe von einer Heizungswärmepumpe?

Eine Heizungswärmepumpe kann Raumwärme und Warmwasser bereitstellen. Eine Brauchwasserwärmepumpe erzeugt ausschließlich Warmwasser und kann eine bestehende Heizung ergänzen. Bei einer kombinierten Anlage steht laut Verbraucherzentrale bei einem Ausfall auch kein Warmwasser bereit.

Was dürfen Sie an der Brauchwasserwärmepumpe selbst machen?

Als Betreiber können Sie Warmwasser bedarfsgerecht nutzen, es nicht unnötig laufen lassen und laut Verbraucherzentrale Sparduschköpfe sowie sparsame Armaturen verwenden. Montage, Trinkwasser- und Stromanschlüsse sowie Arbeiten am geöffneten Gerät übernimmt der Fachbetrieb.

Kann eine Brauchwasser-Wärmepumpe die Raumluft abkühlen?

Ja. Die Brauchwasser-Wärmepumpe nutzt laut Verbraucherzentrale in der Regel Raumluft als Wärmequelle, die beim Betrieb abgekühlt wird. Je nach Ausführung gelangt diese Luft zurück in den Raum oder nach draußen. Berücksichtigen Sie deshalb den Luftweg bei der Planung des Aufstellorts.

Quellen