Lüftung

Raumklima messen: Temperatur und Luftfeuchte richtig erfassen

Mit Thermo-Hygrometer und Oberflächenmessung herausfinden, ob ein Raum zu feucht ist und wo Schimmel droht.

  • SchwierigkeitLeicht
  • Dauer15–30 Min.
  • AusführungSelbst machbar
  • Sofort bestellbar0 von 1 Positionen

Beschlagene Fenster, muffige Ecken oder trockene Schleimhäute: Ob ein Raum zu feucht, zu trocken oder an einzelnen Stellen zu kalt ist, zeigt erst eine Messung über mehrere Tage. Ein Thermo-Hygrometer misst Lufttemperatur und relative Feuchte, ein Infrarot-Thermometer die Oberflächentemperatur von Wänden, Ecken und Fensterlaibungen. Aus beidem lässt sich abschätzen, ob sich an kalten Stellen Kondenswasser bildet. Dieses Projekt erklärt, wo Sie messen, wie Sie die Werte festhalten und welche Richtwerte gelten. Die Messung ersetzt kein Gutachten bei Bauschäden, hilft aber, Lüftungsverhalten und Lüftungstechnik gezielt anzupassen.

Materialliste

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Benötigtes Material

Optional Nicht vorausgewählt – je nach Situation sinnvoll.

  • Infrarot-Thermometer für Oberflächen
    Testo 810 Messgerät f.Lufttemperatur u. Infrarotoberflächentemperatur, 05600810
    Derzeit nicht bestellbar – bitte Alternative wählen
    Ein einstellbarer Emissionsgrad und ein Laserpunkt helfen, kleine Flächen wie Ecken gezielt zu messen.
    123,60 €
  • Anemometer für Lüftungsventile
    testo 405 - Thermo-Anemometer
    Derzeit nicht bestellbar – bitte Alternative wählen
    Nur sinnvoll, wenn Sie Luftströmungen an Ventilen oder Gittern vergleichen möchten.
    195,04 €
0 Artikel 0,00 €
inkl. MwSt., zzgl. Versand · 1 Position derzeit nicht bestellbar

Außerdem bereitlegen

  • Notizblock oder Tabelle
  • Malerkrepp
  • Uhr

Schritt für Schritt

  1. Messgerät anpassen lassen

    Legen Sie das Thermo-Hygrometer mindestens eine halbe Stunde in den Raum, bevor Sie den ersten Wert ablesen. Es darf nicht in der Sonne, auf dem Heizkörper oder direkt an einer Außenwand liegen, sonst messen Sie die Umgebung des Geräts statt der Raumluft.

  2. Messpunkte festlegen

    Messen Sie in Raummitte in etwa ein bis eineinhalb Metern Höhe. Sinnvoll sind Schlafzimmer, Bad, Küche und ein Raum mit Außenecken, bei Verdacht auch Keller und Abstellräume. Jeder Raum bekommt eine eigene Spalte in Ihrer Tabelle.

  3. Über mehrere Tage notieren

    Notieren Sie morgens nach dem Aufstehen, abends und nach Duschen oder Kochen Temperatur und relative Feuchte. Halten Sie dazu fest, ob gelüftet oder Wäsche getrocknet wurde. Nach einer Woche zeigt sich ein klares Muster.

  4. Oberflächen messen

    Messen Sie mit dem Infrarot-Thermometer Außenwandecken, Fensterlaibungen, Flächen hinter Schränken und den Bereich über Fußleisten. Vergleichen Sie die Werte mit der Mitte derselben Wand; deutlich kältere Stellen sind Kandidaten für Kondenswasser.

    Tipp: Glänzende Flächen wie Fliesen oder Metall verfälschen Infrarotmessungen; dort ein Stück Malerkrepp aufkleben und darauf messen.

  5. Werte einordnen

    In Wohnräumen gelten etwa 40 bis 60 Prozent relative Feuchte bei rund 20 Grad als üblich. Sinkt eine Wandoberfläche bei diesen Bedingungen unter rund 12,6 Grad, steigt das Schimmelrisiko deutlich; dieser Wert stammt aus dem Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2.

  6. Maßnahmen ableiten

    Hohe Werte nach Duschen oder Kochen sprechen für mehr Stoßlüften oder einen besseren Lüfter. Dauerhaft hohe Werte und kalte Ecken deuten auf zu wenig Luftaustausch, zu geringe Beheizung oder Wärmebrücken. Möbel an Außenwänden einige Zentimeter abrücken und auffällige Stellen weiter beobachten.

Häufige Fragen

Wie genau sind günstige Hygrometer?

Abweichungen von einigen Prozentpunkten sind üblich. Für Vergleiche zwischen Räumen genügt das, solange Sie immer dasselbe Gerät verwenden.

Was bedeutet relative Luftfeuchte?

Sie gibt an, wie viel Wasserdampf die Luft im Verhältnis zur maximal möglichen Menge bei dieser Temperatur enthält. Kühlt Luft ab, steigt die relative Feuchte, bis sich an kalten Flächen Wasser niederschlägt.

Wie lüfte ich richtig?

Mehrmals täglich einige Minuten mit weit geöffnetem Fenster, im Winter kürzer als im Sommer. Dauerhaft gekippte Fenster kühlen die Laibungen aus und bringen wenig Luftaustausch.

Quellen

  • Montage- und Bedienungsanleitung des jeweiligen Herstellers
  • DIN 4108-2: Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Mindestanforderungen an den Wärmeschutz
  • Umweltbundesamt: Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden