Wasser & Filter

Rückspülfilter Vergleich: Welcher Hauswasserfilter passt?

Anschluss, Durchfluss, Druckminderer: die Unterschiede von Grünbeck, Judo und SYR im Überblick.

Rückspülfilter mit Druckminderer hinter dem Wasserzähler im Hausanschlussraum
Symbolbild, KI-generiert

Kurz erklärt: Ein Rückspülfilter sitzt direkt hinter der Wasserzähleranlage und hält Sand, Rost und Späne aus der Hausinstallation fern. Im Einfamilienhaus passt meist ein Filter mit 3/4 oder 1 Zoll Anschluss, je nach Leitung am Wasserzähler. Ein integrierter Druckminderer lohnt sich bei hohem Leitungsdruck. Spülen Sie den Filter mindestens alle sechs Monate zurück.

Ein Sandkorn reicht, um eine Thermostat-Armatur zu blockieren oder ein Magnetventil undicht zu machen. Der Hauswasserfilter hinter dem Wasserzähler hält solche Partikel aus der gesamten Installation fern. Welcher Filter passt, hängt vor allem von drei Dingen ab: dem Anschluss, dem Durchfluss und der Frage, ob Sie gleichzeitig den Druck regeln müssen.

Wozu brauchen Sie einen Hauswasserfilter?

Das Leitungswasser ist sauber, das Rohrnetz davor nicht immer. Bei Arbeiten am Versorgungsnetz oder nach Rohrbrüchen gelangen Sand, Rostpartikel und Späne in die Leitung. Ohne Filter landen sie in Armaturen, Spülkästen, Warmwasserbereitern und Geräten.

Was die Norm sagt

Nach DIN EN 806-2 und DIN 1988-200 gehört ein mechanischer Filter unmittelbar hinter die Wasserzähleranlage. Die DIN EN 806-5 regelt die Wartung: Rückspülfilter mindestens alle sechs Monate rückspülen, nicht rückspülbare Filterelemente spätestens alle sechs Monate wechseln.

Rückspülfilter, Kerzenfilter oder Hauswasserstation?

  • Rückspülfilter: Ein Edelstahlsieb hält die Partikel zurück. Zum Reinigen drehen Sie ein Rad oder öffnen ein Ventil, das Sieb wird mit Wasser freigespült. Es gibt keine Verbrauchsteile.
  • Feinfilter mit Kerze: Die Filterkerze wird regelmäßig getauscht. Die Anschaffung ist günstiger, dafür fallen Folgekosten an.
  • Hauswasserstation: Rückspülfilter mit integriertem Druckminderer und Manometer in einem Gerät. Spart Platz und eine zweite Armatur.

Rückspülfilter im Vergleich

Die Tabelle stellt die Filter aus unserem Lager nebeneinander. Die Werte stammen aus den technischen Daten der Hersteller, Preise finden Sie auf den Produktseiten.

ModellAnschlussNenndurchflussMaschenweiteDruckmindererRückspülung
Grünbeck BOXER RX1"3,8 m³/h100 µmneinmanuell, Ventil
Grünbeck BOXER RDX3/4"2,3 m³/h100 µmja, 1–6 barmanuell, Ventil
JUDO JUKO-Express Connection1"3,6 m³/h100 µmja, 1,5–6 barHandrad, ohne Unterbrechung
Judo BiKO1"k. A.Edelstahlsieb, k. A.ja, 1,5–6 barohne Unterbrechung
SYR Drufi+ FRDN 20–32 (Flansch)3,8 m³/h (DN 25)90 / 125 µmneinhalbautomatisch
SYR DUO DFR1" (DN 25)k. A.k. A.ja, mit Manometermanuell

Tabelle aus den technischen Daten der Hersteller in unseren Artikelbeschreibungen. k. A. = nicht angegeben. Verfügbarkeit und Preis zeigen die Produktkarten.

Die Modelle im Detail

Grünbeck BOXER RX und RDX

Die BOXER-Filter haben einen Anschlussflansch aus entzinkungsarmem Messing mit Wasserzählerverschraubung, eine transparente Filterglocke und eine 12-teilige Datumsanzeige für die Wartung. Der RDX bringt einen Druckminderer von 1 bis 6 bar und ein Manometer mit, ab Werk sind 4 bar eingestellt. Das Rückspülventil schließt selbsttätig.

JUDO JUKO-Express Connection und BiKO

Die Hauswasserstationen von JUDO spülen zurück, ohne die Wasserversorgung zu unterbrechen, und reinigen dabei das Schauglas von innen. Beide haben einen Druckminderer, einstellbar von 1,5 bis 6 bar. Die JUKO-Express Connection nennt 3,6 m³/h Nenndurchfluss und hat ein Keramik-Spülventil mit Schlauchanschluss.

SYR Drufi+ FR und DUO DFR

Der Drufi+ FR ist ein halbautomatischer Rückspülfilter mit Wartungsanzeige und lässt sich mit Rückspülautomatik und Leckageschutz nachrüsten. Er braucht den separat erhältlichen Drufi-Universalflansch. Der DUO DFR ist das Einstiegsmodell mit Druckminderer und Manometer und funktioniert in allen Einbaulagen.

Profi-Tipp

Wählen Sie den Filter nach dem Anschluss am Wasserzähler, nicht nach dem kleinsten Rohr im Haus. Ein zu kleiner Filter bremst bei mehreren gleichzeitig offenen Zapfstellen spürbar, ein größerer Anschluss als die Zuleitung bringt keinen Vorteil.

„Der beste Filter ist der, der regelmäßig gespült wird. Ein vergessener Filter wird selbst zum Problem, weil sich im Sieb Ablagerungen sammeln.“

— insani24 Fachredaktion

Welche Größe brauchen Sie?

Die Anschlussgröße entspricht der Leitung an der Wasserzähleranlage. In Einfamilienhäusern sind das meist 3/4 Zoll (DN 20) oder 1 Zoll (DN 25). Der Nenndurchfluss sagt, wie viel Wasser bei sauberem Filter mit geringem Druckverlust durchfließt. Mit 2,3 bis 3,8 m³/h decken die Filter in der Tabelle den Bedarf üblicher Haushalte ab. Bei größeren Häusern oder Mehrfamilienhäusern lassen Sie den Spitzendurchfluss vom Installateur berechnen.

Brauchen Sie einen Druckminderer?

Liegt der Ruhedruck dauerhaft über 5 bar, empfiehlt sich ein Druckminderer. Hoher Druck belastet Armaturen, Schläuche und Geräte und macht Leitungen lauter. Den Druck lesen Sie an einem Manometer ab oder fragen ihn beim Wasserversorger an. Viele Hersteller stellen den Druckminderer ab Werk auf 4 bar ein.

Einbau nur durch eingetragene Installateure

Der Filter wird hinter dem Wasserzähler in die Trinkwasserinstallation eingebaut. Nach § 12 Abs. 2 AVBWasserV dürfen Errichtung und wesentliche Veränderungen der Trinkwasseranlage nur der Wasserversorger oder ein in ein Installateurverzeichnis eingetragenes Installationsunternehmen vornehmen. Für das Rückspülwasser braucht der Filter einen Anschluss an das Abwasser mit freiem Auslauf nach DIN EN 1717.

Wartung: So bleibt der Filter wirksam

Die Norm verlangt das Rückspülen spätestens alle sechs Monate, Grünbeck empfiehlt alle zwei Monate. Wie das bei Ihrem Modell geht, steht in der Bedienungsanleitung des Filters.

  1. Schauglas prüfen: Sehen Sie Ablagerungen im Sieb, spülen Sie früher zurück.
  2. Rückspülen nach Anleitung: Rad drehen oder Ventil öffnen, wie es der Hersteller beschreibt. Die Datumsanzeige am Filter hilft beim Erinnern.
  3. Filterkerzen und Siebe: Wechsel nach Herstellerangabe, im Zweifel durch den Installateur. Nicht rückspülbare Kerzen werden spätestens nach sechs Monaten getauscht.
  4. Druckminderer und Dichtungen: Einstellung und Tausch übernimmt der Installateur.

Zusätzlicher Rat

Notieren Sie Hersteller, Modell und Baujahr Ihres Filters auf einem Zettel am Gerät. Ersatzeinsätze und Dichtungen passen oft nur zu bestimmten Baureihen.

Weitere Modelle und Ersatzteile finden Sie unter Filter, Druckminderer und Filtereinsätze nachbestellen.

Häufige Fragen

Wie oft muss ich einen Rückspülfilter rückspülen?

Nach DIN EN 806-5 spätestens alle sechs Monate, Grünbeck empfiehlt alle zwei Monate. Sehen Sie im Schauglas früher Ablagerungen oder fällt der Druck an den Zapfstellen ab, spülen Sie früher. Viele Filter haben eine Datumsanzeige.

Darf ich einen Hauswasserfilter selbst einbauen?

Der Filter sitzt hinter dem Wasserzähler in der Trinkwasserinstallation. Errichtung und wesentliche Veränderungen dieser Anlage dürfen nach § 12 Abs. 2 AVBWasserV nur der Wasserversorger oder ein eingetragenes Installationsunternehmen vornehmen. Das Rückspülen beschreibt die Bedienungsanleitung des Filters für den Betreiber.

Was ist der Unterschied zwischen Rückspülfilter und Feinfilter?

Der Rückspülfilter hat ein Edelstahlsieb, das Sie mit Wasser freispülen, Verbrauchsteile fallen nicht an. Der Feinfilter arbeitet mit einer Filterkerze, die regelmäßig getauscht wird. Er ist in der Anschaffung oft günstiger, kostet aber laufend Kerzen.

Welche Maschenweite ist richtig?

Für den Schutz der Hausinstallation sind 80 bis 100 µm üblich. Feinere Siebe setzen sich schneller zu und müssen häufiger gespült werden. Die Filter in unserem Vergleich arbeiten mit 90 bis 100 µm.

Brauche ich einen Filter mit Druckminderer?

Wenn der Ruhedruck dauerhaft über 5 bar liegt, ja. Eine Hauswasserstation mit Filter und Druckminderer spart Platz und eine zusätzliche Armatur. Ist bereits ein Druckminderer verbaut, reicht ein reiner Rückspülfilter.

Quellen