Wasser & Filter

Mineralstofflösung Trinkwasser: Anwendung und Dosierung

Erfahren Sie, wie Sie Mineralstofflösungen nach Wasserhärte und Herstellerangaben einordnen und welche Kontrollen vorgesehen sind.

Dosieranlage mit Mineralstofflösung an einer Trinkwasserleitung
Symbolbild, KI-generiert

Kurz erklärt: Bei den aufgeführten Grünbeck-Lösungen entsprechen die Herstellerangaben rechnerisch etwa 100 ml Lösung je m³ Wasser: 6 Liter für ca. 60 m³ oder 15 Liter für ca. 150 m³. Das ist eine Reichweitenrechnung, keine Einstellung an der Dosieranlage. Die Auswahl richtet sich nach Wasserhärte und Wasserbeschaffenheit; Betreiber kontrollieren die Dosierung alle zwei Monate.

Eine Mineralstofflösung wird über eine Dosieranlage in die Trinkwasser-Installation dosiert. Welche Lösung passt, hängt laut Produktbeschreibungen vor allem von der Wasserhärte und der Wasserbeschaffenheit ab. Die Reichweitenangaben erlauben eine rechnerische Orientierung zur Menge, aber keine konkrete Pumpeneinstellung.

Sicherheit geht vor

Die Produktbeschreibungen zu Grünbeck exaliQ safe, safe+ und neutra nennen schwere Hautverätzungen und Augenschäden als Gefahren. Vermeiden Sie Kontakt und das Einatmen von Nebel oder Aerosolen. Tragen Sie Schutzhandschuhe, Schutzkleidung sowie Augen- und Gesichtsschutz und bewahren Sie die Lösung verschlossen und außerhalb der Reichweite von Kindern auf. Arbeiten an der Trinkwasser-Installation und der Dosieranlage gehören in die Hände eines eingetragenen Fachunternehmens. Einbau, Einstellung und Wartung der Dosieranlage: Das übernimmt der Fachbetrieb.

Was bewirkt eine Mineralstofflösung im Trinkwasser?

Die Grünbeck-Lösungen sind laut Produktbeschreibung für bestimmte Wasserbeschaffenheiten vorgesehen. exaliQ safe dient dem Korrosionsschutz bei weichem bis mittelhartem Wasser und soll den Schwermetalleintrag, zum Beispiel von Blei, reduzieren. exaliQ safe+ ist für Härtestabilisierung und Korrosionsschutz ausgelegt und wird zusätzlich mit Kalkschutz beschrieben. exaliQ neutra ist für weiches, stark kohlensäurehaltiges Wasser vorgesehen; laut Hersteller bindet die Lösung freie Kohlensäure und hebt den pH-Wert an.

Zusätzliche Behandlung ist nicht automatisch nötig. Das Umweltbundesamt schreibt für Trinkwasser aus öffentlichen Versorgungsanlagen:

„Zusätzliche Reinigung oder Behandlung des Trinkwassers ist nicht notwendig“

Umweltbundesamt, Ratgeber: Trinkwasser aus dem Hahn, gesundheitliche Aspekte der Trinkwasser-Installation, S. 6

Eine Mineralstoffdosierung ist daher nicht pauschal für jedes Hauswasser erforderlich. Prüfen Sie zuerst, ob der vorgesehene Anwendungsfall der Lösung zur Wasserhärte und zur Wasserbeschaffenheit passt.

Welche Mineralstofflösung passt zu welcher Wasserhärte?

Die Herstellerangaben unterscheiden die Lösungen nach Härtebereich und Wasserbeschaffenheit. Die folgende Übersicht fasst diese Auswahlmerkmale zusammen.

LösungLaut Produktbeschreibung geeignet fürBesondere Angabe
exaliQ safeWeiches bis mittelhartes Wasser bis 14 °dH, auch nach EnthärtungsanlagenKorrosionsschutz bis 60 °C; Reduzierung des Schwermetalleintrags
exaliQ safe+Wasser bis 21 °dHHärtestabilisierung, Korrosionsschutz und Kalkschutz bis 60 °C; bei über 21 °dH wird zusätzlich eine Enthärtungsanlage empfohlen
exaliQ neutraWeiches, stark kohlensäurehaltiges Wasser, auch nach EnthärtungsanlagenKorrosionsschutz durch Anbindung freier Kohlensäure und Anhebung des pH-Werts

exaliQ safe ist als Flaschenpackung mit 2 × 3 Litern sowie im 15-Liter-Kanister beschrieben. Beide Gebindegrößen sind laut Herstellerangabe für die Behandlung von ungefähr 60 beziehungsweise 150 m³ Wasser vorgesehen.

Die 15-Liter-Ausführung von exaliQ safe nennt denselben Härtebereich bis 14 °dH und ist ebenfalls für Wasser nach einer Enthärtungsanlage beschrieben.

exaliQ safe+ ist als 2 × 3-Liter-Packung erhältlich. Die Herstellerangabe nennt eine Reichweite von ungefähr 60 m³ Wasser.

Der 15-Liter-Kanister exaliQ safe+ ist laut Beschreibung für ungefähr 150 m³ Wasser vorgesehen. Bei einer Wasserhärte über 21 °dH empfiehlt der Hersteller zusätzlich eine Enthärtungsanlage.

exaliQ neutra wird in der aufgeführten 2 × 3-Liter-Packung angeboten. Die Beschreibung nennt ungefähr 60 m³ als Behandlungsmenge, aber keinen Härtegrenzwert in °dH.

Wählen Sie neutra daher nicht allein nach einem Härtewert aus, sondern berücksichtigen Sie die vom Hersteller genannte Beschaffenheit als weich und stark kohlensäurehaltig.

Profi-Tipp

Vergleichen Sie vor der Auswahl zuerst den angegebenen Härtebereich mit dem Wasser, für das die Lösung vorgesehen ist. safe ist bis 14 °dH beschrieben, safe+ bis 21 °dH. Bei stärkerer Wasserhärte nennt die Produktbeschreibung von safe+ eine zusätzliche Enthärtungsanlage als Empfehlung.

Wie wird die Dosierung einer Mineralstofflösung berechnet?

Die Produktbeschreibungen nennen die Menge der Lösung und die ungefähr behandelbare Wassermenge. Bei 2 × 3 Litern sind das 6 Liter für ungefähr 60 m³. Rechnerisch entsprechen 6.000 ml geteilt durch 60 m³ etwa 100 ml je m³. Bei einem 15-Liter-Kanister für ungefähr 150 m³ ergibt die gleiche Rechnung ebenfalls etwa 100 ml je m³.

Diese Zahl ist aus den angegebenen Reichweiten abgeleitet und wegen der Herstellerangabe „ca.“ ein Näherungswert. Sie ist keine Einstellanweisung für eine Dosierpumpe und gilt nicht automatisch als passende Einstellung für jede Anlage. Die konkrete Einstellung richtet sich nach der installierten Dosieranlage und muss durch den Fachbetrieb erfolgen.

Die Gebindegröße allein sagt nicht, ob eine Lösung für Ihr Wasser geeignet ist. Prüfen Sie zuerst, ob Härtebereich, Temperaturangabe und beschriebener Anwendungsfall zusammenpassen. Bei exaliQ safe und safe+ ist die Temperaturgrenze mit bis zu 60 °C angegeben; für exaliQ neutra nennt die Produktbeschreibung keine entsprechende Temperaturgrenze.

Wie oft muss die Dosieranlage kontrolliert werden?

Das Umweltbundesamt nennt für Betreiber die Kontrolle von Füllstand, Haltbarkeit des Aufbereitungsstoffes und Dosierung alle zwei Monate. Die routinemäßige Wartung einer Dosieranlage soll halbjährlich durch ein Fachunternehmen erfolgen. Für Dosier- und Enthärtungsanlagen empfiehlt das Umweltbundesamt außerdem einen Wartungsvertrag.

Bei der regelmäßigen Kontrolle der Anlage sollten Sie auch die Filter prüfen und bei Bedarf passende Grünbeck Ersatzfilterkerzen auswählen.

„Füllstand und Haltbarkeit des Aufbereitungsstoffes sowie die Dosierung alle zwei Monate kontrollieren“

Umweltbundesamt, Ratgeber: Trinkwasser aus dem Hahn, gesundheitliche Aspekte der Trinkwasser-Installation, S. 13

Die Betreiberkontrolle ersetzt die Wartung nicht. Kontrollieren Sie die genannten Punkte im Zweimonatsrhythmus; Wartungsarbeiten an Dosieranlage und Armaturen führt ein Fachunternehmen aus.

Mineralstofflösung und Dosiergerät neben einer Trinkwasserleitung
Symbolbild, KI-generiert

Wann ist eine Mineralstoffdosierung sinnvoll?

Eine Lösung kommt nur dann in Betracht, wenn ihre Produktbeschreibung zum Wasser und zum gewünschten Schutz passt. Für exaliQ safe nennt der Hersteller Korrosionsschutz bei Wasser bis 14 °dH, für safe+ zusätzlich Härtestabilisierung und Kalkschutz bis 21 °dH. exaliQ neutra richtet sich an weiches, stark kohlensäurehaltiges Wasser. Diese Angaben beschreiben die vorgesehenen Anwendungen der Produkte, nicht eine allgemeine Pflicht zur Dosierung.

Ergänzend zur Mineralstoffdosierung kann ein Rückspülfilter fürs Hauswasser sinnvoll sein.

Auch die Trinkwasserverordnung setzt Anforderungen an Stoffe und Verfahren, die mit Rohwasser oder Trinkwasser in Kontakt kommen. Nach § 13 Absatz 5 dürfen dabei nur Stoffe, Gegenstände und Verfahren verwendet werden, die dazu bestimmt sind, der Trinkwasserversorgung zu dienen. Klären Sie die Auswahl und den Einbau deshalb mit einem eingetragenen Fachunternehmen.

Wichtiger Hinweis

Die Produktbeschreibungen nennen eine Reduzierung des Schwermetalleintrags als Anwendungszweck. Daraus folgt nicht, dass eine Dosierlösung Bleirohre saniert. Das Umweltbundesamt hält Filter zur Bleientfernung und eine Sanierung der Bleirohre nicht für zielführend und verlangt den vollständigen Austausch der Bleirohre. Bei Verdacht auf Bleileitungen wenden sich Mieter an Vermieter oder Hauseigentümer.

Häufige Fragen

Welche Mineralstofflösung passt zu Wasser mit mehr als 21 °dH?

Die Produktbeschreibung von exaliQ safe+ nennt Wasser bis 21 °dH. Bei höherer Wasserhärte wird zusätzlich eine Enthärtungsanlage empfohlen. exaliQ safe ist für weiches bis mittelhartes Wasser bis 14 °dH beschrieben. Lassen Sie die Auswahl für Ihre Installation durch ein eingetragenes Fachunternehmen prüfen.

Wie viel Mineralstofflösung wird pro Kubikmeter dosiert?

Aus den Herstellerangaben zu exaliQ safe und safe+ ergibt sich rechnerisch ungefähr 100 ml je m³: 6 Liter reichen laut Beschreibung für etwa 60 m³, 15 Liter für etwa 150 m³. Das ist ein Näherungswert aus der Reichweite und keine Einstellung für eine Dosierpumpe.

Darf ich die Mineralstofflösung selbst in die Trinkwasseranlage einfüllen?

Die UBA-Empfehlung erlaubt Betreibern, Füllstand, Haltbarkeit des Aufbereitungsstoffes und Dosierung alle zwei Monate zu kontrollieren. Sie beschreibt auch eine halbjährliche Wartung der Dosieranlage durch ein Fachunternehmen. Einbau, Einstellung und Wartung der Anlage übernimmt der Fachbetrieb.

Wie oft muss eine Dosieranlage gewartet werden?

Das Umweltbundesamt nennt eine routinemäßige Wartung der Dosieranlage halbjährlich durch ein Fachunternehmen. Betreiber sollen Füllstand, Haltbarkeit des Aufbereitungsstoffes und Dosierung alle zwei Monate kontrollieren. Für Dosier- und Enthärtungsanlagen empfiehlt das UBA außerdem einen Wartungsvertrag.

Kann eine Mineralstofflösung Bleirohre ersetzen oder sanieren?

Nein. Eine Produktbeschreibung nennt zwar die Reduzierung des Schwermetalleintrags als Anwendungszweck. Das Umweltbundesamt stellt jedoch klar, dass Filter zur Bleientfernung und eine Sanierung von Bleirohren nicht zielführend sind. Bei Bleirohren ist laut UBA ein vollständiger Austausch notwendig.

Quellen