Heizung

Heizen mit Strom: Systeme und Einsatzbereiche

Erfahren Sie, welche Aufgaben elektrische Heizsysteme im Gebäude übernehmen und was Sie vor der Auswahl prüfen sollten.

Elektrische Wärmepumpe mit angeschlossenen Heizungsrohren im Technikraum
Symbolbild, KI-generiert

Kurz erklärt: Heizen mit Strom umfasst zum Beispiel eine elektrische Wärmepumpe und den Strombedarf von Heizungsbauteilen wie Pumpen oder Reglern. Prüfen Sie deshalb nicht nur die Raumheizung, sondern auch Warmwasser, Lüftung und den Stromverbrauch im Gebäude. Elektrische Anlagen dürfen Sie selbst nur äußerlich auf sichtbare Schäden kontrollieren.

Heizen mit Strom kann eine elektrische Wärmepumpe oder den Strombedarf von Bauteilen einer Heizungsanlage meinen. Für die Auswahl zählen deshalb sowohl die Heizaufgabe als auch die elektrische Anlage und der Energiebedarf des Gebäudes.

Sicherheit geht vor

Beschädigte Leitungen und unsachgemäße Arbeiten an elektrischen Anlagen können Stromschlag, Brand oder Fehlfunktionen verursachen. Als Laie dürfen Sie elektrische Leitungen nur äußerlich auf sichtbare Schäden prüfen; Anschluss, elektrische Prüfung und Arbeiten am geöffneten Heizgerät übernimmt eine Fachkraft.

Welche Systeme sind mit Heizen mit Strom gemeint?

Die Verbraucherzentrale nennt die elektrische Wärmepumpe ausdrücklich als Beispiel für eine Heiztechnik, die bei den Anforderungen an Neubauten eine Rolle spielt. Sie ist damit ein belegtes Beispiel für elektrisch betriebene Wärmeerzeugung. Angaben zu konkreten Geräteleistungen oder einzelnen Bauarten lassen sich daraus nicht ableiten.

Davon zu unterscheiden ist der Strom, den Teile einer Heizungsanlage während des Betriebs benötigen. Die Verbraucherzentrale führt dafür Heizungspumpen, Heizkessel und Regler als Beispiele auf. Bei der Planung sollten Sie daher festhalten, ob Sie eine Wärmeerzeugung betrachten oder den Betriebsstrom einer vorhandenen Anlage.

Eine Übersicht zu Arten, Heizleistung und Einsatzbereichen finden Sie im Ratgeber Elektroheizung: Arten, Heizleistung und Einsatzbereiche. Für Wärmepumpen erläutert der Beitrag Wärmepumpen-Arten: Welche passt zu Ihrem Gebäude? die Auswahl nach Gebäude.

„Wärmeerzeugung und Betriebsstrom sind zwei unterschiedliche Punkte der Heizungsplanung.“

— insani24 Fachredaktion

Welche Aufgaben des Gebäudes gehören zur Planung?

Das Gebäudemodernisierungsgesetz betrachtet laut Verbraucherzentrale mehr als die Raumheizung. Für den Energiehaushalt eines Gebäudes zählen auch Kühlung, Warmwasserbereitung, Lüftungsanlagen und der Strom, den technische Geräte im Betrieb benötigen. Die folgende Übersicht hilft, die Aufgaben getrennt zu erfassen.

BereichWas Sie erfassenBeispiele aus der Verbraucherzentrale-Information
RaumklimaHeizen und gegebenenfalls KühlenRaumheizung, Raumkühlung
WarmwasserDie Warmwasserbereitung als eigene AufgabeWarmwassererzeugung
LuftwechselVorhandene LüftungstechnikBetrieb von Lüftungsanlagen
AnlagenstromStrombedarf technischer KomponentenHeizungspumpen, Heizkessel, Regler
Elektrofachkraft prüft die sichtbare Verkabelung einer elektrischen Heizungsanlage
Symbolbild, KI-generiert

Diese Trennung verhindert, dass Sie den Stromverbrauch eines Heizgeräts mit dem gesamten Energiebedarf des Hauses gleichsetzen. Notieren Sie, welche Aufgaben Ihre Anlage tatsächlich übernimmt. Wenn auch Warmwasser dazugehört, bietet der Ratgeber Warmwasserbereitung: Systeme und Einsatzbereiche eine passende Einordnung.

Profi-Tipp

Lesen Sie den Stromzähler regelmäßig ab, zum Beispiel einmal im Monat. So erkennen Sie, ob der Verbrauch steigt, und können die Veränderung mit der Heizungsnutzung oder anderen elektrischen Geräten im Haushalt abgleichen.

Was sollten Sie vor der Auswahl einer Elektroheizung prüfen?

Erstellen Sie zunächst eine Liste der Funktionen, die Ihre Heizung erfüllen soll. Die Verbraucherzentrale zählt Raumheizung und Kühlung, Warmwasser sowie Lüftung zum Energiehaushalt eines Gebäudes. Prüfen Sie außerdem, ob bereits Pumpen, ein Heizkessel oder Regler vorhanden sind und welchen Stromverbrauch Sie am Zähler beobachten.

  • Heizaufgabe: Halten Sie fest, welche Räume beheizt werden sollen und ob Kühlung ebenfalls eine Rolle spielt.
  • Warmwasser: Klären Sie, ob die Anlage nur Räume beheizt oder auch Warmwasser bereitstellt.
  • Bestandsanlage: Notieren Sie vorhandene Pumpen, Heizkessel und Regler als elektrische Verbraucher.
  • Gebäude: Berücksichtigen Sie Luftaustausch und Wärmebrücken. Das GModG nennt beides als Anforderungen an Gebäude.
  • Stromversorgung: Lassen Sie Anschluss und elektrische Anlage passend zur geplanten Technik beurteilen, bevor Sie Arbeiten beauftragen.

Die Liste beschreibt den Planungsumfang, ersetzt aber keine technische Auslegung. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Laien an elektrischen Anlagen außer einer Sichtprüfung keine weiteren Prüfungen oder Arbeiten durchführen dürfen. Für eine Vertiefung zur Gebäudeauswahl bei Wärmepumpen eignet sich auch der Beitrag Wärmepumpe kaufen: Bauart, Leistung und Zubehör wählen.

Was können Sie selbst kontrollieren?

Bei elektrischen Anlagen ist für Sie eine Sichtprüfung möglich. Schauen Sie zum Beispiel, ob Kabel sichtbar beschädigt sind. Öffnen Sie dafür kein Gerät und nehmen Sie keine Messungen oder Arbeiten an Leitungen, Steckdosen oder Sicherungen vor.

Den Stromzähler können Sie regelmäßig ablesen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, den Verbrauch etwa monatlich zu notieren. Wenn er steigt, suchen Sie zunächst nach einer plausiblen Erklärung im Haushalt, statt selbst am Sicherungskasten oder an der Heizung zu arbeiten.

Bei einer Heizungsanlage mit Heizkörpern können Sie laut Verbraucherzentrale in der Regel Heizkörper entlüften und anschließend bei Bedarf Wasser im Heizsystem ergänzen. Das gilt für diese beschriebenen Arbeiten an einem Heizkreis, nicht als Erlaubnis, elektrische Anschlüsse oder Bauteile der Heizung zu öffnen.

Welche Wartung und Elektroprüfung sind vorgesehen?

Die Verbraucherzentrale empfiehlt die jährliche Wartung der Heizungsanlage durch einen Fachbetrieb. Dabei werden die Bestandteile kontrolliert, Verschmutzungen entfernt, Einstellungen und Regelung geprüft und Verschleißteile ausgetauscht. Fragen Sie bei der Wartung auch nach Heizsystemtemperaturen, Pumpendruck und dem Zustand der Heizkörper.

Für elektrische Anlagen und Geräte empfiehlt die Verbraucherzentrale eine regelmäßige Prüfung. Der sogenannte E-Check ist laut der Checkliste nur für Unternehmen Pflicht, nicht für private Haushalte, wird für Haushalte aber empfohlen. Die Prüfung des Sicherungskastens sowie alle Arbeiten an der elektrischen Anlage gehören in die Hände einer Fachkraft.

Fehlt in einem Bestandsgebäude ein Fehlerstrom-Schutzschalter, hält die Verbraucherzentrale dessen Nachrüstung für sehr empfehlenswert. Die passende Ausführung muss eine Fachkraft anhand der vorhandenen Anlage festlegen; Produktbezeichnungen allein reichen dafür nicht.

Im Sortiment sind Fehlerstromschutzschalter ETI EFI-P4 A 63/0.3mA N rechts und EFI-P4 A 40/0.3mA N rechts aufgeführt. Die Eignung für eine konkrete Installation beurteilt die Elektrofachkraft.

Eine weitere aufgeführte Ausführung ist der ETI EFI-P4 A 40/0.3mA N rechts. Diese Produktbeispiele ersetzen weder die Prüfung des Sicherungskastens noch die Auswahl durch eine qualifizierte Person.

Zum regelmäßigen Überblick über elektrische Messwerte ist außerdem ein SolaX Chint DTSU666-CT Stromzähler inklusive Stromzangen 200A im Sortiment aufgeführt. Ob und wie sich ein Messgerät in Ihre Anlage integrieren lässt, muss fachlich geprüft werden.

Wichtiger Hinweis

Ein höherer Stromverbrauch lässt sich nicht automatisch der Heizung zuordnen. Prüfen Sie zuerst Ihre monatlichen Zählerstände und die Nutzung weiterer Geräte. Bleibt der Anstieg ungeklärt, lassen Sie Zähler oder elektrische Anlage fachlich beurteilen.

Welche Rolle spielt das GModG für elektrische Heizungen?

Die Verbraucherzentrale beschreibt den Stand des GModG vom 29. Juli 2026. Es gilt demnach für fast alle beheizten oder klimatisierten Gebäude; als Beispiele für Ausnahmen nennt sie Kirchen, Ferienhäuser und Festzelte. Die Vorgaben beziehen sich vorwiegend auf Heizungstechnik und Wärmedämmstandard.

Für die Gebäudebetrachtung nennt die Verbraucherzentrale außerdem Anforderungen an Luftaustausch und die Minimierung von Wärmebrücken. Anforderungen an vorhandene Klimatechnik und Hitzeschutz im Sommer gehören ebenfalls zum beschriebenen Regelungsbereich. Diese Punkte betreffen das Gebäude und nicht nur die Wahl eines einzelnen Heizgeräts.

Die Verbraucherzentrale weist auf bereits verabschiedete Änderungen hin, die ab 2027 in Kraft treten sollen. Dazu zählt eine Anpassung der Primärenergiefaktoren; die Anforderungen an Neubauten sollen dadurch milder ausfallen, insbesondere mit einer elektrischen Wärmepumpe. Für die Einordnung der Heizungsregeln lesen Sie auch Gebäudeenergiegesetz: Heizung und Wärmepumpe.

Leiten Sie aus dieser Beschreibung keine pauschale Eignung einer Elektroheizung für jedes Haus ab. Stellen Sie zuerst Heizaufgabe, Warmwasser, Lüftung, vorhandene Anlagentechnik und den Zustand der elektrischen Installation zusammen. So kann die weitere Planung auf den tatsächlichen Bedarf Ihres Gebäudes abgestimmt werden.

Häufige Fragen

Ist eine elektrische Wärmepumpe eine Elektroheizung?

Ja, die Verbraucherzentrale nennt die elektrische Wärmepumpe ausdrücklich als Beispiel im Zusammenhang mit den Anforderungen an Neubauten. Für die Planung sollten Sie zusätzlich den Strombedarf der übrigen Heizungsbauteile betrachten. Die Checkliste nennt dafür unter anderem Pumpen, Heizkessel und Regler.

Kann ich eine Elektroheizung selbst anschließen?

Nein. Die Verbraucherzentrale erlaubt Laien bei elektrischen Anlagen nur eine Sichtprüfung, zum Beispiel auf sichtbare Kabelschäden. Anschluss, Messungen und Arbeiten an Leitungen, Sicherungskasten oder geöffnetem Heizgerät gehören in fachkundige Hände.

Wie oft sollte eine Heizungsanlage gewartet werden?

Die Verbraucherzentrale empfiehlt eine jährliche Wartung der Heizungsanlage durch einen Fachbetrieb. Dabei werden Bestandteile kontrolliert, Verschmutzungen entfernt, Einstellungen und Regelung geprüft und Verschleißteile ausgetauscht. Die Checkliste nennt auch Pumpendruck und Heizsystemtemperaturen als Prüfpunkte.

Was darf ich an einer elektrischen Heizung selbst kontrollieren?

Sie dürfen elektrische Leitungen äußerlich auf sichtbare Schäden prüfen und den Stromzähler regelmäßig ablesen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, den Stromverbrauch beispielsweise monatlich zu notieren. Öffnen Sie kein Gerät und führen Sie keine Messungen oder Arbeiten an der elektrischen Anlage aus.

Welche Gebäudeaspekte nennt die Verbraucherzentrale zum GModG?

Die Verbraucherzentrale nennt neben Heizung und Wärmedämmstandard auch Luftaustausch, Wärmebrücken, vorhandene Klimatechnik und Hitzeschutz im Sommer. In die Betrachtung des Energiehaushalts fließen außerdem Warmwasser, Lüftungsanlagen und der Betriebsstrom technischer Geräte ein.

Quellen