Lüftung

Wärmetauscher der Lüftungsanlage reinigen

Den Wärmetauscher einer Wohnraumlüftung ausbauen, schonend säubern und mit frischen Filtern wieder einsetzen.

  • SchwierigkeitMittel
  • Dauer45–90 Min.
  • AusführungFür geübte Heimwerker
  • Material ca.39,76 €

In einem zentralen Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung kreuzen sich Zu- und Abluft in einem Wärmetauscher aus dünnen Kunststoff- oder Aluminiumlamellen. Trotz Filter lagert sich dort mit den Jahren feiner Staub ab, auf der Abluftseite auch Fett aus der Küche. Die Folgen sind weniger Luft bei gleicher Lüfterstufe, mehr Geräusch und mitunter ein muffiger Geruch. Viele Hersteller sehen eine Sichtprüfung bei jedem Filterwechsel und eine Reinigung alle zwei bis drei Jahre vor. Dieses Projekt beschreibt Ausbau, Spülen mit lauwarmem Wasser und Wiedereinbau. Enthalpie-Wärmetauscher mit Membran dürfen meist nicht nass gereinigt werden – maßgeblich ist die Anleitung Ihres Geräts.

Materialliste

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Benötigtes Material

Optional Nicht vorausgewählt – je nach Situation sinnvoll.

1 Artikel 39,76 €
inkl. MwSt., zzgl. Versand

Außerdem bereitlegen

  • Taschenlampe
  • Staubsauger mit Bürstenaufsatz
  • Arbeitshandschuhe
  • Handtücher
  • Mildes Spülmittel
  • Klebestreifen zum Markieren

Schritt für Schritt

  1. Gerät stromlos schalten

    Schalten Sie das Lüftungsgerät am Bedienteil aus und trennen Sie es anschließend vom Strom, je nach Gerät über den Netzstecker oder die zugehörige Sicherung. Warten Sie zwei bis drei Minuten, bis die Ventilatoren ausgelaufen sind, und öffnen Sie erst dann die Revisionstür.

  2. Filter entnehmen

    Ziehen Sie zuerst die Zu- und Abluftfilter heraus. Achten Sie auf Pfeile oder Beschriftungen, die die Durchströmungsrichtung zeigen, und notieren Sie, welcher Filter wo saß. Die alten Filter kommen direkt in einen Müllbeutel.

  3. Wärmetauscher herausziehen

    Fassen Sie den Tauscher an der Zuglasche oder an den vorgesehenen Griffflächen und ziehen Sie ihn gleichmäßig heraus, ohne ihn zu verkanten. Im unteren Bereich kann Kondenswasser stehen – legen Sie ein Handtuch unter. Markieren Sie die Einbaulage mit einem Klebestreifen.

    Achtung: Die Lamellen sind dünn und scharfkantig. Arbeitshandschuhe tragen und den Tauscher nicht an den offenen Kanten anfassen.

  4. Verschmutzung beurteilen

    Leuchten Sie mit einer Taschenlampe durch die Kanäle. Leichter Staub an den Eintrittsflächen lässt sich mit dem Bürstenaufsatz des Staubsaugers trocken abnehmen. Sind die Kanäle dunkel belegt oder fettig, ist eine Nassreinigung nötig, sofern der Hersteller sie erlaubt.

  5. Schonend spülen

    Stellen Sie den Tauscher in Dusche oder Badewanne und spülen Sie ihn mit lauwarmem Wasser und etwas mildem Spülmittel durch, abwechselnd in beide Strömungsrichtungen. Kein Hochdruckreiniger, keine heißen Temperaturen und keine scharfen Reiniger: Sie verformen die Lamellen und lösen Klebestellen. Mit klarem Wasser nachspülen.

  6. Gründlich trocknen lassen

    Stellen Sie den Tauscher hochkant auf, damit das Wasser aus allen Kanälen ablaufen kann, und lassen Sie ihn bei Raumtemperatur mehrere Stunden trocknen. Nutzen Sie die Zeit, um Gehäuse, Kondensatwanne und Dichtungen im Gerät mit einem feuchten Tuch zu säubern.

  7. Einbauen und Probelauf

    Schieben Sie den trockenen Tauscher in der markierten Lage ein, bis er an den Dichtungen anliegt. Setzen Sie neue Filter ein, schließen Sie die Revisionstür und schalten Sie das Gerät wieder ein. Setzen Sie den Filterzähler zurück und prüfen Sie nach einigen Stunden, ob Kondensat über den Ablauf abfließt.

Häufige Fragen

Darf der Wärmetauscher in die Spülmaschine?

Nur wenn der Hersteller das ausdrücklich erlaubt. Hohe Temperaturen und Spülmaschinentabs können Kunststofflamellen verziehen und Klebestellen lösen.

Wie erkenne ich einen Enthalpie-Wärmetauscher?

Er überträgt zusätzlich Feuchte und besitzt eine Membran. In Typenbezeichnung oder Anleitung steht meist Enthalpie oder Feuchterückgewinnung. Solche Tauscher werden in der Regel nur trocken abgesaugt.

Wie oft ist eine Reinigung nötig?

Bei regelmäßigem Filterwechsel reichen meist eine Kontrolle pro Jahr und eine Reinigung alle zwei bis drei Jahre. In Küchen mit viel Bratdunst kann es früher nötig sein.

Quellen

  • Montage- und Bedienungsanleitung des jeweiligen Herstellers
  • DIN 1946-6: Raumlufttechnik – Lüftung von Wohnungen
  • VDI 6022 Blatt 1: Hygieneanforderungen an raumlufttechnische Anlagen