FI-Schutzschalter auswählen: Polzahl und Nennstrom
So unterscheiden Sie Polzahl, Bemessungsstrom und Bemessungsfehlerstrom und wissen, welche Angaben die Elektrofachkraft prüfen muss.

Kurz erklärt: Die Polzahl (2-polig oder 4-polig), der Bemessungsstrom In in Ampere und der Bemessungsfehlerstrom in Milliampere sind getrennte Angaben. Ein FI mit 25 A/30 mA ist daher nicht automatisch durch einen mit 40 A/30 mA oder 63 A/500 mA ersetzbar. Die Elektrofachkraft gleicht die Gerätedaten mit der vorhandenen Anlage ab.
Bei einem FI-Schutzschalter stehen mehrere Zahlen und Kennzeichnungen nebeneinander. Für die Auswahl müssen Sie Polzahl, Bemessungsstrom und Bemessungsfehlerstrom auseinanderhalten.
Die Produktbezeichnungen zeigen, wie unterschiedlich diese Werte ausfallen können. Welche Ausführung zu Ihrer Anlage passt, klärt eine Elektrofachkraft anhand der vorhandenen Installation.
Sicherheit geht vor
Arbeiten am elektrischen Anschluss können zu lebensgefährlichem Stromschlag führen. Ein falsch ausgewählter oder angeschlossener FI kann den vorgesehenen Schutz beeinträchtigen. Auswahl, Anschluss und Inbetriebnahme übernimmt eine Elektrofachkraft; laut Sicherheitshinweis zum Eaton PXF sind diese Arbeiten nur Elektrofachkräften erlaubt.
Wie wählen Sie die Polzahl beim FI-Schutzschalter aus?
Die Polzahl bezeichnet die Ausführung, die in Produktangaben als „2-polig“ oder „4-polig“ geführt wird. Sie ist eine eigene Geräteeigenschaft und nicht mit dem Nennstrom oder dem Fehlerstromwert gleichzusetzen. Aus der Polzahl allein lässt sich nicht ablesen, ob der Schalter zur vorhandenen Anlage passt.
Ein Beispiel für eine 2-polige Ausführung ist der Eaton PXF mit 25 A Bemessungsstrom und 30 mA Bemessungsfehlerstrom. Die Produktbeschreibung nennt ihn als FI-Schalter für Wohn- und Zweckbau.
Bei den 4-poligen Ausführungen zeigen die Produktbeschreibungen jeweils andere Daten. Der Hager CDA440D ist mit 40 A und 30 mA angegeben.
Auch der Legrand TX3 ist 4-polig und mit 40 A sowie 30 mA bezeichnet. Seine Produktbeschreibung nennt außerdem Typ A und eine Bemessungsspannung von 400 VAC.
Die passende Polzahl hängt von der Anlage und dem vorgesehenen Stromkreis ab. Lassen Sie diese Zuordnung vor der Auswahl prüfen; ersetzen Sie einen vorhandenen FI nicht allein aufgrund einer ähnlich wirkenden Produktbezeichnung.
Wie bestimmen Sie den Nennstrom eines FI-Schalters?
Der Bemessungsstrom wird mit „In“ bezeichnet und in Ampere angegeben. In den Produktbeschreibungen kommen zum Beispiel 25 A, 40 A und 63 A vor. Diese Zahl steht getrennt vom Bemessungsfehlerstrom, der in Milliampere angegeben wird.
Die folgende Tabelle stellt Werte aus den Produktbeschreibungen gegenüber. Sie dient zum Lesen der Kennzeichnung, nicht als Vorgabe für den Austausch oder die Dimensionierung.
| Ausführung | Polzahl | Bemessungsstrom In | Bemessungsfehlerstrom |
|---|---|---|---|
| Eaton PXF-25/2/003-A | 2-polig | 25 A | 30 mA |
| Hager CDA440D | 4-polig | 40 A | 30 mA |
| Legrand TX3 | 4-polig | 40 A | 30 mA |
| Eaton PXF-63/4/05-A | 4-polig | 63 A | 500 mA |
Der Nennstrom allein reicht für die Auswahl nicht aus. Ein Gerät mit 25 A ist nicht automatisch gegen eines mit 40 A austauschbar, auch wenn beide mit 30 mA gekennzeichnet sind. Umgekehrt bedeutet derselbe Nennstrom nicht, dass zwei FI-Schalter bei Polzahl und Fehlerstromwert übereinstimmen.
Prüfen Sie deshalb bei einem vorhandenen Gerät alle Kennzeichnungen gemeinsam: Polzahl, In, Bemessungsfehlerstrom und Fehlerstrom-Typ. Die Elektrofachkraft gleicht diese Gerätedaten mit der Anlage ab.
FI-Schutzschalter 2-polig oder 4-polig: worauf kommt es an?
Die Frage „2-polig oder 4-polig?“ lässt sich nicht allein anhand der Wohnsituation oder eines einzelnen Zahlenwerts beantworten. Die genannten Produktbeispiele zeigen, dass beide Polzahlen angeboten werden und dass die übrigen Kenndaten separat angegeben sind.
Für den Vergleich notieren Sie die Bezeichnung des vorhandenen FI und lesen Sie die Angaben direkt am Gerät ab, ohne Abdeckungen zu öffnen. Falls Beschriftungen fehlen oder nicht lesbar sind, sollte die Elektrofachkraft die Zuordnung vor Ort vornehmen.
Wenn Sie Bauteile im Schaltschrank einordnen möchten, hilft auch der Ratgeber Hauptschalter im Schaltschrank passend auswählen. Ein Hauptschalter und ein FI-Schutzschalter haben unterschiedliche Produktbezeichnungen und Funktionen; prüfen Sie daher, welches Gerät tatsächlich eingebaut ist.
Profi-Tipp
Fotografieren Sie vor einer Anfrage nur die sichtbare Beschriftung des geschlossenen Verteilers. Halten Sie Modellbezeichnung, Polzahl, In-Angabe und Fehlerstromwert fest. Öffnen Sie den Verteiler nicht, um ein Typenschild zu suchen.
Welche weiteren FI-Angaben müssen Sie vergleichen?
Neben der Polzahl und dem Nennstrom ist der Bemessungsfehlerstrom wichtig. Die Produktbeispiele führen 30 mA beziehungsweise 0,03 A oder 500 mA beziehungsweise 0,5 A auf. Das sind unterschiedliche Angaben und keine austauschbaren Schreibweisen desselben Werts.
Auch der Fehlerstrom-Typ steht in der Produktbeschreibung. Hager CDA440D und Legrand TX3 sind als Typ A beschrieben. Der Legrand-Herstellertext nennt Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerströme. Beim Eaton FRCdM-40/4/003-G/B lauten die Angaben „allstromsensitiv“ und Typ B; die Produktbeschreibung nennt 40 A, 4-polig und 30 mA.
Typ, Polzahl, In und Fehlerstromwert ergeben zusammen die Gerätemerkmale. Ändern Sie nicht nur einen Wert, ohne den geplanten Einsatzzweck und die Anlage fachlich abgleichen zu lassen.
Ist ein FI-Schalter dasselbe wie ein FI/LS-Schalter?
Ein FI/LS-Schalter kombiniert laut Produktbeschreibung des ABB DS301CA Schutzfunktionen für Fehlerströme mit Schutz gegen Überlast und Kurzschluss. Das Modell ist mit 1P+N, B13A und 30 mA angegeben. Die Beschreibung nennt es „1-polig geschützt (LS), 2-polig schaltend“.
Diese Angaben unterscheiden das Kombigerät von den hier aufgeführten FI-Schaltern. Vergleichen Sie deshalb zuerst die vollständige Geräteart und erst dann Polzahl und Stromwerte. Ein Leitungsschutzschalter und ein FI-Schalter sind nicht allein aufgrund einer gemeinsamen Ampereangabe dasselbe Gerät.
Einbau nur durch autorisierte Fachhandwerker.
Als kompaktes Beispiel für einen 2-poligen FI ist der Eaton PXF-25/2/003-A mit 25 A, 30 mA und Typ A beschrieben.
Der Hager CDA440D ist ein 4-poliger Typ-A-FI mit 40 A und 30 mA. Seine Beschreibung nennt außerdem eine externe blaue Test-Taste und eine Beschriftungsmöglichkeit direkt am Gerät.
Der Legrand TX3 weist ebenfalls 4 Pole, 40 A und 30 mA auf. Genannt werden Typ A, eine Schaltstellungsanzeige und eine Befestigung auf einer Hutprofilschiene.
Der Eaton FRCdM ist als 4-poliger allstromsensitiver FI vom Typ B mit 40 A und 30 mA beschrieben. Die Produktbeschreibung ordnet ihn Industrieanwendungen und gehobenem Zweckbau zu.
Der Eaton PXF-63/4/05-A ist 4-polig, Typ A und mit 63 A sowie 500 mA angegeben. Diese Werte unterscheiden sich deutlich von den zuvor genannten 30-mA-Ausführungen.
Beim ABB DS301CA handelt es sich um einen FI/LS-Schalter mit B13A, 30 mA und 1P+N. Die Produktbeschreibung nennt Schutz gegen Überlast und Kurzschluss für Einphasenstromkreise.
Verwenden Sie Produktmerkmale zum Vergleichen, nicht als Anleitung zum selbstständigen Austausch. Der Elektrofachbetrieb kann klären, welche Gerätekategorie und welche Werte an Ihrer Anlage erforderlich sind.
Wichtiger Hinweis
Ein höherer Nennstrom ist kein allgemeines Upgrade. Die Produktbeispiele belegen unterschiedliche Gerätekombinationen, aber keine pauschale Austauschregel. Lassen Sie die Auswahl mit allen Kennzeichnungen und den Daten der bestehenden Installation abgleichen.

„Polzahl, Bemessungsstrom und Bemessungsfehlerstrom sind drei getrennte Auswahlangaben.“
Häufige Fragen
Wie erkenne ich, ob ein FI-Schutzschalter 2-polig oder 4-polig ist?
Die Produktbezeichnung oder die technischen Angaben nennen die Polzahl ausdrücklich, etwa „2-polig“ oder „4-polig“. Bei einem vorhandenen Gerät sollte die Elektrofachkraft die sichtbaren Kennzeichnungen prüfen. Aus der Polzahl allein folgt nicht, welche Ausführung zu Ihrer Installation passt.
Was ist der Unterschied zwischen Nennstrom und Bemessungsfehlerstrom?
Der Bemessungsstrom In wird in Ampere angegeben, zum Beispiel 25 A oder 40 A. Der Bemessungsfehlerstrom steht in Milliampere, etwa 30 mA. Beide Werte beschreiben getrennte Gerätemerkmale. Vergleichen Sie beim FI-Wechsel deshalb nicht nur die Amperezahl.
Kann ich einen FI mit 25 A durch ein Modell mit 40 A ersetzen?
Die Ampereangabe allein reicht für diese Entscheidung nicht aus. Auch Polzahl, Bemessungsfehlerstrom und Fehlerstrom-Typ müssen berücksichtigt werden. Ein 40-A-Modell ist nicht automatisch ein passender Ersatz für einen 25-A-FI. Lassen Sie die Eignung für Ihre Anlage von einer Elektrofachkraft prüfen.
Sind 30 mA und 500 mA beim FI-Schutzschalter dasselbe?
Nein. Die Produktbeschreibungen führen 30 mA beziehungsweise 0,03 A und 500 mA beziehungsweise 0,5 A als unterschiedliche Bemessungsfehlerströme auf. Diese Angaben sind keine gleichwertigen Schreibweisen. Welche Ausführung für die Anlage vorgesehen ist, muss fachlich geprüft werden.
Darf ich einen FI-Schutzschalter selbst anschließen oder austauschen?
Nein. Der Sicherheitshinweis zum Eaton FI-Schalter erlaubt Anschluss, Installation und Inbetriebnahme nur durch eine Elektrofachkraft. Arbeiten am elektrischen Anschluss können zu lebensgefährlichem Stromschlag führen. Beauftragen Sie für Auswahl und Einbau einen Elektrofachbetrieb.
Wichtiger Hinweis zu Haftung und Sicherheit
- Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information. Er ist keine Reparatur- oder Montageanleitung und ersetzt weder die Anleitung des Herstellers noch die Prüfung durch einen Fachbetrieb. Herstellerangaben haben immer Vorrang.
- Arbeiten an Gasanlagen dürfen nur der Netzbetreiber oder ein in ein Installateurverzeichnis eingetragenes Installationsunternehmen ausführen (§ 13 NDAV). Dasselbe gilt für elektrische Anlagen (§ 13 NAV). Errichtung und wesentliche Veränderungen der Trinkwasseranlage sind dem Wasserversorger oder einem eingetragenen Installationsunternehmen vorbehalten (§ 12 AVBWasserV).
- Wer Arbeiten selbst ausführt, handelt auf eigene Verantwortung. Für Schäden, die durch eigene Reparatur-, Wartungs- oder Einbauarbeiten entstehen, übernimmt die HAJUS AG keine Haftung. Dies gilt nicht bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit sowie bei Schäden aus der Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit; insoweit haften wir nach den gesetzlichen Vorschriften.
- Wir erstellen die Inhalte sorgfältig nach den angegebenen Herstellerquellen, können aber keine Gewähr dafür übernehmen, dass sie für Ihr Gerät, Ihre Baureihe und Ihre Anlage vollständig und aktuell sind.
- Der Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und automatisch geprüft; die redaktionelle Verantwortung trägt die HAJUS AG (So entstehen unsere Ratgeber). Bilder sind KI-generierte Symbolbilder.
- Genannte Marken sind Eigentum ihrer Inhaber und dienen nur der Beschreibung. insani24 ist kein Kundendienst der genannten Hersteller.
- Bei Gasgeruch: keine elektrischen Schalter betätigen, kein offenes Feuer, Fenster öffnen, Gebäude verlassen und von draußen den Notdienst des Gasversorgers anrufen.



