Installation & Rohrsysteme

Wasserleitung verlegen: Material und Planung

So planen Sie Rohrwerkstoff, Anschlusspunkte und den Schutz Ihrer Trinkwasserleitung.

Trinkwasserleitung mit Schutzschlauch neben einer Wasserbehandlungsanlage
Symbolbild, KI-generiert

Kurz erklärt: Eine Trinkwasserleitung planen Sie anhand der Entnahmestellen, des Rohrwerkstoffs und der angeschlossenen Geräte. Werkstoffe müssen die Anforderungen der TrinkwV erfüllen. Für die BWT Trinkwasserbehandlungsanlage nennt die Anleitung korrosionsbeständige Rohrmaterialien und besondere Vorgaben für Mischinstallationen. Die Installation übernimmt der Fachbetrieb.

Beim Verlegen einer Wasserleitung müssen Entnahmestellen, Rohrmaterial und angeschlossene Geräte zusammenpassen. Für Trinkwasserleitungen gelten Anforderungen an Planung, Errichtung und Werkstoffe, die Sie bereits vor Beginn der Arbeiten berücksichtigen sollten.

Sicherheit geht vor

Undichte Leitungen können Wasserschäden verursachen; ungeeignete Werkstoffe können die Trinkwasserbeschaffenheit beeinträchtigen. Druckstöße belasten angeschlossene Geräte, heißes Wasser kann verbrühen. Arbeiten an der Trinkwasserinstallation und Eingriffe an geöffneten Geräten übernimmt der Fachbetrieb. Das übernimmt der Fachbetrieb.

Was gehört zur Planung einer Trinkwasserleitung?

Eine Trinkwasserinstallation umfasst laut TrinkwV Trinkwasserleitungen, Trinkwasserspeicher, Apparate und Armaturen. Zur Planung gehören deshalb nicht nur die Rohrwege, sondern auch die Entnahmestellen und Geräte, die später angeschlossen werden. Die TrinkwV verlangt, Wasserversorgungsanlagen so zu planen und zu errichten, dass sie mindestens den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechen.

Bei der Abstimmung des Vorhabens sind diese Punkte relevant:

  • Welche Entnahmestellen und Sanitärobjekte sollen versorgt werden?
  • Welche Geräte werden in die Leitung eingebunden, zum Beispiel eine Trinkwasserbehandlungsanlage?
  • Gibt es im Gebäude eine Nichttrinkwasseranlage, deren Leitungen und Entnahmestellen getrennt gekennzeichnet werden müssen?
  • Werden vorhandene Leitungen weitergenutzt oder erneuert?

Für einen Wasseranschluss sind Lage, Größe und Installation Teil der Gesamtplanung. Weitere Hinweise zur Abstimmung der Anschlussposition finden Sie im Ratgeber Wasseranschluss planen: Lage, Größe und Installation.

PlanungspunktWorauf es ankommtGrundlage
EntnahmestellenVersorgung der vorgesehenen Armaturen und SanitärobjekteBegriff Trinkwasserinstallation in der TrinkwV
RohrwerkstoffeAllgemeine Anforderungen und vorhandene Bewertungsgrundlagen berücksichtigenTrinkwV §§ 13 bis 16
NichttrinkwasserVerbindung nur mit geeigneter Sicherungseinrichtung; Leitungen dauerhaft und unverwechselbar kennzeichnenTrinkwV § 13

Bei einem Urinal mit Zulauf oben gehört auch das konkrete Anschlussmaterial zum Plan. Das Sortiment führt ein sanibel QuickSet Urinal mit oberem Zulauf sowie Anschlussmaterial und Befestigung.

Wenn Warmwasserleitungen Teil des Vorhabens sind, sollte die Abstimmung mit der Heizungs- und Warmwasserplanung erfolgen. Dazu passt der Ratgeber Energetisch sanieren: Heizung und Warmwasser planen.

Kaltwasserleitung mit PE-Schutzschlauch und Anschluss
Symbolbild, KI-generiert

Welche Materialanforderungen gelten für Wasserrohre?

Die TrinkwV verpflichtet den Betreiber, bei Errichtung und Instandhaltung Werkstoffe und Materialien zu verwenden, die den allgemeinen Anforderungen nach § 14 entsprechen und, sofern vorhanden, den Bewertungsgrundlagen nach § 15. § 16 beschreibt eine Konformitätsvermutung: Ein Zertifikat eines dafür akkreditierten Zertifizierers bestätigt die Übereinstimmung mit den genannten Anforderungen und Bewertungsgrundlagen.

Für die BWT Perla one nennt die Einbau- und Bedienungsanleitung korrosionsbeständige Rohrmaterialien. Bei einer Mischinstallation müssen die korrosionschemischen Eigenschaften der verschiedenen Rohrwerkstoffe beachtet werden, auch in Fließrichtung vor dem Gerät. Diese Vorgabe betrifft den Einbau der Trinkwasserbehandlungsanlage und ist bei der Planung ihres Anschlussbereichs zu berücksichtigen.

„Werkstoffwahl und Wasserführung gehören zusammen: Geräte, Mischinstallationen und getrennte Nichttrinkwasserleitungen beeinflussen die Planung.“

— insani24 Fachredaktion

Profi-Tipp

Planen Sie bei einer Wasserbehandlungsanlage den Anschlussbereich zusammen mit dem Gerät. Die BWT Anleitung verlangt, das Rohrleitungsnetz vor dem Einbau zu spülen und zu prüfen, ob dem Gerät zum Schutz vor Korrosion ein Mineralstoff-Dosiergerät nachgeschaltet werden muss.

Für die Befestigungsplanung kann außerdem relevant sein, welche Bauteile im Installationssystem montiert werden. Die TECE Profil Multiklemme ist laut Produktbezeichnung zur Befestigung von Fremdmaterialien vorgesehen.

Die Klemme ist damit ein Befestigungszubehör, kein Rohrwerkstoff. Welche Befestigung zum konkreten Aufbau passt, ergibt sich aus dem geplanten System und den eingesetzten Komponenten.

Wie planen Sie Schutz und Geräteanschlüsse?

Wenn eine BWT Perla one vorgesehen ist, muss in Fließrichtung höchstens einen Meter vor dem Gerät ein Schutzfilter sitzen. Laut Anleitung muss der Filter funktionsfähig sein, bevor das Gerät installiert wird. Die Anleitung nennt außerdem Druckvorgaben für den Betrieb: Die Summe aus Druckstoß und Ruhedruck darf den Nenndruck nicht übersteigen, und der positive Druckstoß darf höchstens 2 bar betragen.

Für Kaltwasserleitungen führt das Sortiment einen NMC Climaflex PE-Schutzschlauch mit 10 m Länge und der Produktangabe 42 x 4 mm. Bei der Auswahl solcher Schutzkomponenten muss der konkrete Leitungsaufbau berücksichtigt werden.

Die Herstelleranleitung der BWT Anlage beschreibt Anforderungen für dieses Gerät; sie ersetzt keine Planung der gesamten Trinkwasserinstallation. Für größere Sanierungen sollten Warmwasserbedarf und Heizungsanlage gemeinsam abgestimmt werden.

Was gilt bei Nichttrinkwasserleitungen im Gebäude?

Eine Wasserversorgungsanlage darf nach § 13 Absatz 3 TrinkwV nur dann mit einer Nichttrinkwasseranlage verbunden werden, wenn eine Sicherungseinrichtung vorhanden ist, die den allgemein anerkannten Regeln der Technik entspricht. Wenn beide Anlagen im selben Gebäude vorhanden sind, müssen ihre Leitungen dauerhaft und unverwechselbar gekennzeichnet sein.

Auch die Entnahmestellen einer Nichttrinkwasseranlage müssen dauerhaft als Nichttrinkwasser gekennzeichnet werden. Diese Anforderungen betreffen beispielsweise Gebäude, in denen neben Trinkwasser auch eine separate Nichttrinkwasseranlage betrieben wird. Die Leitungsführung und die Kennzeichnung müssen in der Planung zusammen betrachtet werden.

Rechtsgrundlage: Trinkwasserverordnung, § 13 Absätze 1 bis 4. Die Verordnung regelt Planung, Errichtung, Instandhaltung und Betrieb von Wasserversorgungsanlagen sowie Anforderungen an Werkstoffe und Materialien.

Was ist bei Bleileitungen und Wasserbehandlung zu beachten?

Für vorhandene Trinkwasserleitungen oder Teilstücke aus Blei sieht § 17 TrinkwV grundsätzlich vor, dass der Betreiber sie bis zum 12. Januar 2026 nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik entfernen oder stilllegen lässt. Das Gesundheitsamt kann unter den in § 17 genannten Voraussetzungen eine Fristverlängerung gewähren. Bei der Erneuerung eines Leitungsabschnitts muss deshalb auch der Bestand berücksichtigt werden.

Bei der BWT Perla one gelten zusätzlich die gerätespezifischen Einbauvorgaben: korrosionsbeständige Rohrmaterialien, Beachtung der Mischinstallation und ein funktionsfähiger Schutzfilter höchstens einen Meter vor dem Gerät. Die Bedienungsanleitung nennt auch Druckgrenzen, die mit dem Nenndruck des Geräts abgeglichen werden müssen. Diese Angaben gehören in die Planung des Geräteanschlusses.

Wichtiger Hinweis

Die TrinkwV verlangt, dass Wasserversorgungsanlagen mindestens nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik betrieben werden. Eine Verbindung mit einer Nichttrinkwasseranlage ist nur mit geeigneter Sicherungseinrichtung zulässig. Die Kennzeichnungspflichten gelten für Leitungen und Entnahmestellen der Nichttrinkwasseranlage.

Häufige Fragen

Welche Materialien eignen sich für Trinkwasserleitungen?

Die TrinkwV verlangt, dass Werkstoffe die allgemeinen Anforderungen nach § 14 erfüllen und, sofern Bewertungsgrundlagen vorhanden sind, diesen entsprechen. Für ihre Trinkwasserbehandlungsanlage fordert die BWT Anleitung korrosionsbeständige Rohrmaterialien und die Beachtung der Eigenschaften unterschiedlicher Werkstoffe bei einer Mischinstallation.

Kann ich eine Trinkwasserleitung selbst verlegen?

Arbeiten an der Trinkwasserinstallation übernimmt der Fachbetrieb. Dazu gehören das Verlegen und Anschließen der Leitung sowie Arbeiten an angeschlossenen Geräten. Die hier genannten TrinkwV- und Herstellerangaben enthalten keine ausdrückliche Erlaubnis, solche Arbeiten selbst auszuführen.

Was muss ich bei unterschiedlichen Rohrwerkstoffen beachten?

Bei einer Mischinstallation sind die korrosionschemischen Eigenschaften der verschiedenen Rohrwerkstoffe zu beachten. Die BWT Anleitung weist darauf hin, dass dies auch für Werkstoffe in Fließrichtung vor der Trinkwasserbehandlungsanlage gilt. Die Vorgabe betrifft den Anschlussbereich dieses Geräts.

Wie weit vor der BWT Perla one muss der Schutzfilter sitzen?

Laut Einbau- und Bedienungsanleitung muss in Fließrichtung höchstens einen Meter vor der Trinkwasserbehandlungsanlage ein Schutzfilter installiert sein. Der Filter muss bereits funktionsfähig sein, bevor das Gerät eingebaut wird. Außerdem muss das Rohrleitungsnetz vor dem Einbau gespült werden.

Bis wann müssen Trinkwasserleitungen aus Blei entfernt werden?

§ 17 TrinkwV nennt grundsätzlich den 12. Januar 2026 als Frist, bis zu der der Betreiber Bleileitungen oder Teilstücke nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik entfernen oder stilllegen muss. Das Gesundheitsamt kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen eine Fristverlängerung gewähren.

Quellen