Heizung

Durchlauferhitzer zu wenig Warmwasser: Ursachen und Modelle

Erfahren Sie, wie Durchfluss, Temperatur und Geräteleistung die Warmwassermenge beeinflussen.

Elektrischer Durchlauferhitzer mit sichtbaren Wasseranschlüssen
Symbolbild, KI-generiert

Kurz erklärt: Ein Durchlauferhitzer liefert zu wenig warmes Wasser, wenn der Durchfluss höher ist, als das Gerät bei seiner Anschlussleistung und Kaltwasser-Zulauftemperatur erwärmen kann. Auch Netzspannung und eingestellte Auslauftemperatur beeinflussen die mögliche Menge. Verringern Sie den Durchfluss am Zapfventil; bleibt die Temperatur zu niedrig, prüft der Fachbetrieb Gerät und Wasseranschluss.

Wenn ein Durchlauferhitzer zu wenig Warmwasser liefert, muss nicht automatisch ein Defekt vorliegen. Entscheidend sind unter anderem die Durchflussmenge, die gewünschte Temperatur und die Leistung des Geräts.

Sicherheit geht vor

Im Durchlauferhitzer treffen Strom und Wasser aufeinander; heißes Wasser kann Verbrühungen verursachen. Öffnen Sie das Gerät nicht und greifen Sie nicht an elektrische Anschlüsse oder Trinkwasserleitungen. Das übernimmt der Fachbetrieb.

Warum liefert mein Durchlauferhitzer zu wenig Warmwasser?

Ein Durchlauferhitzer erwärmt Wasser, während es durch das Gerät strömt. Fließt mehr Wasser hindurch, als das Heizsystem bei maximaler Leistung erwärmen kann, erreicht das Wasser nicht die gewünschte Temperatur. Die Bedienungsanleitung des CDE electronic empfiehlt in diesem Fall, die Wassermenge am Zapfventil zu verringern.

Wie viel Warmwasser das Gerät liefern kann, hängt laut Anleitung von der anliegenden Netzspannung, der Anschlussleistung und der Kaltwasser-Zulauftemperatur ab. Die Werte eines Modells lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres auf ein anderes übertragen. Auch bei unverändertem Gerät kann sich die erreichbare Wassermenge ändern, wenn sich Zulauftemperatur oder gewünschte Auslauftemperatur unterscheiden.

„Die Heißwassermenge ist an Temperatur und Durchfluss gekoppelt.“

— insani24 Fachredaktion

Wie beeinflussen Temperatur und Durchfluss die Heißwassermenge?

Die Tabelle der CDE-Anleitung zeigt, wie sich die Warmwasserleistung bei gleicher Geräteleistung verändert. Sie bezieht sich auf den CDE electronic mit 21 kW bei 400 V. Die Angaben gelten für die dort aufgeführten Kaltwasser-Zulauftemperaturen und sind keine allgemeingültigen Werte für alle Durchlauferhitzer.

AuslauftemperaturKaltwasser 5 °CKaltwasser 10 °CKaltwasser 15 °CKaltwasser 20 °C
38 °C9,1 l/min10,7 l/min13,0 l/min16,7 l/min
50 °C6,7 l/min7,5 l/min8,6 l/min10,0 l/min

Bei 10 °C kaltem Zulauf nennt die Anleitung für dieses Gerät 10,7 l/min bei 38 °C und 7,5 l/min bei 50 °C. Eine höhere gewünschte Auslauftemperatur verringert in diesem Beispiel also die mögliche Wassermenge. Ein kalter Zulauf verringert die Leistung ebenfalls: Bei 38 °C nennt die Tabelle 9,1 l/min für 5 °C Zulauftemperatur und 16,7 l/min für 20 °C.

Für den CDE electronic empfiehlt der Hersteller als Einstellungen 38 °C für Handwaschbecken, Dusche und Wanne sowie 55 °C für die Küchenspüle. Diese modellbezogenen Empfehlungen erklären, warum sich die Warmwassermenge je nach Einstellung und Anwendung unterscheidet.

Wasseranschlüsse und Durchflussweg eines elektrischen Durchlauferhitzers
Symbolbild, KI-generiert

Was kann ich selbst am Zapfventil prüfen?

Sie dürfen die Wassermenge am Zapfventil reduzieren, bis die gewünschte Temperatur erreicht ist. Genau diesen Betreiberhinweis gibt die CDE-Anleitung. Verändern Sie dabei nur den Durchfluss an der Armatur, nicht die Absperrung am Gerät.

Beobachten Sie, ob sich die Temperatur stabilisiert, wenn weniger Wasser läuft. Wird es wärmer, obwohl der Durchfluss sinkt, passt das zum beschriebenen Verhältnis zwischen Wassermenge und Heizleistung. Bleibt das Wasser trotzdem zu kühl, sollte der Fachbetrieb die Geräteeinstellungen und den Wasseranschluss prüfen.

Profi-Tipp

Vergleichen Sie die gewünschte Temperatur mit der tatsächlich benötigten Wassermenge. Bei einem Durchlauferhitzer kann eine kleinere Wassermenge erforderlich sein, damit das Gerät die eingestellte Temperatur erreicht.

Welche Ursachen muss der Fachbetrieb prüfen?

Wenn die einfache Anpassung am Zapfventil nicht hilft, sind die technischen Bedingungen am Gerät und am Anschluss zu prüfen. Die CDE-Anleitung nennt dazu unter anderem den erforderlichen Volumenstrom, das eingebaute Sieb und den passenden Durchflussmengen-Begrenzer. Arbeiten an diesen Bauteilen und an der Wasserinstallation übernimmt der Fachbetrieb.

  • Volumenstrom: Für das Einschalten muss ausreichend Wasser durch das Gerät fließen. Die Anleitung weist darauf hin, dass ein zu geringer Durchfluss bei geöffnetem Entnahmeventil mit dem Wasserleitungsdruck zusammenhängen kann.
  • Sieb: Beim CDE electronic muss das Sieb eingebaut sein, damit das Gerät funktioniert. Beim Austausch des Geräts sieht die Anleitung eine Prüfung auf vorhandenes Sieb vor.
  • Durchflussmengen-Begrenzer: Für den CDE electronic nennt die Anleitung standardmäßig einen blauen Begrenzer mit 7,5 l/min. Den braunen Begrenzer mit 12 l/min beschreibt sie für erhöhten Kaltwasserzulauf, etwa bei solar vorgewärmtem Wasser, oder bei Verwendung zum Duschen.
  • Netzspannung und Anschlussleistung: Beide Werte beeinflussen laut Anleitung die Warmwasserleistung. Der Fachbetrieb kann sie mit den Gerätedaten auf dem Typenschild abgleichen.

Wichtiger Hinweis

Das 3-Wege-Absperrventil am CDE electronic ist laut Hersteller nur zum Absperren des Geräts vorgesehen. Verwenden Sie es nicht, um den Volumenstrom zu drosseln.

Wenn der Durchlauferhitzer nicht genug Warmwasser liefert, kommen damit sowohl die eingestellte Temperatur und der Durchfluss als auch die technischen Anschlussbedingungen als Erklärung infrage. Einen Eingriff in das Gerät oder die Trinkwasserinstallation nimmt der Fachbetrieb vor.

Wann ist ein anderes Gerät sinnvoll?

Ein anderes Modell kommt erst infrage, wenn der Fachbetrieb die vorhandene Leistung und die benötigte Warmwassermenge abgeglichen hat. Maßgeblich sind die gewünschte Auslauftemperatur, der Kaltwasserzulauf und die technische Anschlussleistung. Hinweise zur Auswahl finden Sie im Ratgeber Durchlauferhitzer auswählen: Welches Modell passt?.

Die folgenden Gerätebeispiele unterscheiden sich bei der angegebenen Leistung und beim beschriebenen Einsatzbereich. Der Clage MBH ist laut Produktbeschreibung ein Kleindurchlauferhitzer für ein Handwaschbecken. Ein Fachbetrieb muss beurteilen, ob ein Modell zum Anschluss und zur gewünschten Entnahmestelle passt.

Der Bosch TR4001 ist als elektronisch geregelter Durchlauferhitzer mit 21 kW und 400 V beschrieben.

Der Clage MBH-3 ist mit 3,5 kW und 230 V angegeben. Die Herstellerbeschreibung ordnet die MBH-Serie der Versorgung eines Waschbeckens zu.

Auch der Clage MCX 3 ist im Sortiment mit 3,5 kW und 230 V aufgeführt. Eine passende Geräteleistung allein belegt noch nicht, dass die Ursache für zu wenig Warmwasser behoben ist. Weitere Ursachen für Warmwasserprobleme behandelt der Ratgeber Durchlauferhitzer Warmwasserverlust: Ursachen erkennen.

Häufige Fragen

Ist es normal, dass das Wasser kühler wird, wenn ich mehr aufdrehe?

Ja, wenn mehr Wasser durch das Gerät strömt, als es bei seiner maximalen Leistung erwärmen kann. Die CDE-Anleitung empfiehlt dann, die Wassermenge am Zapfventil zu verringern, bis die gewünschte Temperatur erreicht ist. Das bedeutet nicht automatisch, dass ein Bauteil defekt ist.

Wie beeinflusst kaltes Zulaufwasser die Warmwassermenge?

Die Warmwasserleistung hängt laut CDE-Anleitung von der Kaltwasser-Zulauftemperatur ab. Für das Modell mit 21 kW bei 400 V nennt die Tabelle bei 38 °C Auslauftemperatur 9,1 l/min bei 5 °C Zulauf und 16,7 l/min bei 20 °C Zulauf. Diese Werte gelten für genau dieses Modell.

Was kann ich selbst tun, wenn der Durchlauferhitzer zu wenig Warmwasser liefert?

Die CDE-Anleitung erlaubt dem Betreiber, die Wassermenge am Zapfventil zu reduzieren, bis die gewünschte Temperatur erreicht ist. Öffnen Sie das Gerät nicht und verstellen Sie keine Absperrung am Gerät. Bleibt das Wasser zu kühl, lassen Sie die technischen Bedingungen vom Fachbetrieb prüfen.

Welche Einstellung empfiehlt der Hersteller bei einer Thermostatarmatur?

Für den CDE electronic empfiehlt die Anleitung bei Betrieb mit einer Thermostatarmatur eine Solltemperatur am Gerät von mehr als 50 °C. Die gewünschte Solltemperatur wird dann an der Thermostatarmatur eingestellt. Bei Versorgung einer Dusche muss ein Fachhandwerker den Temperatureinstellbereich im Gerät auf 43 °C oder geringer begrenzen.

Wann sollte ein Fachbetrieb den Durchlauferhitzer prüfen?

Wenn eine Verringerung des Durchflusses die gewünschte Temperatur nicht erreicht, sollte ein Fachbetrieb das Gerät und den Wasseranschluss prüfen. Dazu gehören je nach Anlage der erforderliche Volumenstrom, das Sieb und der Durchflussmengen-Begrenzer. Arbeiten am Gerät, an elektrischen Anschlüssen und an der Trinkwasserinstallation sind Facharbeiten.

Quellen