Heizung

R290-Wärmepumpe in Betrieb nehmen: Das ist zu beachten

Wer eine R290-Wärmepumpe startet, muss die Anleitung des konkreten Modells beachten und Inbetriebnahme und spätere Betriebsprüfung unterscheiden.

R290-Wärmepumpe an der Außenwand mit gedämmten Heizungsleitungen
Symbolbild, KI-generiert

Kurz erklärt: Die erste Inbetriebnahme einer R290-Wärmepumpe richtet sich nach der Anleitung des konkreten Geräts und gehört wegen elektrischer und hydraulischer Anschlüsse in die Hände des Fachbetriebs. Betreiber verändern keine Anschlüsse. § 60a GModG verlangt für bestimmte Anlagen eine spätere Betriebsprüfung nach der ersten Heizperiode, spätestens zwei Jahre nach Inbetriebnahme.

Bei der Inbetriebnahme einer R290-Wärmepumpe müssen Gerät, Heizungsanlage und Regelung zusammen betrachtet werden. Was Betreiber selbst tun dürfen und was der Fachbetrieb übernimmt, hängt vom konkreten Modell und dessen Betriebsanleitung ab.

Sicherheit geht vor

Arbeiten an elektrischen oder wasserführenden Anschlüssen, am Kältemittelkreis und im geöffneten Gerät übernimmt der Fachbetrieb. Ein falscher Anlagendruck kann Fehlfunktionen verursachen; fehlende Sicherheitseinrichtungen können Verbrühungen auslösen. Bei Gasgeruch im Gebäude betätigen Sie keine Schalter, öffnen Fenster, verlassen das Haus und rufen von draußen den Notdienst des Gasversorgers an.

Was bedeutet Inbetriebnahme bei einer R290-Wärmepumpe?

Inbetriebnahme ist mehr als das Einschalten am Regler. Die konkrete Reihenfolge, Freigaben und Einstellwerte richten sich nach dem Hersteller und dem jeweiligen Gerät. Für ein bestimmtes R290-Modell lassen sich deshalb keine allgemeinen Schaltfolgen oder Sollwerte angeben.

Die hier genannte Vaillant-Betriebsanleitung ist für Betreiber der aroTHERM VWL 55/3 A 230 V und VWL 85/3 A 230 V bestimmt. Auf Seite 20 nennt sie R410A als Kältemittel. Ihre Bedienhinweise und Angaben zum Kältemittel sind daher keine Anleitung zur Inbetriebnahme eines R290-Geräts.

Die Anleitung führt für ihre Modelle unter anderem Bedienelemente, Statuscodes, die Anzeige des Gebäudekreisdrucks und die Fehlersuche auf. Welche Einstellungen bei R290 zulässig sind, steht in der Betriebsanleitung des jeweiligen Geräts. Weitere Informationen zu Kältemitteln finden Sie im Ratgeber Kältemittel der Wärmepumpe: Eigenschaften und Auswahl.

Welche Punkte prüft der Fachbetrieb vor dem Start?

Die Vaillant-Anleitung untersagt Betreibern Änderungen an der Wärmepumpe, ihrem Umfeld, der Ablaufleitung und dem Sicherheitsventil für Heizwasser sowie den Wasser- und Stromzuleitungen. Sie fordert außerdem, die notwendigen Absperreinrichtungen der Heizungsanlage durch einen anerkannten Fachhandwerker prüfen zu lassen.

Der Grund ist konkret: Die Anleitung warnt, dass fehlende Sicherheitseinrichtungen wie Sicherheitsventil oder Ausdehnungsgefäß lebensgefährliche Verbrühungen und weitere Verletzungen verursachen können. Sie nennt auch zu wenig Heizwasser als mögliche Ursache für eine Funktionsstörung. Arbeiten an Anschlüssen und Sicherheitseinrichtungen gehören deshalb nicht zu den Betreiberaufgaben.

Für die spätere Betriebsprüfung führt § 60a GModG mehrere Anlagenpunkte auf, darunter Regelparameter, Pumpeneinstellungen, Vor- und Rücklauftemperaturen sowie hydraulische Komponenten. Diese Liste beschreibt die gesetzliche Prüfung nach der Heizperiode, nicht automatisch eine allgemeine Startsequenz. Lassen Sie sich bei der Übergabe erklären, welche Reglerwerte für Ihre Anlage eingestellt wurden und wo Sie Betriebs- und Störmeldungen ablesen.

Wenn Sie die Vorlauftemperatur besser einordnen möchten, lesen Sie auch den Ratgeber Vorlauftemperatur der Wärmepumpe richtig einstellen.

Was dürfen Betreiber selbst kontrollieren?

Die Betreiberanleitung der genannten aroTHERM-Modelle weist dem Betreiber einfache Kontrollen am Bedienmodul zu. Dazu gehören das Ablesen von Statusmeldungen und Betriebsstatistiken sowie die Anzeige des Gebäudekreisdrucks. Auf Seite 7 steht ausdrücklich: „Kontrollieren Sie in regelmäßigen Abständen den Anlagendruck der Heizungsanlage.“

„Kontrollieren Sie in regelmäßigen Abständen den Anlagendruck der Heizungsanlage.“

— Betriebsanleitung aroTHERM 0020217826_00, S. 7

Diese Betreiberhinweise beziehen sich auf die dort genannten Geräte mit R410A. Übertragen Sie sie nicht als konkrete Bedienfolge auf ein R290-Modell. Prüfen Sie bei Ihrer Anlage nur die Punkte, die deren eigene Betreiberanleitung ausdrücklich beschreibt. Alles darüber hinaus übernimmt der Fachbetrieb.

Die Vaillant-Anleitung ordnet die Wartungsmeldung M.20 den Fällen zu, in denen zu wenig Heizwasser im Produkt ist. Sie nennt das Auffüllen von Heizwasser als Behebung. Bei einem R290-Gerät gelten dafür die Hinweise der zugehörigen Anleitung; Arbeiten an Anschlüssen und Eingriffe ins Gerät bleiben Sache des Fachbetriebs.

Profi-Tipp

Notieren Sie das Datum der Inbetriebnahme und den Beginn der ersten vollständigen Heizperiode. Diese Angaben helfen Ihnen, die Frist für eine gegebenenfalls vorgeschriebene Betriebsprüfung nach § 60a GModG im Blick zu behalten.

Welches Zubehör kann bei einer Wärmepumpe eine Rolle spielen?

Zum Sortiment gehören Frostschutzventile, die als Zubehör für Wärmepumpen bezeichnet sind. Ob sie für Ihr R290-Modell vorgesehen sind, muss anhand der Gerätefreigabe und der Anlagenplanung geklärt werden.

Ein weiteres AFRISO-Frostschutzventil für Wärmepumpen ist ebenfalls gelistet. Die Produktbezeichnung allein legt nicht fest, welche Ausführung für Ihre Anlage passt.

Als Zubehör für Luftwärmepumpen ist außerdem ein BOSCH Elektroheizstab mit 2 kW und 230 V aufgeführt. Die Beschreibung belegt keine Kompatibilität mit jedem R290-Gerät; maßgeblich ist die Freigabe des jeweiligen Wärmepumpenherstellers.

Regler und Zubehör beeinflussen die Einstellungen, die bei einer Wärmepumpe relevant sind. Eine allgemeine Orientierung bietet der Ratgeber Neue Heizung einstellen: Regler und Zubehör.

Bedienmodul und gedämmte Heizungsleitungen einer Wärmepumpe bei der Inbetriebnahme
Symbolbild, KI-generiert

Wann schreibt das GModG eine Betriebsprüfung vor?

§ 60a GModG regelt eine spätere Betriebsprüfung und nicht den ersten Start der Wärmepumpe. Die Pflicht gilt für Wärmepumpen, die nach Ablauf des 31. Dezember 2023 als Heizungsanlage in einem Gebäude mit mindestens sechs Wohnungen oder sonstigen selbständigen Nutzungseinheiten eingebaut oder aufgestellt werden. Sie gilt auch bei Einspeisung in ein Gebäudenetz mit mindestens sechs angeschlossenen Einheiten.

FrageRegel nach § 60a GModG
Wann ist die erste Prüfung fällig?Nach einer vollständigen Heizperiode, spätestens zwei Jahre nach Inbetriebnahme.
Für welche Anlagen gilt die Pflicht?Für die genannten Heizungsanlagen ab sechs Einheiten oder Gebäudenetze ab sechs angeschlossenen Einheiten, wenn sie nach dem 31. Dezember 2023 eingebaut oder aufgestellt werden.
Welche Wärmepumpen sind ausgenommen?Warmwasser-Wärmepumpen und Luft-Luft-Wärmepumpen.
Wann wird wiederholt geprüft?Bei Anlagen ohne Fernkontrolle spätestens alle fünf Jahre.

Die Prüfung umfasst unter anderem den hydraulischen Abgleich und die Regelparameter: Heizkurve, Abschalt- oder Absenkzeiten, Heizgrenztemperatur, Warmwasserbereitung und Pumpeneinstellungen. Bei einer Hybridheizung gehören außerdem Bivalenzpunkt und Betriebsweise dazu. Geprüft werden auch Vor- und Rücklauftemperaturen sowie die Funktion des Ausdehnungsgefäßes.

Weitere Prüfpunkte sind die messtechnische Auswertung der Jahresarbeitszahl, der Füllstand des Kältemittelkreislaufs, hydraulische Komponenten und elektrische Anschlüsse. Die Prüfung umfasst außerdem den Zustand der Außeneinheit, sofern vorhanden, und eine Sichtprüfung der Rohrleitungsdämmung des Wasserheizungssystems. Eine fachkundige Person mit erfolgreicher Schulung zu diesen Prüfungsinhalten muss die Betriebsprüfung durchführen.

Wichtiger Hinweis

Die Fristen aus § 60a GModG gelten nicht pauschal für jede Wärmepumpe in jedem Gebäude. Entscheidend sind die genannten Gebäude- oder Netzgrößen, der Einbauzeitpunkt und die Ausnahmen für Warmwasser- und Luft-Luft-Wärmepumpen.

Häufige Fragen

Kann ich eine R290-Wärmepumpe selbst starten?

Die Erstinbetriebnahme mit elektrischen und hydraulischen Arbeiten übernimmt der Fachbetrieb. Die genannte Vaillant-Betreiberanleitung erlaubt bei ihren aroTHERM-Modellen die Kontrolle des Anlagendrucks, betrifft aber Geräte mit R410A. Diese Vorgabe belegt keine R290-Schaltfolge; führen Sie an einem R290-Gerät nur Schritte aus, die dessen eigene Betreiberanleitung ausdrücklich nennt.

Wann muss eine Wärmepumpe nach § 60a GModG geprüft werden?

Für die dort erfassten Wärmepumpen ist die Betriebsprüfung nach einer vollständigen Heizperiode fällig, spätestens zwei Jahre nach Inbetriebnahme. Die Regel betrifft bestimmte Anlagen in Gebäuden mit mindestens sechs Wohnungen oder selbständigen Nutzungseinheiten sowie entsprechende Gebäudenetze. Warmwasser- und Luft-Luft-Wärmepumpen sind ausgenommen.

Welche Kontrollen darf ich als Betreiber selbst ausführen?

Das hängt von der Betreiberanleitung Ihres konkreten Modells ab. Die Vaillant-Anleitung für bestimmte aroTHERM-Geräte erlaubt das regelmäßige Kontrollieren des Anlagendrucks und beschreibt das Ablesen von Statusmeldungen. Da diese Modelle R410A verwenden, sind die Hinweise keine Bedienanweisung für ein R290-Gerät.

Welche Zubehörteile passen zu einer R290-Wärmepumpe?

Im Sortiment sind unter anderem AFRISO-Frostschutzventile für Wärmepumpen und ein BOSCH Elektroheizstab für Luftwärmepumpen mit 2 kW und 230 V aufgeführt. Diese Bezeichnungen bestätigen keine Freigabe für ein bestimmtes R290-Modell. Entscheidend ist, welches Zubehör der Wärmepumpenhersteller für das Gerät vorsieht.

Was mache ich, wenn die Wärmepumpe eine Störung anzeigt?

Notieren Sie die Meldung und lesen Sie die Hinweise in der Betreiberanleitung Ihres Geräts. Die Vaillant-Anleitung ordnet M.20 bei den dort beschriebenen Modellen zu wenig Heizwasser zu. Ihre Abhilfe gilt für diese Modelle; bei einem R290-Gerät lassen Sie die Meldung anhand dessen Anleitung und vom Fachbetrieb beurteilen.

Quellen