Heizung

Heizungsanlage Frostschutz: Befüllen, Mittel und Ventile

So prüfen Sie den Anlagendruck, füllen Heizungswasser nach und vermeiden Fehler beim Frostschutz.

Füllhahn und Druckanzeige einer Heizungsanlage beim Nachfüllen
Symbolbild, KI-generiert

Kurz erklärt: Füllen Sie Frostschutzmittel nicht eigenständig in eine Heizungsanlage. Die ecoTEC-Betreiberanleitung beschreibt das Nachfüllen mit geeignetem Heizwasser. Für Frostschutz bei der aroTHERM soll die Anlage bei Frost laufen, die Räume ausreichend temperiert und das Gerät mit Strom versorgt sein. Eine Mittelzugabe klärt der Fachbetrieb für das konkrete System.

Frostschutz für eine Heizungsanlage bedeutet nicht automatisch, Frostschutzmittel in den Heizkreis zu geben. Entscheidend sind das geeignete Heizwasser, der richtige Fülldruck und eine Anlage, die bei Frost in Betrieb bleibt.

Sicherheit geht vor

Heiße und unisolierte Rohrleitungen können zu Verletzungen führen. Die aroTHERM-Betriebsanleitung warnt außerdem vor gesundheitsschädlicher Ethylenglykol-Sole: Vermeiden Sie Haut- und Augenkontakt sowie Einatmen und Verschlucken. Frostschutzmittel und Sole befüllt oder dosiert der Fachbetrieb; berühren Sie keine unisolierten Leitungen und entfernen Sie keine Geräteverkleidung.

Darf ich Frostschutzmittel in die Heizungsanlage füllen?

Die Betreiberanleitung für den ecoTEC plus beschreibt das Nachfüllen mit geeignetem Heizwasser. Sie warnt vor stark kalkhaltigem, stark korrosivem oder mit Chemikalien versetztem Heizwasser. Ungeeignetes Wasser kann Dichtungen und Membranen schädigen, wasserführende Bauteile verstopfen und Geräusche verursachen.

Geben Sie deshalb Frostschutzmittel nicht nach eigenem Ermessen zum Heizungswasser. Ob ein bestimmtes Mittel für Ihre Anlage und Ihr Gerät freigegeben ist, muss fachlich geprüft werden. Die Anleitung zur aroTHERM beschreibt Frostschutz vor allem über den Betrieb der Anlage und ausreichend temperierte Räume, nicht über eine pauschale Zugabe zum Heizkreis.

„Füllen Sie die Heizungsanlage nur mit geeignetem Heizwasser.“

— Betriebsanleitung ecoTEC plus VC, VCW, VCI ..6/5-5 DE für den Betreiber (0020245032_00), S. 10

Bei Sole-Wärmepumpen ist auch der Kreislauf wichtig: Die aroTHERM-Anleitung bezeichnet Ethylenglykol als Soleflüssigkeit und weist auf Schutzmaßnahmen bei ihrem Umgang hin. Sole und Heizungswasser sind daher nicht einfach als dasselbe Füllmedium zu behandeln.

Welcher Fülldruck gilt vor dem Befüllen?

Für den ecoTEC nennt die Betriebsanleitung bei kalter Heizungsanlage 0,1 bis 0,2 MPa, also 1,0 bis 2,0 bar, als Bereich für den einwandfreien Betrieb. Bei Anlagen über mehrere Stockwerke kann ein höherer Fülldruck erforderlich sein. Den dafür nötigen Wert legt der Fachhandwerker fest.

Anzeige bei kalter AnlageBedeutung laut ecoTEC-Anleitung
1,0 bis 2,0 barVorgesehener Druckbereich für den einwandfreien Betrieb
Unter 0,8 barHeizungsanlage nachfüllen
Unter 0,5 barGerät schaltet ab; F.22 und aktueller Fülldruck erscheinen abwechselnd

Die Werte sind nicht austauschbar: 0,5 bar ist die Abschaltschwelle und kein anzustrebender Fülldruck. Am ecoTEC können Sie laut Anleitung die Anzeige für aktuellen, minimalen und maximalen Fülldruck über zweimaliges Drücken der angegebenen Taste aufrufen.

Profi-Tipp

Prüfen Sie den Druck bei kalter Anlage und vergleichen Sie ihn mit dem Bereich von 1,0 bis 2,0 bar. Kontrollieren Sie ihn nach dem Entlüften erneut, denn laut Anleitung kann danach weiteres Heizwasser nötig sein.

Weitere Hinweise zur Druckkontrolle und Füllarmatur finden Sie im Ratgeber Heizung sicher nachfüllen: Druck und Füllarmatur.

Wie füllen Sie Heizungswasser beim ecoTEC nach?

Die folgenden Schritte stehen in der Betreiberanleitung für den ecoTEC plus VC, VCW und VCI ..6/5-5. Voraussetzung ist, dass Ihnen der Fachhandwerker erklärt hat, wo der Füllhahn sitzt und wie Sie ihn mit der Heizwasserversorgung verbinden.

  1. Öffnen Sie alle Heizkörperventile beziehungsweise Thermostatventile.
  2. Verbinden Sie den Füllhahn so mit der Heizwasserversorgung, wie es Ihnen erklärt wurde, und öffnen Sie die Heizwasserversorgung.
  3. Drehen Sie den Füllhahn langsam auf. Füllen Sie, bis der erforderliche Fülldruck erreicht ist.
  4. Schließen Sie die Heizwasserversorgung und entlüften Sie alle Heizkörper.
  5. Prüfen Sie den Druck am Display erneut. Füllen Sie bei Bedarf nochmals nach, schließen Sie den Füllhahn und kehren Sie zur Grundanzeige zurück.

Die Anleitung weist darauf hin, den Füllhahn langsam zu öffnen und nach dem Entlüften erneut zu prüfen. Eine genaue Schrittfolge zum Entlüften der Heizkörper finden Sie im Beitrag Heizkörper entlüften: Anleitung und typische Fehler.

Druckanzeige und Heizkörperventil einer Heizungsanlage
Symbolbild, KI-generiert

Wie schützen Sie die Heizung bei Frost?

Die aroTHERM-Betriebsanleitung fordert, dass die Heizungsanlage bei Frost in Betrieb bleibt und alle Räume ausreichend temperiert werden. Das gilt auch, wenn Sie einzelne Räume oder die ganze Wohnung zeitweise nicht nutzen. Frostschutz und Überwachungseinrichtungen sind laut Anleitung nur aktiv, wenn das Produkt mit Strom versorgt wird.

  • Schalten Sie die Anlage während einer Frostperiode nicht einfach ab.
  • Achten Sie darauf, dass die Räume ausreichend temperiert bleiben.
  • Beachten Sie, dass ein Stromausfall Teile der Heizungsanlage dem Frost aussetzen kann.

Wenn ein Notstromaggregat die Wärmepumpe bei Stromausfall versorgen soll, ziehen Sie für dessen Installation einen Fachhandwerker hinzu. Die Anleitung verlangt, dass Frequenz, Spannung und Erdung des Aggregats zu den technischen Werten der Stromversorgung passen.

Die Hinweise zum Zusammenspiel von Heizungswasser und Regelung finden Sie auch im Ratgeber Frostschutz Heizung: Heizungswasser und Regelung.

Welche Fehler sollten Sie beim Frostschutz vermeiden?

Beim Befüllen entstehen typische Fehler, wenn Druckwerte verwechselt oder die Schritte nach dem Nachfüllen ausgelassen werden. Für den ecoTEC nennt die Betreiberanleitung konkrete Grenzen und eine feste Reihenfolge.

  • Zu wenig Druck als ausreichend ansehen: Unter 0,8 bar soll nachgefüllt werden. Unter 0,5 bar schaltet das Gerät ab und zeigt F.22.
  • Ungeeignetes Wasser verwenden: Die Anleitung warnt vor stark kalkhaltigem, stark korrosivem oder chemisch versetztem Heizwasser.
  • Nach dem Füllen nicht entlüften: Die Anleitung verlangt, alle Heizkörper zu entlüften und den Druck danach erneut zu kontrollieren.
  • Die Heizung bei Frost stromlos machen: Frostschutz und Überwachungseinrichtungen der aroTHERM funktionieren nur bei Stromversorgung.

Wichtiger Hinweis

Die 1,0 bis 2,0 bar gelten für die kalte ecoTEC-Anlage. Übertragen Sie diesen Richtwert nicht ungeprüft auf andere Geräte oder Anlagen mit mehreren Stockwerken; dort kann ein höherer Druck erforderlich sein.

Welche Frostschutzmittel und Ventile passen zur Heizungsanlage?

Ein Frostschutzmittel ist ein Füllmedium, ein Frostschutzventil ein Bauteil. Beide Produktarten erfüllen daher unterschiedliche Aufgaben. Die Bezeichnung im Sortiment ordnet die folgenden Artikel ein; sie ersetzt nicht die Prüfung, ob sie für Ihr konkretes Gerät vorgesehen sind.

Der BCG FS 10-l-Kanister ist als Frost- und Rostschutz für Heizungsanlagen bezeichnet. Eine Zugabe zum Heizungswasser sollte nur nach fachlicher Prüfung erfolgen.

Die AFRISO AAV 102 und AAV 302 sind als Frostschutzventile für Wärmepumpen bezeichnet. Sie sind Bauteile und kein flüssiger Zusatz zum Heizungswasser.

Das AFRISO AAV 302 gehört ebenfalls zu den Frostschutzventilen für Wärmepumpen. Ventile ersetzen weder die Druckkontrolle beim ecoTEC noch den in der aroTHERM-Anleitung beschriebenen Betrieb bei Frost.

Für die Auswahl zählt deshalb zuerst, welches Gerät und welcher Kreislauf geschützt werden soll. Halten Sie sich beim Nachfüllen an die Betreiberanleitung des Geräts und verwenden Sie nur dafür geeignetes Heizwasser.

Häufige Fragen

Kann ich Frostschutzmittel selbst in die Heizung füllen?

Die ecoTEC-Anleitung nennt geeignetes Heizwasser als Füllmedium und warnt vor chemisch versetztem Heizwasser. Geben Sie Frostschutzmittel deshalb nicht nach eigenem Ermessen zu. Lassen Sie vor der Zugabe prüfen, ob Hersteller und Anlage das konkrete Mittel freigeben und wie die Befüllung erfolgen muss.

Wie viel Druck muss die Heizungsanlage beim Nachfüllen haben?

Bei kalter Anlage nennt die ecoTEC-Anleitung 1,0 bis 2,0 bar als Bereich für den einwandfreien Betrieb. Liegt der Druck unter 0,8 bar, beschreibt sie das Nachfüllen. Unter 0,5 bar schaltet das Gerät ab und zeigt abwechselnd F.22 sowie den aktuellen Fülldruck.

Kann ich die Heizung im Winter ausschalten, wenn ich verreise?

Die aroTHERM-Anleitung verlangt, dass die Heizungsanlage bei Frost in Betrieb bleibt und alle Räume ausreichend temperiert werden, auch wenn Wohnung oder Räume ungenutzt sind. Frostschutz und Überwachungseinrichtungen arbeiten laut Anleitung nur bei angeschlossener Stromversorgung.

Wo finde ich den Füllhahn für Heizungswasser?

Die ecoTEC-Anleitung sagt, dass Sie den Fachhandwerker nach der Lage des Füllhahns fragen und die Verbindung so herstellen sollen, wie er es erklärt hat. Öffnen Sie anschließend alle Thermostatventile, füllen Sie langsam bis zum erforderlichen Druck und entlüften Sie danach alle Heizkörper.

Warum zeigt die Heizung F.22 an?

Beim ecoTEC erscheint F.22 laut Anleitung, wenn der Fülldruck unter 0,5 bar sinkt; das Gerät schaltet dann ab. Die Anleitung beschreibt bei weniger als 0,8 bar das Nachfüllen. Prüfen Sie den Druck nach dem Entlüften erneut und füllen Sie bei Bedarf nach.

Quellen