Heizung

Heizung Sicherheitsgruppe auswählen: Funktion und Größe

Erfahren Sie, welche Bauteile eine Kesselsicherheitsgruppe enthält und welche Angaben für die Auswahl zählen.

Vormontierte Kesselsicherheitsgruppe mit Manometer, Sicherheitsventil und Schnellentlüfter
Symbolbild, KI-generiert

Kurz erklärt: Eine Kesselsicherheitsgruppe bündelt bei geschlossenen Heizungsanlagen ein Sicherheitsventil, ein Heizungsmanometer und einen Schnellentlüfter. Für die Auswahl zählen die zulässige Wärmeleistung, der Kesselanschluss, Nennweite und Ansprechdruck des Ventils sowie die Temperaturgrenzen. Die Produktbeispiele reichen bis 50 oder 100 kW und nennen 3 bar Ansprechdruck.

Eine Heizungs-Sicherheitsgruppe bündelt Bauteile, die bei geschlossenen Heizungsanlagen wichtige Anzeigen und Sicherheitsfunktionen bereitstellen. Welche Ausführung passt, hängt unter anderem von der Wärmeleistung, dem Kesselanschluss und den Daten des Sicherheitsventils ab.

Sicherheit geht vor

Heizungsanlagen können unter Druck stehen und heißes Wasser enthalten. Bei Montage, Einstellung oder Prüfung können heißes Heizwasser austreten und Verbrühungen entstehen. Auswahl, Einbau und Prüfung übernimmt der Fachbetrieb; öffnen Sie die Baugruppe nicht.

Was macht eine Kesselsicherheitsgruppe?

Die Produktbeschreibungen führen Kesselsicherheitsgruppen für geschlossene Heizungsanlagen auf. Eine vormontierte Gruppe enthält typischerweise ein Sicherheitsventil, ein Heizungsmanometer und einen Schnellentlüfter. Das Manometer zeigt den Anlagendruck an, der Schnellentlüfter dient der Entlüftung und das Sicherheitsventil hat einen festgelegten Ansprechdruck.

Bei den hier beschriebenen KSG-Modellen ist das Sicherheitsventil auf 3 bar Ansprechdruck ausgelegt. Die Manometer haben einen Anzeigebereich von 0 bis 4 bar. Diese Angaben bezeichnen unterschiedliche Werte: Der Ansprechdruck gehört zum Sicherheitsventil, der Anzeigebereich zur Druckskala des Manometers.

Die comfort-KSG-Modelle haben außerdem einen Schnellentlüfter DN 10 mit einer Druckangabe von 12 bar. Die Bauteile sitzen in einer vormontierten Gruppe mit Isolierung. Wenn Ihre Heizung gluckert, finden Sie weitere Informationen im Ratgeber Heizung gluckert: Luft erkennen und richtig entlüften.

Bauteile einer Heizungs-Sicherheitsgruppe mit Manometer, Sicherheitsventil und Schnellentlüfter
Symbolbild, KI-generiert

„Leistungsklasse, Anschluss und Ventildaten müssen gemeinsam zur Anlage passen.“

— insani24 Fachredaktion

Welche Angaben sind für die Auswahl wichtig?

Vergleichen Sie bei einer Heizungs-Sicherheitsgruppe die technischen Angaben des konkreten Wärmeerzeugers mit den Produktdaten. Die Produktbeschreibungen der KSG-Modelle nennen insbesondere folgende Auswahlmerkmale:

  • Wärmeleistung: Die comfort KSG ist für Heizungsanlagen bis 50 kW beschrieben, die KSG Maxi bis 100 kW.
  • Kesselanschluss: Beide comfort-Ausführungen haben kesselseitig einen Anschluss DN 25 (1 Zoll) Innengewinde.
  • Sicherheitsventil: Die KSG bis 50 kW hat ein Ventil DN 15 (1/2 Zoll), die KSG Maxi DN 20 (3/4 Zoll). Beide Produktbeschreibungen nennen 3 bar Ansprechdruck.
  • Manometer und Entlüfter: Die comfort-Modelle haben ein Manometer mit 0 bis 4 bar und einen Schnellentlüfter DN 10.
  • Temperaturgrenze: Für beide comfort-Gruppen ist eine maximale Betriebstemperatur von 120 °C angegeben.

Die Nennweite des Kesselanschlusses allein reicht nicht zur Auswahl. Auch die Leistungsgrenze und die Angaben zum Sicherheitsventil müssen zur Anlage passen. Lassen Sie die Produktdaten vom Fachbetrieb mit den Daten des Wärmeerzeugers abgleichen.

Profi-Tipp

Vergleichen Sie die Werte zeilenweise: erst die maximale Wärmeleistung, dann Kesselanschluss und Ventil-Nennweite, anschließend Ansprechdruck und Temperaturgrenze. So sehen Sie schnell, welche Angaben der Fachbetrieb beim Abgleich berücksichtigen muss.

Wie lässt sich eine Sicherheitsgruppe für die Heizung dimensionieren?

Die Produktbeispiele geben Leistungsgrenzen bis 50 beziehungsweise bis 100 kW an. Diese Grenzen beschreiben die jeweilige Gruppe, ersetzen aber nicht den Abgleich mit dem Wärmeerzeuger. Auch wenn zwei Gruppen denselben Kesselanschluss haben, können sich ihre Ventil-Nennweiten unterscheiden.

Verwechseln Sie den Ansprechdruck des Sicherheitsventils nicht mit dem üblichen Fülldruck der Heizungsanlage. Für die genannten ecoTEC-plus-Geräte beschreibt Vaillant in der Betreiberanleitung auf Seite 10 einen Fülldruck von 1,0 bis 2,0 bar bei kalter Heizungsanlage. Sinkt der Druck unter 0,5 bar, schaltet das Produkt laut Anleitung ab. Diese Werte beziehen sich auf die genannten Geräte und sind keine Vorgabe für jede Heizung.

Bei Fragen zum Druck oder einer Störung der Anlage hilft der Ratgeber Heizungsausfall: Störungen und Sicherungen prüfen. Die passende Sicherheitsgruppe legt der Fachbetrieb anhand der Produktdaten und des konkreten Wärmeerzeugers fest.

ProduktWärmeleistung laut BeschreibungKesselanschlussSicherheitsventil
comfort KSG DN 25bis 50 kWDN 25 (1 Zoll)DN 15 (1/2 Zoll), 3 bar
comfort KSG Maxi DN 25bis 100 kWDN 25 (1 Zoll)DN 20 (3/4 Zoll), 3 bar
Afriso KSGbis 50 kWG1 InnengewindeG1/2 x G3/4, 3 bar

Welche Kesselsicherheitsgruppe passt zur Anlage?

Die comfort KSG ist laut Produktbeschreibung für geschlossene Heizungsanlagen bis 50 kW vorgesehen. Sie hat einen kesselseitigen Anschluss DN 25, ein Sicherheitsventil DN 15 mit 3 bar Ansprechdruck und ein Manometer mit 0 bis 4 bar.

Die KSG Maxi ist für Heizungsanlagen bis 100 kW beschrieben. Der Kesselanschluss bleibt DN 25, das Sicherheitsventil hat jedoch DN 20. Vergleichen Sie diese abweichende Ventilgröße mit den Vorgaben für den Wärmeerzeuger.

Auch die Afriso Kesselsicherungsgruppe ist bis 50 kW angegeben und nennt 3 bar Ansprechdruck. Ihre Produktbeschreibung führt einen Anschluss G1, ein Manometer mit 0 bis 4 bar und die Maße 187 x 150 x 60 mm auf.

Die Produktbeschreibungen nennen für die KSG-Ausführungen DIN EN 12828. Maßgeblich für die konkrete Auswahl bleiben die vollständigen Anschluss- und Leistungsdaten der jeweiligen Gruppe sowie des Kessels.

Wichtiger Hinweis

Ein Manometer mit einer Skala von 0 bis 4 bar bedeutet nicht, dass dieser gesamte Bereich der passende Betriebsdruck für Ihre Anlage ist. Die Vaillant-Angabe von 1,0 bis 2,0 bar gilt für die genannten ecoTEC-plus-Geräte bei kalter Anlage und lässt sich nicht pauschal auf andere Heizungen übertragen.

Was gilt bei Speicher-Sicherheitsgruppen?

Der Begriff Sicherheitsgruppe wird auch für geschlossene Warmwasser-Speicher verwendet. Die AD 786 und AD 796 sind laut Herstellerunterlage dafür vorgesehen und nicht mit einer Kesselsicherheitsgruppe für den Heizkreis gleichzusetzen. Die AD-796-Ausführung hat zusätzlich ein Druckminderventil; die Unterlage beschreibt außerdem einen Rückflussverhinderer. Mehr zum Thema finden Sie im Ratgeber Warmwasserspeicher: Größe, Funktion und Anschluss.

Für die AD-Speichergruppe muss die Öffnung des Sicherheitsventils laut Bedienungs- und Installationsanleitung zur Atmosphäre hin offen bleiben. Bei der Erstinbetriebnahme nennt die Anleitung die Prüfung von Sicherheitsventil und Rückflussverhinderer sowie bei AD 796 auch die Prüfung des Druckminderventils. Sie hält außerdem fest, dass das Sicherheitsventil nicht repariert werden kann und bei einer Funktionsstörung komplett auszutauschen ist.

Diese Hinweise beziehen sich auf die AD 786 / AD 796 für Warmwasser-Speicher. Für Einbau, Prüfung und Wartung einer Kesselsicherheitsgruppe gelten die Produktangaben des konkreten Modells; die Arbeiten übernimmt der Fachbetrieb.

Häufige Fragen

Welche Angaben sind beim Auswählen einer Heizungs-Sicherheitsgruppe wichtig?

Vergleichen Sie in der Produktbeschreibung die maximale Wärmeleistung, den Kesselanschluss, die Nennweite und den Ansprechdruck des Sicherheitsventils. Prüfen Sie zusätzlich Temperaturgrenze sowie die Angaben zu Manometer und Schnellentlüfter. Die comfort-Gruppen haben einen 1-Zoll-Kesselanschluss und je nach Ausführung eine Leistungsgrenze von 50 oder 100 kW.

Sind 3 bar der normale Anlagendruck?

Nein. Bei den aufgeführten Kesselsicherheitsgruppen ist 3 bar der angegebene Ansprechdruck des Sicherheitsventils. Das Manometer zeigt dagegen im Bereich von 0 bis 4 bar an. Für die genannten Vaillant-ecoTEC-plus-Geräte nennt die Betreiberanleitung bei kalter Heizungsanlage einen Fülldruck von 1,0 bis 2,0 bar. Das sind unterschiedliche Angaben.

Passt eine Kesselsicherheitsgruppe bis 50 kW zu jedem 50-kW-Kessel?

Die Leistungsgrenze ist nur ein Auswahlmerkmal. Die comfort KSG bis 50 kW und die KSG Maxi bis 100 kW haben zwar denselben kesselseitigen Anschluss DN 25 (1 Zoll), aber unterschiedliche Sicherheitsventil-Nennweiten. Der Fachbetrieb muss die Produktangaben mit dem Wärmeerzeuger und dessen Anschluss abgleichen.

Ist eine Sicherheitsgruppe für einen Warmwasser-Speicher dasselbe?

Nein. Die AD 786 und AD 796 sind für geschlossene Warmwasser-Speicher beschrieben. Die AD-796-Ausführung hat zusätzlich ein Druckminderventil. Eine Kesselsicherheitsgruppe ist für geschlossene Heizungsanlagen vorgesehen. Vergleichen Sie daher die Produktbezeichnung und den vorgesehenen Einsatzbereich, bevor ein Fachbetrieb die Gruppe auswählt.

Kann ich eine Kesselsicherheitsgruppe selbst einbauen oder prüfen?

Nein. Die Heizungsanlage kann unter Druck stehen und heißes Wasser enthalten. Bei Arbeiten an der Gruppe können Wasser austreten und Verbrühungen entstehen. Lassen Sie Auswahl, Einbau, Einstellung und Prüfung vom Fachbetrieb übernehmen. Eine geöffnete oder zerlegte Sicherheitsgruppe ist kein Arbeitsbereich für Betreiber.

Quellen