Sanitär & Bad

Barrierefreies Bad planen: Anforderungen und Lösungen

So beziehen Sie bodengleiche Dusche, Ablauf und Abdichtung in die Badplanung ein.

Bodengleiche Dusche mit Duschrinne im gefliesten Badboden
Symbolbild, KI-generiert

Kurz erklärt: Bei der Planung eines barrierefreien Bads gehören bodengleiche Dusche, Ablauf und Abdichtung zusammen. TECE ordnet Böden in Räumen mit bodengleichen Duschen der Wassereinwirkungsklasse W2-I zu. Welche Rinne und welcher Ablauf passen, richtet sich auch nach Wasserbelastung und baulicher Situation. Einbau und Abdichtung übernimmt der Fachbetrieb.

Ein barrierefreies Bad braucht eine durchdachte Planung von Dusche, Ablauf und Abdichtung. Für Wohnungen führt TECE die DIN 18040 Teil 2 als Planungsgrundlage auf; bei bodengleichen Duschen beschreibt das Dokument außerdem Anforderungen an die Abdichtung.

Sicherheit geht vor

In einer bodengleichen Dusche wirken häufig Spritz- und Brauchwasser sowie zeitweise anstauendes Wasser auf den Boden. Auch angrenzende Flächen können je nach Wassereinwirkung betroffen sein. Planung und Ausführung von Ablauf, Rinne, Abdichtung und Anschlüssen übernimmt der Fachbetrieb.

Was gehört zur Planung eines barrierefreien Bads?

TECE nennt in der Literaturliste DIN 18040 Teil 2 „Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen“, Teil 2 für Wohnungen. Die technischen Informationen zur Entwässerung ergänzen diesen Bezug um die Auswahl von Rinnen, Abläufen und Abdichtung. Welche Komponenten passen, hängt laut TECE auch von den baulichen Gegebenheiten ab.

Für eine bodengleiche Dusche sollten Ablauf und Abdichtung deshalb gemeinsam betrachtet werden. Die Wassereinwirkung auf die Duschfläche bestimmt, welche Abdichtungsklasse relevant ist. Berücksichtigen Sie auch angrenzende Bereiche: Sind sie weder ausreichend weit entfernt noch durch bauliche Maßnahmen wie eine Duschabtrennung geschützt, kann eine höhere Wassereinwirkungsklasse zweckmäßig sein.

Weitere Aspekte zur Auswahl von Dusche, WC und Armaturen behandelt der Ratgeber Barrierefreies Bad: Dusche, WC und Armaturen auswählen.

„Bei der bodengleichen Dusche gehören Ablauf und Abdichtung in dieselbe Planung.“

— insani24 Fachredaktion

Welche Anforderungen gelten für die Abdichtung?

Die TECE-Übersicht unterscheidet Wassereinwirkungsklassen für Innenräume. Für Böden in Räumen mit bodengleichen Duschen nennt sie W2-I, also eine hohe Wassereinwirkung. Kennzeichnend sind häufige Einwirkung durch Spritz- und/oder Brauchwasser sowie eine zeitweise Intensivierung durch anstauendes Wasser.

KlasseEinordnung laut TECEGenannte Einsatzbereiche und Abdichtungsstoffe
W1-I, mäßigHäufig Spritzwasser oder nicht häufig Brauchwasser, ohne Intensivierung durch anstauendes Wasser.Unter anderem häusliche Bodenflächen mit Ablauf ohne hohe Wassereinwirkung aus dem Duschbereich. Genannt werden Polymerdispersion, mineralische Dichtungsschlämme, Reaktionsharz sowie bahnen- oder plattenförmige Abdichtungsstoffe im Verbund mit Fliesen und Platten.
W2-I, hochHäufig Spritz- und/oder Brauchwasser; am Boden zeitweise durch anstauendes Wasser intensiviert.Bodenflächen mit Abläufen und/oder Rinnen sowie Böden in Räumen mit bodengleichen Duschen. Genannt werden Polymerdispersion für die Wand, mineralische Dichtungsschlämme, Reaktionsharz sowie bahnen- oder plattenförmige Abdichtungsstoffe im Verbund mit Fliesen und Platten.
W3-I, sehr hochSehr häufige oder lang anhaltende Einwirkung von Spritz- und/oder Brauchwasser, verstärkt durch anstauendes Wasser.Beispiele sind Duschen in Sport- und Gewerbestätten sowie gewerbliche Küchen. TECE nennt mineralische Dichtungsschlämme und Reaktionsharz.

Die Klasse richtet sich nach der zu erwartenden Wassereinwirkung. Die Übersicht weist darauf hin, dass angrenzende Flächen abhängig von Entfernung und Schutz ebenfalls höher eingestuft werden können. Die Abdichtungsplanung muss daher auch den Übergang aus der Dusche berücksichtigen.

Wie wählen Sie Duschrinne und Ablauf aus?

Das TECEdrainline-Programm besteht aus Abdeckungen, Rinnenkörpern und Abläufen, die sich im Baukastensystem kombinieren lassen. Das Sortiment umfasst fünf Abläufe für unterschiedliche Anforderungen und bauliche Gegebenheiten. Dazu zählen laut TECE Abläufe mit besonders niedriger Bauhöhe für die Altbausanierung sowie Varianten mit besonders hoher Ablaufleistung für Powerduschen.

Bei den Rinnenkörpern nennt TECE gerade Ausführungen mit und ohne Wandaufkantung, eine 90-Grad-Winkelrinne und Varianten mit werkseitig angebrachter Dichtmanschette. Eine gerade Rinne ist speziell für Natursteinbeläge vorgesehen. Rost-Nennlängen gibt es mit 700, 800, 900, 1000, 1200 und 1500 Millimetern; Winkelroste sind mit 900 bis 1200 Millimetern aufgeführt.

Ein Haarsieb, Montagefüße und Membrangeruchsverschlüsse sind als optionales Zubehör beschrieben. Die passende Kombination richtet sich nach Einbausituation, Bodenbelag und Ablaufanforderung. Mehr zur Auswahl und Planung einer Rinne lesen Sie im Ratgeber Duschrinne auswählen und einbauen.

Profi-Tipp

Planen Sie Rinnenkörper, Ablauf und Abdichtung als zusammengehörige Komponenten. So lassen sich bauliche Gegebenheiten und die Wassereinwirkung der Dusche gemeinsam berücksichtigen.

Duschrinne im Fliesenboden einer bodengleichen Dusche
Symbolbild, KI-generiert

Eignet sich eine bodengleiche Dusche zum Nachrüsten?

Für die Altbausanierung nennt TECE Abläufe mit besonders niedriger Bauhöhe. Ob eine solche Lösung in ein konkretes Bad passt, hängt laut Herstellerinformationen von den baulichen Gegebenheiten und der gewählten Entwässerung ab. Lassen Sie die Einbausituation und die Abdichtung vor der Ausführung vom Fachbetrieb planen.

Für bodengleiche Duschen mit Fliesenböden ist im Sortiment die Schmutzwasserhebeanlage Sanifloor+1 aufgeführt. Sie kommt als mögliche Lösung in Betracht, wenn eine Hebeanlage zur geplanten Entwässerung passt.

Wenn Sie eine bestehende Dusche umbauen möchten, finden Sie weitere Planungshinweise im Ratgeber Ebenerdige Dusche nachrüsten.

Wer übernimmt Einbau und Abdichtung?

Die technischen Informationen von TECE beschreiben Rinnen, Abläufe, Abdichtungsstoffe und deren Einsatzbereiche. Für die Ausführung einer bodengleichen Dusche müssen Entwässerung und Abdichtung zur baulichen Situation und zur erwarteten Wasserbelastung passen. Das übernimmt der Fachbetrieb.

Für die Planung des Badezimmers ist außerdem relevant, ob Rinne und Ablauf gerade oder als Winkelrinne ausgeführt werden und ob eine Dichtmanschette werkseitig angebracht ist. Das TECE-Programm nennt außerdem Lösungen für Schall- und Brandschutz sowie Hygiene- und Reinigungseigenschaften. Diese Merkmale sind bei der Auswahl des passenden Systems zu berücksichtigen.

Wichtiger Hinweis

W2-I betrifft laut TECE ausdrücklich Bodenflächen mit Abläufen oder Rinnen und Räume mit bodengleichen Duschen. Beziehen Sie auch angrenzende, nicht ausreichend geschützte Flächen in die Abdichtungsplanung ein.

Eine bodengleiche Dusche ist eine Entwässerungs- und Abdichtungsplanung, die sich an Wassereinwirkung und Einbausituation orientiert. Die Auswahl der Komponenten und die fachgerechte Ausführung gehören zusammen.

Häufige Fragen

Welche Wassereinwirkungsklasse gilt für eine bodengleiche Dusche?

TECE ordnet Bodenflächen in Räumen mit bodengleichen Duschen der Klasse W2-I zu. Diese steht für hohe Wassereinwirkung durch häufiges Spritz- und/oder Brauchwasser, das am Boden zeitweise durch anstauendes Wasser verstärkt wird. Die konkrete Einstufung richtet sich nach der erwarteten Wassereinwirkung.

Welche Abdichtung nennt TECE für die Dusche?

Für W2-I nennt TECE mineralische Dichtungsschlämme, Reaktionsharz sowie bahnen- oder plattenförmige Abdichtungsstoffe im Verbund mit Fliesen und Platten. Polymerdispersion ist in dieser Klasse für die Wand aufgeführt. Welche Ausführung für ein konkretes Bad passt, plant der Fachbetrieb.

Kann man eine bodengleiche Dusche im Altbau nachrüsten?

TECE führt Abläufe mit besonders niedriger Bauhöhe für die Altbausanierung auf. Ob sich eine solche Variante im konkreten Bad einsetzen lässt, richtet sich nach den baulichen Gegebenheiten und der Entwässerung. Ein Fachbetrieb plant Ablauf und Abdichtung für die vorhandene Einbausituation.

Welche Duschrinne passt zu einem barrierefreien Bad?

TECE beschreibt gerade Rinnen, eine 90-Grad-Winkelrinne und Ausführungen mit werkseitig angebrachter Dichtmanschette. Rost-Nennlängen reichen laut technischer Information von 700 bis 1500 Millimetern; Winkelroste sind mit 900 bis 1200 Millimetern angegeben. Die passende Ausführung hängt von baulicher Situation und Planung ab.

Darf ich eine Duschrinne selbst einbauen?

Die Planung einer bodengleichen Dusche umfasst Ablauf, Rinne und Abdichtung für eine hohe Wassereinwirkung. Für diese Entwässerungs- und Abdichtungsarbeiten gibt es hier keine Betreiberfreigabe. Das übernimmt der Fachbetrieb, der die Komponenten auf die bauliche Situation abstimmt.

Quellen