Wasser & Filter

Heizungswasser vollentsalzen lassen: Füllwasser nach VDI 2035

Die Heizung mit vollentsalztem Wasser füllen oder nachfüllen lassen – Ablauf, Messwerte und Material.

  • SchwierigkeitMittel
  • Dauer (Fachbetrieb)1–4 Std.
  • AusführungNur durch einen Fachbetrieb
  • Sofort bestellbar0 von 1 Positionen

Heizungsanlagen werden heute meist mit vollentsalztem Wasser befüllt. Die Richtlinie VDI 2035 begrenzt Härte und Leitfähigkeit von Füll- und Ergänzungswasser, damit sich im Wärmeerzeuger kein Kalk ablagert und Korrosion gering bleibt; viele Gerätehersteller schreiben die Wasserqualität in ihren Unterlagen vor. Aufbereitet wird über eine Patrone mit Ionenaustauscherharz, durch die das Wasser beim Füllen strömt. Die Leitfähigkeit am Ausgang zeigt, wann die Patrone erschöpft ist. Das Füllen einer ganzen Anlage oder ein Austausch des Heizungswassers ist Aufgabe des Heizungsfachbetriebs; Patronen und Messgerät können Sie vorab bereitstellen.

Materialliste

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Benötigtes Material

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So läuft der Auftrag ab

  1. Unterlagen vorbereiten

    Legen Sie Anlagenbuch, Herstellerunterlagen des Wärmeerzeugers und, falls bekannt, das Anlagenvolumen bereit. Notieren Sie die Härte des Leitungswassers. Daraus ergibt sich, wie viele Patronen für die Befüllung nötig sind.

  2. Auftrag und Umfang klären

    Der Fachbetrieb klärt, ob die Anlage komplett neu befüllt, teilweise ausgetauscht oder nur nachgefüllt wird und ob eine Füllarmatur mit Systemtrenner vorhanden ist. Nach Absprache stellen Sie Patronen und Messgerät bereit.

  3. Befüllen durch den Fachbetrieb

    Der Betrieb füllt über Systemtrenner und Patrone, überwacht die Leitfähigkeit am Ausgang und tauscht die Patrone, sobald der Grenzwert erreicht ist. Danach wird die Anlage entlüftet und der Anlagendruck eingestellt.

  4. Messwerte dokumentieren

    Füllmenge, Leitfähigkeit, Härte und pH-Wert werden ins Anlagenbuch eingetragen. Nach VDI 2035 wird der pH-Wert nach einigen Wochen Betrieb erneut gemessen, weil er sich im vollentsalzten Wasser von selbst einpendelt.

  5. Nachfüllen im Betrieb

    Für kleine Nachfüllmengen kann eine fest installierte Nachfüllkombination mit Patrone vorgesehen werden, die Sie nach Einweisung selbst bedienen. Jede Nachfüllung wird mit Menge und Datum im Anlagenbuch notiert.

Häufige Fragen

Warum nicht einfach mit Leitungswasser füllen?

Leitungswasser enthält Kalk und Salze. Beim Aufheizen fällt Kalk im Wärmetauscher aus, gelöste Salze erhöhen die Leitfähigkeit. VDI 2035 und viele Gerätehersteller geben deshalb Grenzwerte für das Füllwasser vor.

Wie erkenne ich, dass die Patrone erschöpft ist?

An der steigenden Leitfähigkeit des aufbereiteten Wassers. Viele Füllarmaturen haben dafür eine Anzeige, sonst wird mit einem Handmessgerät geprüft.

Quellen

  • VDI 2035 Blatt 1: Vermeidung von Schäden in Warmwasser-Heizungsanlagen
  • DIN EN 1717: Schutz des Trinkwassers vor Verunreinigungen in Trinkwasser-Installationen
  • Montage- und Bedienungsanleitung des jeweiligen Herstellers